16. August 2020 / 15:57 Uhr

Finale erreicht: Hansa Rostock lässt in Schönberg nichts anbrennen

Finale erreicht: Hansa Rostock lässt in Schönberg nichts anbrennen

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Bentley Baxter Bahn (r.) erzielte die Führung für Hansa Rostock in Schönber.
Bentley Baxter Bahn (r.) erzielte die Führung für Hansa Rostock in Schönber. © LUTZ BONGARTS
Anzeige

Die Härtel-Elf wird beim Verbandsliga-Aufsteiger FC Schönberg ihrer Favoritenrolle gerecht und gewinnt im Landespokal-Halbfinale mit 5:0. Im Finale trifft Hansa Rostock auf den Torgelower FC Greif.

Anzeige

Der Gewinn des Fußball-Landespokals scheint für den FC Hansa Rostock auch in diesem Jahr nur Formsache zu sein. Im Halbfinale setzte sich die Mannschaft von Trainer Jens Härtel am Sonntag mit 5:0 (1:0) beim Verbandsligaaufsteiger FC Schönberg 95 durch und zog erwartungsgemäß zum sechsten Mal in Folge ins Endspiel ein. Gegner am kommenden Sonnabend im Ostseestadion ist der Torgelower FC Greif. Der Oberligist setzte sich im zweiten Halbfinale mit 2:1 bei Verbandsligist FC Mecklenburg Schwerin durch. Die Hansa-Tore gestern in Schönberg erzielten vor etwa 400 Zuschauern im Palmberg-Stadion Bentley Baxter Bahn (26.), John Verhoek (51.), Manuel Farrona Pulido (54., 58.) und Kapitän Julian Riedel (65.).

Anzeige

Aufgrund behördlicher Vorgaben durften nur insgesamt 500 Menschen auf der Sportanlage in der Kleinstadt in Nordwestmecklenburg nahe Lübeck anwesend sein. Der FC Schönberg war bis 2017 Rekordsieger des Wettbewerbs und hat die Trophäe sieben Mal gewonnen (zuletzt 2012).

Mehr zum Landespokal

Der Sechstligist begann mutig und hatte zunächst sogar leichte Feldvorteile. Doch die ersten Möglichkeiten hatte Hansa. Nach neun Minuten versuchte es zunächst Bahn, der mit seinem Schuss aber ebenso an FCS-Keeper Szymura scheiterte wie wenig später Verhoek. Jetzt gab der Drittligist klar den Ton an, es wurde nur noch in eine Richtung gespielt. Gegen die nun tief stehenden Schönberger spielte sich die Härtel-Elf weitere Chancen heraus. Die bis dahin hochkarätigste vergab Litka, der den Ball ebenfalls nicht am starken Schönberger Keeper vorbeibrachte (15.). Vier Minuten später stand erneut der polnische Torwart ider Gastgeber m Mittelpunkt, als der den Ball bei einer riskanten Aktion im Fünfmeterraum leichtfertig hergab: Der Abschluss von Verhoek war dann aber zu schwach – Szymura konnte seinen kapitalen Fehler selbst wieder bereinigen.

Der Rostocker Führungstreffer lag jetzt in der Luft. Es war Maurice Litka, der den Weg frei machte, als er sich bis an die Grundlinie durchtankte und den Ball auf Bahn ablegte. Der Ex-Hallenser zog sofort ab und ließ Szymura dieses Mal keine Abwehrchance (26.). Farrona Pulido hätte anschließend erhöhen müssen, doch der Neuzugang zielte aus spitzem Winkel am langen Eck vorbei (32.). Sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff verhinderte Szymura gegen Verhoek einen höheren Rückstand seiner Mannschaft. Litka drosch den Ball weit übers Tor (44.), und Verhoek brachte das Kunststück fertig, den Ball aus vier Metern dem bereits am Boden liegenden FCS-Torwart in die Arme zu schießen (45.+1).


Eindrücke vom Landespokal-Halbfinale: FC Schönberg - FC Hansa Rostock

Schönbergs Daniel Halke (l.) grätscht Manuel Farrona Pulido den Ball weg. Zur Galerie
Schönbergs Daniel Halke (l.) grätscht Manuel Farrona Pulido den Ball weg. ©

Jens Härtel verzichtete auf eine Halbzeitansprache, er blieb draußen bei den Reservespielern. Klar, dass die Rostocker auch ohne Ansage ihres Trainers dominant blieben. Zumal bei den Schönbergern angesichts ihrer kraftraubenden Abwehrschlacht bei Temperaturen jenseits der 30 Grad auch langsam die Luft weniger wurde. Der bis dahin glücklose Verhoek erhöhte nach Zuspiel von Butzen auf 2:0 (51.). Auch das 3:0 legte der frühere Magdeburger präzise auf, dieses Mal vollendete Farrona Pulido (54.), der dann auch noch das 4:0 nachlegte (58.). Die Schönberger Gegenwehr wurde nun immer weniger, so dass sich auch der aufgerückte Riedel in die Torstatistik eintragenm konnte: Der kapitän drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 5:0 über die Linie. Das Ergebnis ging auch in dieser Höhe mittlerweile völlig in Ordnung und hätte noch höher ausfallen, wenn Hansa seine Chancen konsequent genutzt hätte (Breier, 83.).

Die einzige Chance für Schönberg in der einseitigen Begegnung vergab nach toller Meier-Vorarbeit Wehrendt, dessen Schuss nach schnellem Konter das Rostocker Tor verfehlte (73.).

Schönbergs Kapitän Erik Schameitke meinte: „In der ersten Hälfte haben wir noch gut dagegengehalten. Leider wurde ist das Ergebnis im zweiten Abschnitt noch deutlich geworden. Schon in der Vorwoche mussten wir im Viertelfinale 120 Minuten (4:3 n.E. gegen den 1. FC Neubrandenburg, d. Red.) bei solch hohen Temperaturen bewältigen, das darf man nicht vergessen.

Schönberg: Szymura – Miltzow (49. Kaben), Schametike, Halke, Gomig – Wehrendt – Burmeister (29. Meier), Nagel, Worreschck, Kalfa – Komoss (58. Behm).
Hansa: Kolke – Riedel, Sonnenberg, Roßbach – Butzen, Rother (68. Herzog), Bahn, Neidhart – Farrona Pulido (61. Vollmann), Litka – Verhoek (61. Breier).
Tore: 0:1 Bahn (26.), 0:2 Verhoek (51.), 0:3, 0:4 Farrona Pulido (54., 58.), 0:5 Riedel (65.).
Schiedsrichter: Dominic Koch (Wismar)
Zuschauer: 412.