25. November 2021 / 18:52 Uhr

Landkreis Peine droht die Warnstufe 2 – Verschärfung für Sportstätten

Landkreis Peine droht die Warnstufe 2 – Verschärfung für Sportstätten

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Tritt die Warnstufe 2 ein, reicht den Fußballern (hier Arminia Vechelde), die weder geimpft noch genesen sind, ein Test nicht mehr aus, um mitspielen zu dürfen.
Tritt die Warnstufe 2 ein, reicht den Fußballern (hier Arminia Vechelde), die weder geimpft noch genesen sind, ein Test nicht mehr aus, um mitspielen zu dürfen. © Ralf Büchler
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Die Gefahr ist groß, dass Corona erneut den Sportbetrieb massiv gefährdet. Schon kommende Woche könnte im Kreis Peine die Warnstufe 2 in Kraft treten, und dann dürften draußen nur noch geimpfte oder genesene Fußballer kicken. Bei den Hallensportarten würde die 2G-plus-Regel gelten: Geimpft oder genesen und getestet. 

Den Fußballern aus dem Kreis Peine droht schon in der kommenden Woche, dass ihnen ein negativer Corona-Test nicht mehr reichen könnte, um ihren Sport auszuüben. Denn seit Mittwoch gilt die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, nach der Restriktionen für den öffentlichen Bereich anhand eines Warnstufenkonzepts ermittelt werden. Für das anstehende Wochenende wird im Kreis Peine noch die Warnstufe 1 gelten – schon ab nächstem Mittwoch könnte sich das allerdings ändern.

In welcher Warnstufe sich ein Landkreis in Niedersachsen befindet, das hängt nun maßgeblich von der landesweiten Hospitalisierungs-Rate ab – also den Neuaufnahmen von Covid-Patienten in den niedersächsischen Krankenhäusern pro 100 000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage. Zum Donnerstag stieg der Wert erneut um 0,3 auf 6,6. Erst, wenn der Grenzwert (6,0) für die Warnstufe 2 an fünf Tagen am Stück – Sonn- und Feiertage ausgenommen – überschritten wird, ändern sich die Vorgaben vom Land.

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Zusätzlich zum Leitindikator Hospitalisierung muss einer von zwei weiteren Werten ebenfalls in der nächsthöheren Warnstufe angekommen sein, ehe weitere Restriktionen eintreten – entweder die landesweite Intensivbettenbelegung (8,6 Prozent am Donnerstag, derzeit noch in Warnstufe 1) oder die kreisweite Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen (213 am Donnerstag, bereits in Warnstufe 3). Montag wäre der fünfte Tag mit einer Hospitalisierungs-Rate über 6. Am übernächsten Tag – also Mittwoch, 1. Dezember – würde der Eintritt in die Warnstufe 2 erfolgen.

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Bis dahin gilt für die Fußballer aus dem Kreis Peine noch die 3G-Regel. Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen auf die Sportanlagen unter freiem Himmel. In der Warnstufe 2 ist der Zutritt dann nur noch geimpften und genesenen Personen vorbehalten. Genau das gilt aktuell schon für Hallensportler und deren Zuschauer. Durch den Eintritt in die Warnstufe 2 würde die 2G-plus-Regel in Kraft treten – ein zusätzlicher Test wäre fällig.

Für die Warnstufe 3 hat das Land Niedersachsen bisher noch keine Restriktionen festgelegt. Sie werden allerdings mindestens denen der Warnstufe 2 mit einer zusätzlichen Verschärfung entsprechen.

Ein Überblick über das Warnstufenkonzept aus der neuen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen.
Ein Überblick über das Warnstufenkonzept aus der neuen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. ©

Grenzwerte der Indikatoren

Hospitalisierung


Warnstufe 1: mehr als 3 bis höchstens 6.

Warnstufe 2: mehr als 6 bis maximal 9.

Warnstufe 3: mehr als 9.

Intensivbetten-Belegung

Warnstufe 1: mehr als 5 bis höchstens 10 Prozent.

Warnstufe 2: mehr als 10 bis höchstens 15 Prozent.

Warnstufe 3: mehr als 15.

Neuinfizierte

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Warnstufe 1: mehr als 35 bis höchstens 100.

Warnstufe 2: mehr als 100 bis höchstens 200.

Warnstufe 3: mehr als 200.

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Sollte die Warnstufe 2 kommen, würde auf Fußballplätzen die 2G-Regel gelten. Auf Bezirksebene soll noch bis zum 12. Dezember gespielt werden. Die PAZ-Sportredaktion hörte sich bei den Vereinen um, ob das überhaupt möglich wäre.

„Soweit ich weiß, sind bei unserer ersten Herrenmannschaft alle durchgeimpft“, sagt Marc Hölemann, Fußball-Obmann bei Arminia Vechelde. „Wir wären auch unter 2G-Bedingungen spielfähig.“ Er geht allerdings davon aus, dass beim Eintreten der Warnstufe 2 ohnehin die Spiele abgesagt werden. „Das wäre ja auch aufgrund des Wetteraspekts sinnvoll. Die Plätze werden zurzeit nicht besser.“ Arminia hat zwar einen Kunstrasenplatz zur Verfügung – aber in diesem Jahr kein Heimspiel mehr.

„Weiterspielen – das wäre kein Problem für uns unter 2G-Bedingungen“, sagt Bünyamin Tosun, Trainer des VfB Peine. „Wir haben nur zwei nicht vollständig Geimpfte, davon bekommt einer diesen Freitag seine zweite Impfung. Und wir haben zwei Genesene, von denen einer bereits zusätzlich eine Impfung bekommen hat.“ Tosun würde dafür plädieren, den Spielbetrieb fortzusetzen, da er den Gesundheitsschutz durch die Maßnahmen gewährleistet sieht.

„Die Impfquote sieht bei uns gut aus. Wir könnten weiterspielen“, sagt Viktoria Woltwiesches Trainer Frank Langemann. Er würde allerdings in Anbetracht der aktuellen Inzidenzzahlen dafür plädieren, den Spielbetrieb für dieses Jahr abzusagen. „In den Kreisen Salzgitter und Nordharz wurden die Spiele abgesagt – das ist bei uns gleich nebenan. Wir sind doch keine anderen Menschen! Das sollte einheitlich geregelt werden. Wir sind Freizeitfußballer, da steht die Gesundheit im Vordergrund. Erst dann kommt das Sportliche.“

In Salzgitter tritt am Sonntag der SV Lengede zum Nachbarschaftsduell beim KSV Vahdet an. Personalprobleme dürfte auch der Landesligist nicht bekommen. „Von 25 Leuten im Kader sind nur zwei nicht geimpft“, erklärt Trainer Dennis Kleinschmidt. Einer der beiden sei allerdings gerade dabei, sich impfen zu lassen. Der Coach ist selber zwiegespalten: „Ich habe mir auch schon gedacht, dass man lieber pausieren sollte. Ich bin aber auch froh, dass gespielt wird.“

Keine Probleme bekommt auch der TSV Wendezelle, Aufstiegsaspirant in der Bezirksliga. „Bei uns sind tatsächlich alle Spieler geimpft“, erklärt Trainer Thomas Mainka, der auf dem Fußballplatz wenig von der 2G-Regel hält. „50 000 Leute sitzen im Stadion, Diskotheken sind offen. Sogar in der Mensa und im Supermarkt ist die Ansteckungsgefahr höher als auf dem Fußballplatz.“

Nils Könnecker, Trainer des TSV Arminia Vöhrum, wollte sich nicht zum Impfstand seiner Mannschaft in der Bezirksliga-Meisterrunde äußern. Sollte die Warnstufe 2 mit der 2G-Regel aber kommen, „dann müssen wir das eben so akzeptieren“, meint der Coach.

Von Lukas Everling