14. Mai 2021 / 20:08 Uhr

Landratsamt entscheidet: Familien der Bayern-Profis müssen Quarantänehotel sofort verlassen

Landratsamt entscheidet: Familien der Bayern-Profis müssen Quarantänehotel sofort verlassen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bayern-Spieler um Corentin Tolisso und Niklas Süle müssen im Quarantäne-Trainingslager ab sofort ohne ihre Familien auskommen.
Die Bayern-Spieler um Corentin Tolisso und Niklas Süle müssen im Quarantäne-Trainingslager ab sofort ohne ihre Familien auskommen. © IMAGO/Lackovic/Nordphoto/Montage
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Dass die Stars des FC Bayern München gemeinsam mit ihren Familien das Quarantänehotel in Grassau nahe dem Chiemsee bezogen haben, sorgte bereits für Wirbel. Nun hat das Landratsamt Traunstein für Klarheit gesorgt. Laut Berichten der Bild sowie der "TZ" und des "Münchener Merkur" müssen die Frauen und Kinder der FCB-Stars das Hotel verlassen.

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Keine Familienidylle im Quarantänetrainingslager des FC Bayern München: Laut übereinstimmenden Medienberichten müssen die Familienangehörigen, die mit den FCB-Profis ins Mannschaftshotel in Grassau gezogen sind, das Hotel sofort wieder verlassen. Das habe das Landratsamt Traunstein (der Landkreis, in dem Grassau liegt) am Freitag so entschieden. Sowohl die Bild als auch die in München ansässige "TZ" und der Münchener Merkur verbreiteten am Freitagabend eine Stellungnahme des Landratsamts. "Zwar ist die Durchführung derartiger Trainingslager für Berufssportler nach den aktuellen Bestimmungen grundsätzlich möglich. Nicht erlaubt ist aber, dass dabei Angehörige im Hotel untergebracht sind, die mit der Durchführung des Trainingsbetriebs nichts zu tun haben", heißt es. Privatpersonen dürften angesichts der Corona-Lage nicht in Hotels übernachten – Profisportler allerdings schon.

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Angebote, die nicht der Übernachtung, Verpflegung oder dem Trainingsbetrieb der Berufssportler dienten, seien einzustellen. Sollten bei der angekündigten Prüfung Verstöße festgestellt werden, würden diese konsequent geahndet. "So gerne wir den FC Bayern bei uns zu Gast haben – klar ist: Regeln gelten für alle gleich", hieß es in dem Schreiben.

Nachdem ein paar Spielerfrauen sich wie die Münchner Fußball-Profis und der Betreuerstab den Anforderungen des Hygienekonzepts mit Corona-Tests und häuslicher Quarantäne unterzogen hatten, durften sie zu ihren Männern in das Mannschaftshotel ziehen, zumindest aus Sicht des FC Bayern und der DFL. Die Möglichkeit nahm nach dpa-Informationen vom Donnerstag eine Handvoll Frauen wahr, sehr wenige kleine Kinder waren auch dabei – hatten dabei aber nicht die Rechnung mit dem Landratsamt gemacht. Nun droht dem deutschen Meister offenbar eine Strafe.



DFL gab grünes Licht für Bayern-Pläne mit Angehörigen

Für alle Familienangehörigen galten die strengen Vorgaben des Hygienekonzepts der DFL. Die DFL hatte am Donnerstag noch grünes Licht für die Bayern-Aktion gegeben – denn gegen das Hygienekonzept sei nicht verstoßen worden. "Voraussetzung für den gesamten teilnehmenden Personenkreis ist dabei, dass alle Vorgaben des medizinisch-hygienischen Konzepts umgesetzt und eingehalten wurden und werden, insbesondere auch die vorherige 'Quasiquarantäne' und die tägliche Testung", sagte ein DFL-Sprecher am Donnerstag dem Kicker. Ob der Verband über das Vorgehen der Münchner informiert war und die anderen Vereine von der Möglichkeit, die Familien mit ins Trainingslager zu nehmen, wussten, wollte die DFL nicht sagen.

Vom 12. Mai an mussten sich die deutschen Profivereine vor den letzten beiden Spieltagen in ein Quarantänetrainingslager begeben. Der deutsche Rekordmeister logiert in Grassau am Chiemsee. Für das Auswärtsspiel am Samstag beim SC Freiburg dürfen die Bayern-Stars das Hotel verlassen. Bayern-Trainer Hansi Flick hatte bereits darauf hingewiesen, dass das Hotel keinen großen Unterschied zum vorherigen Saisonalltag ausgemacht hatte. "Wir sind eh hier am Arbeitsplatz und dann zu Hause. Viel dazwischen gibt es nicht. Es ist dann halt so: Du trainierst und gehst dann auf dein Zimmer im Hotel", hatte Flick gesagt. "Ich bin froh, wenn die Saison vorbei ist und wir alle mal ein bisschen durchatmen können." Für die Nationalspieler geht es dann aber schon mit der EM-Vorbereitung weiter.