16. Februar 2021 / 12:25 Uhr

Langer Weg zum Comeback: Wie Erzgebirge Aues Kalig für seine Rückkehr kämpft

Langer Weg zum Comeback: Wie Erzgebirge Aues Kalig für seine Rückkehr kämpft

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fabian Kalig
Auf dem Platz zeigt Fabian Kalig (l.) immer vollen Einsatz. © Getty Images
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Im Oktober 2019 bestritt Fabian Kalig sein vorerst letztes Spiel für Erzgebirge Aue. Seitdem pausiert der Verteidiger wegen einer schweren Knieverletzung. Dazu läuft der Vertrag des Familienvaters Ende Juni aus.

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Aue. Endlich wieder das Trikot überstreifen, mit der Mannschaft ins Stadion einlaufen und dort gegen den Ball treten. Der Traum vom Comeback wird für Fabian Kalig zum Geduldsspiel. "Ich habe relativ schnell gemerkt, dass es bei dieser Verletzung keinen verlässlichen Zeitplan gibt. Sollte ich wieder vollständig gesund werden und Leistungssport betreiben können, ist der Plan im Nachhinein aufgegangen", sagt der Abwehrspieler von Zweitligist FC Erzgebirge Aue demütig.

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Ein Rückblick: Am 18. Oktober 2019 gewinnen die "Veilchen" mit 4:3 gegen den 1. FC Nürnberg. Kalig spielt über die volle Distanz und feiert nach dem Schlusspfiff mit den Teamkollegen den denkwürdigen Sieg. Wenige Tage später wacht der Verteidiger mit einem stark geschwollenen Knie auf. Kurz darauf folgt die niederschmetternde Diagnose: Komplizierter Knorpelschaden.

"Nachdem mir der Arzt anhand der MRT-Bilder erklärt hat, wie es in meinem Knie aussieht, hat er mich nochmal zum Röntgen geschickt. In dieser einen Stunde ging mir viel durch den Kopf – auch ein mögliches Karriereende", erzählt der 27-Jährige. "Aber der Arzt hat mir anschließend relativ schnell ein gutes Gefühl gegeben und mir positive Aussichten gestellt. Ab diesem Moment war ich wieder optimistisch. Das hält bis jetzt zum Glück an."

Familie sorgt für Ablenkung

Kalig wurde zwei Mal operiert. Beim ersten Eingriff wurde ihm ein Stück Knorpel entfernt, der im Labor angezüchtet und bei der zweiten Operation wieder eingepflanzt wurde. "Das war ein komplizierter Eingriff und nicht immer angenehm. Ich bin aber froh, dass alles gut funktioniert hat", erklärt der Profi.


Drei Monate lang konnte sich Kalig nur auf Krücken fortbewegen. Seine Schritte zurück auf den grünen Rasen sind klein, die Sehnsucht nach Fußball ist umso größer. "Inzwischen ist die Lust schon wieder da und es kribbelt in den Beinen, wenn ich im Stadion sitzen kann", meint der gebürtige Wiesbadener, der sich derzeit einem intensiven Reha-Programm unterzieht. "Anfang März habe ich den nächsten Termin beim Arzt. Bis dahin will ich einen guten Ausdauerlauf absolvieren können, um das Knie mehr zu belasten. Sollte das klappen, steht der Arbeit mit dem Ball nichts mehr im Weg."

Die notwendige Ablenkung bei seinem harten Kampf für das Comeback findet Kalig zu Hause bei Ehefrau Anne und seinem zwei Monate alten Töchterchen Lotte. "Meine Familie hat mir in den vergangen Wochen und Monaten besonders geholfen. Schon die Schwangerschaft meiner Frau war eine willkommene Abwechslung für mich. Ich habe es genossen, sie zu unterstützen. Das wäre ohne die Verletzung vielleicht nicht so intensiv möglich gewesen", berichtet der Familienvater.

"Werden Angebot machen"

Ab welchem Zeitpunkt Kalig im Training wieder den Körperkontakt suchen und Zweikämpfe führen kann, hängt vor allem davon ab, wie sein Knie auf die Belastung reagiert. Er will kein unnötiges Risiko eines Rückfalls eingehen. Dabei befindet sich Kalig, wie er selbst sagt, in einer durchaus "speziellen Situation".

Denn sein Vertrag beim FC Erzgebirge läuft Ende Juni aus. In einer Zeit, in der Fußballclubs aufgrund der Corona-Pandemie sparen müssen, eigentlich keine rosigen Aussichten für einen langzeitverletzten Spieler. "Ich habe mir aber noch nie Gedanken darüber gemacht, dass es für mich hier ab Sommer nicht weitergehen könnte", sagt Kalig. Gespräche mit dem Vorstand über eine Verlängerung hat es bislang noch keine gegeben. "Aber ich bin im guten Austausch mit den Verantwortlichen, habe immer viel Rückendeckung erfahren und wurde super unterstützt. Ich hoffe, dass wir uns demnächst in Ruhe unterhalten werden", äußert sich Kalig zuversichtlich.

Mehr zu Erzgebirge Aue

Vereinspräsident Helge Leonhardt macht Kalig auf dpa-Nachfrage Hoffnung auf eine Zukunft im Erzgebirge. "Fabian ist ein Mentalitätsspieler mit einem sauberen Charakter. Wenn er körperlich wieder zu einhundert Prozent fit ist, werden wir ihm mit Sicherheit ein Angebot entsprechend unseres Budgets machen", sagte der Aue-Boss.

Wutzler/dpa