04. Februar 2021 / 18:38 Uhr

Landessportbund schlägt Alarm: Großer Mitgliederschwund im Nachwuchs

Landessportbund schlägt Alarm: Großer Mitgliederschwund im Nachwuchs

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Die Zukunft von morgen macht sich in Pandemiezeiten rar.
Die Zukunft von morgen macht sich in Pandemiezeiten rar. © Christian Modla
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Dramatische Lage: Der Landessportbund Sachsen (LSB) hat im Jahr 2020 einen starken Mitgliederverlust in sächsischen Sportvereinen festgestellt. Besonders Kinder und Jugendliche wenden sich vom Sport ab.

Leipzig. Der Mitgliederschwund im Landessportbund Sachsen (LSB) beträgt seit Beginn der Pandemie rund drei Prozent – das sind 20.000 Sporttreibende weniger als vor einem Jahr. Dies geht aus einer vorläufigen Auswertung der stets zu Jahresbeginn erfolgenden LSB-Bestandserhebung nach Meldung der 4.500 Vereine hervor. Gleichermaßen auffällig und alarmierend: Mit rund 12.000 Abmeldungen stellt der Altersbereich von 0 bis 14 Jahren die mit Abstand größte Gruppe – das entspricht einem Anteil von 60 Prozent am gesamten Mitgliederverlust. LSB-Generalsekretär Christian Dahms sprach am Donnerstag von einer dramatische Lage im Nachwuchsbereich: „Die Zahlen zeigen bereits jetzt das verheerende Bild, dass sich vor allem Kinder und Jugendliche vom Sport abwenden. Es kann nicht sein, dass unseren Vereinen ausgerechnet diese vulnerable Gruppe, die in ihrer Entwicklung so stark von regelmäßiger Bewegung und dem sozialen Zusammenhalt im Sport profitiert, durch Corona verloren geht!“

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Leipzigs Stadtsportbund-Vizepräsident Jens Lehmann hatte bereits am Mittwoch gegenüber dem SPORTBUZZER von einer teils beängstigenden Mitgliederentwicklung im bundesweiten Vereinssport gesprochen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete sprach nach einer Videoschalte mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann von einem Verlust von 2,5 bis 2,7 Millionen Migliedern im gesamten Deutschen Olympischen Sportbund - das sind rund zehn Prozent. In Leipzig betrage der Negativtrend im Jahr 2020 wahrscheinlich rund 4,5 Prozent (ca 4.500 Mitglieder Verlust). Kurz vor der Pandemie hatte der Stadtsportbund erstmals die Marke von 100.000 Mitgliedern geknackt.