08. Februar 2022 / 14:49 Uhr

Beschlossen! Freiluftsport in Brandenburg unter 3G-Bedingungen schon ab Mittwoch

Beschlossen! Freiluftsport in Brandenburg unter 3G-Bedingungen schon ab Mittwoch

Christoph Brandhorst, Marius Böttcher und Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
<b>Brandenburg:</b> Alle Sportstätten, dazu gehören auch die Fitnessstudios und Schwimmhallen, sind grundsätzlich geöffnet. Der Zutritt ist, egal ob innen oder außen, nur für Personen mit 2G-Status möglich. Für Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr genügt ein negativer Schnelltest, sofern nicht in der Schule getestet wird. Innen gilt abseits der laufenden sportlichen Betätigung Maskenpflicht.
Brandenburg kehrt beim "Sport im Außenbereich" zur 3G-Regel zurück. © Christian Modla/Montage
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Die Brandenburger Landesregierung hat am Dienstag über Lockerungen der Corona-Regeln entschieden. Unter anderem der Fußball profitiert davon. Künftig dürfen auch ungeimpfte Spieler mit einem aktuellen Negativtest wieder auf die Sportplätze. Die geänderte Verordnung tritt bereits am 9. Februar in Kraft.

Was viele Vereine, Sportler und Trainer lange gefordert hatten, ist nun beschlossene Sache: Brandenburg kehrt für Sport im Freien zur 3G-Regel zurück. Darüber informierte Ministerpräsident Dietmar Woidke nach einer Beratung im Kabinett am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Somit dürfen auch nicht geimpfte Spielerinnen und Spieler mit einem aktuellen negativen Coronatest wieder für ihre Mannschaften auflaufen. Für Zuschauer gilt hingegen weiter die 2G-Regel (Anmerkung der Redaktion: Fälschlicherweise stand hier aufgrund anderer Informationen zunächst, dass für Zuschauer ebenfalls die 3G-Regel gilt. Das bitten wir zu entschuldigen und haben es korrigiert.).

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Bislang galt für Sportstätten im Land eine 2G-Zutrittsbeschränkung für Erwachsene. Kinder bis 14 Jahre dürfen ohne Impf- und Testnachweis Sport treiben. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren benötigen einen aktuellen Test. Die aktuell gültige Eindämmungsverordnung wäre am kommenden Sonntag, 13. Februar, ausgelaufen. Die neue Verordnung soll nun bereits am Mittwoch, 9. Februar, in Kraft treten.

Mehr Fußball aus Brandenburg

Noch am Montag hatte der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) bekanntgegeben, sich in einem Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und mehrere Ministerinnen und Minister für eine Rückkehr zum 3G-Modell stark gemacht zu haben. „Durch eine Aufrechterhaltung der aktuellen Beschränkungen werden irreparable Schäden im ehrenamtlich organisierten Vereinssport entstehen", hatte der mitgliederstärkste Sportfachverband des Landes argumentiert.

Zahlreiche Absagen im Fußballkreis Oberhavel/Barnim

Michael Reichert, Vorsitzender des Fußballkreises Oberhavel/Barnim freut sich vor allem für die Aktiven: "Für die Sportler und Fußballer ist das allgemein ein gutes Zeichen. Es gilt aber jetzt mehr denn je, dass sich die Fußballer, die nicht geimpft oder genesen sind, sich dann testen und die Vereine nicht im Stich lassen", sagte er auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Gerade in seinem Fußballkreis war es am ersten Punktspiel-Wochenende des Jahres zu einigen Absagen gekommen. Der FLB hatte zuvor die Spielordnung so geändert, dass bei 2G-bedingten Absagen keine Sanktionen befürchtet werden müssen.

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"Die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar", sagt Reicherts Amtskollege Hartmut Lenski aus dem Fußballkreis Havelland. "Fußball ist erwiesenermaßen kein Pandemietreiber. Im Fußballkreis Havelland hatten wir am vergangenen Wochenende schon die ersten Spiele unter 2G-Regelung durchgeführt. Die Teams sind also bereit und wir sind alle guten Mutes, dass die Saison unter 3G-Bedingungen gut zu Ende gespielt werden kann", so das FLB-Vorstandsmitglied.

Initiator der 3G-Petition ist glücklich und stolz

Glücklich und vielleicht sogar ein wenig stolz ist Ulf Brunnemann. Der 52-jährige Wittenberger (Prignitz) hatte gemeinsam mit seinem Sohn Nils jüngst eine Petition gestartet, in der das Vater-Sohn-Duo für den Amateurfußball unter 3G-Regeln plädierte. Adressaten waren der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). "Wir haben nur den Anstoß gegeben, dank der mehr als 12000 Unterzeichner konnten wir die Entscheidungsträger erreichen, ohne diese Aufmerksamkeit wäre es wohl nicht möglich gewesen", sagt Brunnemann. Dass seine größte Leidenschaft, das Spiel mit dem runden Leder, künftig wieder unter 3G-Regeln möglich ist, macht ihn vor allem für die vielen Vereine und Mannschaften glücklich, denen der Kollaps drohte. "Umso trauriger ist es, was der FLB jetzt daraus macht. Der Verband stellt sich hin und tut so, als hätte er was in die Wege geleitet. Der FLB will sich den Applaus abholen, vor wenigen Tagen war eine Unterstützung noch nicht in Sicht", betont Ulf Brunnemann, der als Trainer seine eigenen Schützlinge, die A-Junioren des FSV Veritas Wittenberge/Breese, erst vor Kurzem aus dem Landesliga-Spielbetrieb abmelden musste.

Klaus-Dieter Bartsch, Vorsitzender des Fußball-Brandenburgligisten Werderaner FC, weiß, dass die Vereine weiter gefordert sind: "Der Aufwand für die Vereine an sich wird durch 3G nicht geringer, weil es ja weiter kontrolliert werden muss. Man bietet so aber mehr Spielern die Möglichkeit, am Spielbetrieb teilzunehmen und es werden hoffentlich weniger Spiele ausfallen - und darum geht es doch am Ende, dass Fußball gespielt wird." In Werder hatte am vergangenen Wochenende das erste Brandenburgliga-Spiel unter 2G-Bedingungen stattgefunden. Das habe man "dank eines gutes Helferteams und der unkomplizierten Zusammenarbeit mit dem Gegner vom SV Zehdenick gut absichern" können, so Bartsch.

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