24. Februar 2021 / 15:57 Uhr

Landessportbund und Fußball-Verband fordern Perspektiven für den Sport in Sachsen

Landessportbund und Fußball-Verband fordern Perspektiven für den Sport in Sachsen

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Berechtigte Hoffnungen auf einen Weg zurück in den Trainingsbetrieb?
Berechtigte Hoffnungen auf einen Weg zurück in den Trainingsbetrieb? © Christian Modla
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Vereinssport als Teil der Lösung: Der Landessportbund Sachsen und der Sächsische Fußball-Verband fordern Bekenntnisse für den Sport aus der Politik ein. Alarmierend ist vor allem die Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die den Vereinen den Rücken zukehren.

Leipzig. In Offenen Briefen haben der Landessportbund Sachsen (LSB) und der Sächsische Fußball-Verband (SFV) von der sächsischen Regierung Perspektiven für den organisierten Sport in der Corona-Pandemie gefordert. „Die pandemiebedingten Einschränkungen des vereinsbasierten Sports zeigen inzwischen massive Auswirkungen. Der sächsische Sport muss zeitnah stärker in den Fokus von Öffnungsszenarien genommen werden, denn die momentane Entwicklung gefährdet seine Vielfalt und Diversität“, heißt es im LSB-Schreiben, das von Präsident Ulrich Franzen und Generalsekretär Christian Dahms unterzeichnet ist.

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Der Sportdachverband verweist auf die rund 20.000 Mitglieder, die im vergangenen Jahr aus den Vereinen ausgetreten sind. Dass davon 65 Prozent Kinder und Jugendliche sind, bezeichnet der LSB als alarmierend. „Der vorwiegend ehrenamtlich organisierte sächsische Vereinssport benötigt klare Bekenntnisse der Politik und der Regierung, gezielte Maßnahmen zum Wiedereinstieg und schnelle und unbürokratische Hilfen, um seinen wichtigen gesellschaftspolitischen Aufgaben nachkommen zu können“, heißt es im LSB-Brief.

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Jetzt macht auch der Sächsische Fußball-Verband (SFV) erneut Druck. Nachdem die Sportminister der Bundesländer die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin aufgefordert haben, zeitnah wieder normalen Sportbetrieb zu ermöglichen, hat sich gestern auch SFV-Präsident Hermann Winkler ein weiteres Mal in der Sache zu Wort gemeldet: Der Vereinssport muss mit seiner gesundheitlichen, sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung bei der nächsten Diskussion um neue Lockerungen unbedingt Beachtung finden und darf nicht mehr als Teil des Problems, sondern muss endlich als Teil der Lösung betrachtet werden.“Die Sportminister sprechen von einem Rückkehrmodell, das für die Millionen aktiven Sportler zur gewohnten Aktivität in sechs Stufen verhelfen soll. Am 3. März wird Kanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs das nächste Mal über die nächsten Schritte im Umgang mit der Corona-Pandemie beraten.

Gemeinschaftsgefühl fehlt

„Unsere Vereine haben sich bisher immer zurückgenommen, haben so ihren Beitrag geleistet, und das, obwohl sie durchaus in der Lage sind, Hygienekonzepte verantwortungsvoll und wirksam umzusetzen“, betont Winkler im Vorfeld der anstehenden Entscheidung. „Das haben die Vereine bewiesen. Wir fordern deshalb, besonders für unsere Kinder und Jugendlichen, dass zumindest der Trainingsbetrieb im Fußball und im gesamten Vereinssport ab dem 7. März wieder zugelassen wird.“

In einer Konferenz der Regional- und Landesfußballverbände hatte Professor Tim Meyer, der Vorsitzende der Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Ergebnisse jüngster Untersuchungen präsentiert. Diese ergaben, dass bei fußballspezifischen Kontakten ein geringes Infektionsrisiko besteht.

Der SFV verwies zudem in einer Pressemitteilung auf eine DFB-Umfrage. Daran haben an den ersten drei Tagen haben bereits rund 50.000 Personen teilgenommen, 97 Prozent davon sind Mitglied in einem Fußballverein. 98 Prozent der bisher Befragten haben angegeben, den Amateurfußball und ihren Amateurvereinen zu vermissen, 95 Prozent wollen auf jeden Fall oder sehr wahrscheinlich nach dem Lockdown in den organisierten Fußball zurückkehren. Besonders vermisst werden laut den Zwischenergebnissen das Gemeinschaftsgefühl und das aktive Fußballspielen.


Mit dpa