09. April 2020 / 17:19 Uhr

Landtag stimmt zu: Sachsens Sportvereine erhalten finanzielle Hilfen in Millionenhöhe

Landtag stimmt zu: Sachsens Sportvereine erhalten finanzielle Hilfen in Millionenhöhe

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Sachsens Landtag kam zu einer Sondersitzung zusammen.
Sachsens Landtag kam zu einer Sondersitzung zusammen. © dpa
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Die Coronakrise und ihre Folgen treffen nicht nur Profi- sondern auch Breitensportvereine. Deren Not soll mit einem 20 Millionen Euro umfassenden Hilfspaket des Freistaats Sachsen gemildert werden. Der Landtag machte dafür am Donnerstag den Weg frei.

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Leipzig. Sachsens Landtag hat den Weg frei gemacht, um den Sportvereinen des Freistaats bei der Bewältigung der Coronakrise unter die Arme zu greifen. Die Parlamentarier beschlossen in ihrer Sitzung am Gründonnerstag einen entsprechenden Nachtragshaushalt, der umfangreiche Mittel für zahlreiche Belange zur Verfügung stellt. Etwa 20 Millionen Euro stehen dabei für sportliche Belange zur Verfügung, je hälftig als Zuschüsse und Darlehen.

Karsten Günther, Sprecher der Initiative „TeamSport Sachsen“ zeigte sich im Nachgang erleichtert. „Wir sind sehr froh, dass das so schnell und mit positiven Ausgang über die Bühne ging.“ 21 Vereine im Freistaat hatten sich Mitte März zusammengeschlossen und waren mit zahlreichen Vorschlägen sowie der Bitte um Hilfe an die Staatsregierung herangetreten. „Wir sind dankbar, dass das Parlament nun den Weg dafür geebnet hat.“ Dennoch bleibe viel zu tun. In der kommenden Woche will das Regierungskabinett über eine konkrete Förderrichtlinie entscheiden. „Erst danach folgt die konkrete Umsetzung. Aufatmen können wir, wenn der erste Verein Geld auf dem Konto hat“, so Günther.

Kurzfristige Liquiditätsengpässe meistern

Geplant ist die kurzfristige und unbürokratische Vergabe von Zuschüssen zur Existenzsicherung bis zu 10.000 Euro an Breitensportvereine. Außerdem besteht für Profivereine in Abhängigkeit vom Liquiditätsbedarf die Möglichkeit, ein zinsloses Darlehen bis zu 500.000 Euro zu erhalten. Das Darlehen wird auf eine Laufzeit von zehn Jahren angelegt, ist drei Jahre tilgungsfrei und wird nachrangig gewährt.

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„Ich denke, dass auf diese Weise sehr vielen Clubs geholfen werden kann, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu meistern“, sagt Karsten Günther. Die Betonung liege dabei allerdings auf kurzfristig. „Mittelfristig wird es weitere Maßnahmen brauchen. Da geht es dann eher darum, Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass sich die durch Corona gebeutelten Wirtschaftsunternehmen trotzdem weiter im Sport engagieren können.“ Deshalb sei die Arbeit der Initiative auch noch nicht vorbei. „Wir werden den Dialog mit den politisch Verantwortlichen nicht abbrechen lassen und uns weiter mit konkreten Vorschlägen einbringen.“

DHfK-Handballer werden Hilfe brauchen

Zu „TeamSportSachsen“ gehören unter anderem die Fußballclubs Dynamo Dresden, FSV Zwickau, Erzgebirge Aue und RB Leipzig, aber auch die Dresdner Eislöwen, die Eispiraten Crimmitschau, die Dresden Titans und der HC Rödertal.

Auch die Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig sind dabei und werden die nun beschlossene staatliche Hilfe in Anspruch nehmen (müssen). Das bestätigte Karsten Günther, der im „Hauptberuf“ als Geschäftsführer die Geschicke der Profis lenkt, auf SPORTBUZZER-Nachfrage. „Ja, wir werden mit den Handballern spätestens in der nächsten Saison, eventuell auch schon ein Stückchen davor darauf angewiesen sein. Das gilt auch für den Gesamtverein.“ Der SC DHfK ist der erfolgreichste Verein der Welt, versammelt in seiner Geschichte zahlreiche Olympiasieger, Welt- und Europameister in verschiedenen Disziplinen in seinen Reihen. Aktuell wirbt der Club für eine Crowdfunding-Aktion, die die nach eigenen Angaben monatlichen Verluste von rund 100.000 Euro abmildern soll.

Auch für die DHfK-Handballer gelte, dass es sich bei der Förderung der Landesregierung nur um eine kurzfristige Hilfe handele. „Für die nächste Zeit ist es unsere Aufgabe, unsere ganz eigenen Rahmenbedingungen anzupassen“, so Günther. Es gehe darum Kosten zu sparen und „uns auf ein angemessenes Maß zu verkleinern“.