11. Juli 2019 / 19:46 Uhr

Landespokal: Traditionsvereine vergessen Teilnahme-Meldung

Landespokal: Traditionsvereine vergessen Teilnahme-Meldung

Tommy Bastian
Ostsee-Zeitung
Das Objekt der Begierde: der Landespokal. 98 Teams werden um die Trophäe spielen, die zuletzt fünfmal in Folge der FC  Hansa gewann.
Das Objekt der Begierde: der Landespokal. 98 Teams werden um die Trophäe spielen, die zuletzt fünfmal in Folge der FC  Hansa gewann. © LUTZ BONGARTS
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Die SG  Dynamo Schwerin und der SV  Rot-Weiß Trinwillershagen sind zwei von 17  Vereinen, die nicht mitspielen werden. Auslosung bringt viele Derbys.

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Die größte Überraschung gab es wohl schon vor Beginn der Auslosung: Gleich 17 Vereine haben für den Wettbewerb um den Fußball-Landespokal von Mecklenburg-Vorpommern in der Saison 2019/20 nicht gemeldet. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, denn da hatten nur die beiden Verbandsligisten SV Görmin und FSV Malchin auf eine Teilnahme verzichtet. 98 Teams wollen dagegen den Landespokal ausspielen, der am Wochenende 10./11. August mit der ersten Hauptrunde beginnt.

Dann werden zwei Traditionsclubs unfreiwillig fehlen: die SG Dynamo Schwerin und der SV Rot-Weiß Trinwillershagen. Beide Vereine haben schlicht die Meldefrist (10. Juli, 23.59 Uhr) verpasst. Rot-Weiß-Trainer Jürgen Hakelberg war völlig überrascht, als er durch den Anruf der OSTSEE-ZEITUNG vom „Ausschluss“ seiner Mannschaft erfuhr. „Dann haben wir die Meldung wohl verpasst. Das ist ärgerlich, denn der Pokal hat seinen besonderen Reiz“, meinte der ­38-Jährige. Er ­wäre gern wieder dabei gewesen, immerhin hatten die Trinwillers­häger im Vorjahr noch das Achtel­finale erreicht. Dort unterlagen sie dann dem späteren Halbfinalisten Penzliner SV mit 1:6. Nun müsse im Verein erst einmal geklärt werden, warum die Meldung nicht abgegeben wurde.

Das dürfte auch für die SG Dynamo Schwerin gelten. Der frühere FDGB-Pokalfinalist (1:2 am 2. Juni 1990 gegen Dynamo Dresden) und Europapokal-Teilnehmer (0:2 und 0:0 gegen Austria Wien) bemerkte erst am Donnerstagmorgen, dass er bis zum Vortag die LFV-Teilnahmevereinbarung hätte unterzeichnen und absenden müssen. Peter Dluzewski, Staffelleiter für die Verbandsliga und den Landespokal beim Landesfußballverband (LFV), meinte: „Die Schweriner haben sich um 8 Uhr beim Verband gemeldet und darum gebeten, noch mitspielen zu können. Da war die Frist allerdings abgelaufen und die teilnehmenden Teams für die Auslosung der ersten Runde freigeschaltet.“

So wurde gelost

Prämien ab dem Achtelfinale

Seit Beginn der Vorsaison gibt es neue Durchführungsbestimmungen für den Lübzer Pils Cup. Die MV-Klubs müssen eine Vereinbarung mit dem LFV unterzeichnen, die das Einverständnis zur solidarischen Aufteilung der vom DFB bereitgestellten TV-Gelder beinhaltet. Die gehen nicht ausschließlich an den Pokalsieger, der 75 Prozent (zuletzt 115 000 Euro) erhält. Der rest­liche Betrag wird anhand eines festgelegten Schlüssels an weitere Cup-Teilnehmer ausgeschüttet. Zuletzt erhielt jeder Achtelfinalist 625, jeder Viertelfinalist 2500, die beiden Verlierer der Halbfinals 7500 und der Finalist 15 000 Euro Prämie. Peter Dluzewski dazu: „Mit der vor dem Spieljahr 2017/18 eingeführten Regelung wollten wir einen größeren Anreiz für kleinere Vereine setzen, die nur geringe Chancen haben, ins Halbfinale oder Finale einzuziehen. Es sollten mehr Klubs profitieren.“

30 Freilose in der ersten Runde

Trainer Heiner Bittorf vom Verbandsligisten SV Pastow findet das Prinzip gut. Er sagt: „Der Landespokal hat seinen Reiz – finanziell und sportlich. Wo sonst können sich kleinere Vereine in Pflichtspielen mit höherklassigen Teams messen und Prämien gewinnen.“ Die Rand-Rostocker erreichten zuletzt das Viertelfinale, wo sie gegen Oberligist Torgelower FC Greif mit 0:2 unterlagen. Diesmal müssen sie in der ersten Runde beim FSV Mirow/Rechlin (Landesklasse III) ran. Das ergab die Auslosung am Donnerstag, bei der Charlotte Kaercher vom Organisationsbüro der Goalball-EM vom 8. bis 13. Oktober in Rostock als Losfee agierte. Sie zog 26 Freilose und 34 Paarungen. Dem SV Pastow bescherte sie eine machbare Aufgabe. Drittligist FC Hansa Rostock (spielt im DFB-Pokal), der HFC Greifswald, die SG Karlsburg/Züssow (beide als MV-Vertreter beim Pomerania-Cup) und der VfC Anklam (Jubiläumsfest) hatten bereits zuvor Freilose erhalten.

Dass aufgrund der zahlreichen Ver­zichte viele Teams zum Pokalauftakt und damit nur eine Woche nach dem Liga-Start gleich wieder spielfrei haben, bedauert Peter Dluzewski. Er zeigt für die Nicht-Antritte im Landespokal allerdings auch Verständnis. „Es überrascht mich nicht, dass weniger Teams gemeldet haben. Das war bereits anhand der Mannschaftsmelde­bögen abzusehen. Jeder Verein kann selbst entscheiden“, sagt Dluzewski. Der SV Görmin habe schon im Vorjahr verzichtet, um eine mög­licherweise weite Auswärtsfahrt weniger zu haben. „Es gibt allerdings viele Vereine, die sich nach wie vor auf den Landespokal-Wettbewerb freuen“, betont Dluzewski.

Das gilt auch für den Mul­sower SV aus der Landesklasse III. Trainer Andi Matthews meint: „Schade, dass so viele Vereine nicht gemeldet haben. Wir sind gern dabei. Es ist für uns quasi eine Zugabe, gegen einen höherklassigen Club antreten zu dürfen. Die Kirch Mulsower sind am zweiten August-Wochenende beim SV Sülte (Kreispokalsieger Westmecklenburg) zu Gast.

Außenseiter haben Heimrecht

Für die Auslosung der ersten Runde wurden die Mannschaften nach Ost und West gruppiert und anhand ihrer Spielklassenzugehörigkeit in Lostopf 1 (Kreispokalsieger), Topf 2 (Landesklasse & Landesliga) sowie Topf 3 (Verbandsliga, Oberliga, 3. Liga) aufgeteilt. Für jede Gruppe wurde zunächst den Vereinen aus Topf 1 einer aus Topf 2 zugelost. Anschließend wurde Topf 2 gegen 3 gelost. Die restlichen Paarungen ergaben sich aus den in Topf 2 verbliebenen Teams. Generell gilt: Klassentiefere Mannschaften haben bis zu den Halbfinals, die am 29./30. April 2020 stattfinden sollen, stets Heimrecht. Das Endspiel am bundesweiten Finaltag der Amateure dürfte am Wochenende 23. bis 25. Mai 2020 ausgetragen werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest

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