09. März 2022 / 21:58 Uhr

Langes Zittern: Grizzlys Wolfsburg siegen 2:1 in Schwenningen

Langes Zittern: Grizzlys Wolfsburg siegen 2:1 in Schwenningen

Marvin Sonnemann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Enges Spiel: Die Grizzlys (v. l. Tyler Gaudet und Gerrit Fauser) mussten bei den Wild Wings um Goalie Joacim Eriksson lange zittern. 
Enges Spiel: Die Grizzlys (v. l. Tyler Gaudet und Gerrit Fauser) mussten bei den Wild Wings um Goalie Joacim Eriksson lange zittern.  © IMAGO/Eibner
Anzeige

Der Kampf um Platz zwei in der DEL-Hauptrunde bleibt spannend - und die Grizzlys sind weiter mittendrin. Beim 2:1-Erfolg am Mittwochabend in Schwenningen tat sich der Wolfsburger Eishockey-Erstligist aber lange schwer.

Die Ping-Pong-Serie der Grizzlys Wolfsburg geht weiter: Der Eishockey-Erstligist gewann am Mittwochabend sein Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings mit 2:1 (1:0, 0:0, 1:1) und erhöhte damit die Reihe der Spiele, in denen sich Niederlage und Sieg abwechseln, auf acht. Gegen stark dezimierte Gäste erzielten Trevor Mingoia und Toto Rech die Tore für die Niedersachsen, die vor allem in der Schlussphase nochmal zittern mussten. Weil Mannheim zeitgleich mit 4:3 gegen Ingolstadt gewann, bleibt Wolfsburg Dritter - mit knappem Rückstand in der Quotientenwertung.

Anzeige

Das Personal

Kapitän Sebastian Furchner und Neuzugang Alexandre Mallet blieben angeschlagen in Wolfsburg, auch Jared Coreau sowie der gesperrte Darren Archibald traten die Reise nach Süddeutschland nicht mit an. Thomas Reichel war zwar wieder fit, aber bei Kooperationspartner Hannover Indians für das Stadt-Derby gegen die Scorpions eingeplant. Armin Wurm nahm wie schon gegen Straubing auf der Tribüne Platz, dafür kehrte Phil Hungerecker zurück. Auch Toto Rech war wieder mit dabei. Weil Archibald fehlte, musste Headcoach Mike Stewart seine offensive Reihe etwas umbauen: Chris DeSousa und Trevor Mingoia stürmten zusammen mit Jonas Enlund.

Das Spiel

Die Wild Wings konzentrierten sich in der Anfangsphase auf ihr Konterspiel und kamen so mehrere Male gefährlich vor das Tor des ehemaligen Schwenningers Dustin Strahlmeier, der aber nichts zuließ. Nach neun Minuten waren es stattdessen die Gäste, die nach einem Konter durch Mingoia in Führung gingen. Der Grizzlys-Stürmer nutzte eine Zwei-gegen-Eins-Situation eiskalt für seinen 15. Saisontreffer aus. Schwenningen zeigte sich davon aber unbeeindruckt und hatte teils Großchancen auf den Ausgleich. Doch der Wolfsburger Goalie erwies sich im ersten Drittel als nicht zu knackende Nuss.

Defensive steht, Tor zählt nicht

Selbst eine zwischenzeitliche Fünf-gegen-Drei-Situation zu Beginn des zweiten Drittels brachte die Schwenninger, die zu diesem Zeitpunkt 12:6 Torschüsse abgefeuert hatten, nicht auf die Anzeigetafel. Statt weiterer Tore sammelten die Grizzlys aber eher Strafminuten: Ganze zehn waren es bereits nach 30 Minuten (bei zwei der Wild Wings). Glück für das Stewart-Team, dass der Wolfsburger Defensiv-Verbund - wie Goalie Strahlmeier - auf der Höhe war.

Anzeige

Dann der Aufreger der Partie: Nach einem Distanzschuss trudelte die Scheibe Richtung Schwenningen-Tor, Luis Schinko arbeitete energisch vor Wings-Goalie Joacim Eriksson und Rech stupste sie am Ende über die Linie, ehe ein Tumult ausbrach. Die 2:0-Führung für die Grizzlys war es jedoch nicht: Die Schiedsrichter entschieden per Videobeweis auf Torhüter-Behinderung, der Treffer wurde zurückgenommen. Statt eines Treffers hatte Schinko lediglich ein blaues Auge von Tomas Zaborsky verpasst bekommen.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Turbulente Schlussphase

"Wir haben mehr Spieler auf der Bank, wir müssen mehr laufen und sie müde machen", hatte Gerrit Fauser nach dem zweiten Drittel bei Magentasport noch gefordert. Müde wurden die Gastgeber, die ihrerseits eine Drei-gegen-Fünf-Unterzahl überstehen konnten, zwar nicht - dennoch konnten die Grizzlys erhöhen. Fabio Pfohl brachte den Puck halb stehend, halb liegend zu Rech, der sich die Gelegenheit nicht nehmen ließ und die Wolfsburger Führung ausbaute.

Die Partie war damit aber noch nicht entschieden, denn die Wild Wings kamen knapp sechs Minuten vor Abpfiff durch einen Powerplay-Treffer von Alexander Karachun noch mal ran. Es entwickelte sich eine intensive Schlussphase, Schwenningens Niclas Burström musste mit großer Strafe vom Eis, auf beiden Seiten flogen die Scheiben gefährlich in Richtung der Goalies. Am Ende waren es vor allem die Grizzlys, die sich in Schwenninger Schüsse warfen - und das Ergebnis so über die Zeit retteten.

Nach hartem Kampf "letztendlich den Sieg geholt"

Wir haben gewusst, dass es nicht leicht werden würde“, analysierte Headcoach Stewart nach Abpfiff. Die Umstellung auf das kleinere Eis in Schwenningen (60 mal 26 statt 60 mal 30 Meter) war auch für ihn „nicht ohne“, doch die Grizzlys hätten sich davon nicht ablenken lassen: „Wir haben mehr Schüsse aufs und mehr Verkehr vors Tor gebracht, haben mehr Druck ausgeübt und letztendlich den Sieg geholt.“

Auch gegen die Wild Wings war es aus Grizzlys-Sicht ein unangenehmes Spiel, der Gegner stellte die Wolfsburger vor einige Probleme. „Im Laufe der Zeit gibt es solche Partien, in denen du einen Weg finden musst“, sagte Stewart. „Das haben wir zuletzt nicht gemacht, obwohl wir sehr gutes Eishockey gespielt haben.“ Die passende Lösung hatten die Wolfsburger dieses Mal aber parat. Zwar sei es auch heute „nicht perfekt“ gewesen, aber Stewart hat gesehen, wie seine Jungs gekämpft haben. Das Wichtigste: „Letztendlich können wir den Sieg mit nach Wolfsburg nehmen.“

Zweikampf um Platz zwei

Mit diesem Erfolg der Grizzlys entwickelt sich hinter Spitzenreiter Eisbären Berlin mehr und mehr ein echter Kampf um Platz zwei. Die Wolfsburger stehen als Tabellendritter bei 84 Punkten aus 46 Partien (1,826 Punkte), davor rangieren die Adler Mannheim mit 79 Punkten aus 43 Spielen (1,837). Beide Teams müssen am kommenden Wochenende doppelt ran: Die Grizzlys empfangen Ingolstadt (Platz sechs) und Köln (10), während Mannheim zunächst den Tabellenführer zu Gast hat und anschließend zum Vierten nach München muss.

Statistik

  • Wild Wings: Eriksson – Burström, Spornberger; Weber, Huss; Robak, Zernikel – Karachun, Pollock, Spink; George, Möchel, Zaborsky; Alberg, Hadraschek, Bassen; Feist.
  • Grizzlys: Strahlmeier – Bittner, Melchiori; Möser, Murray; Krupp, Button – Mingoia, DeSousa, Enlund; Machacek, Gaudet, Fauser; Schinko, Pfohl, Rech; Nijenhuis, Festerling, Hungerecker.
  • Tore: 0:1 (09:12) Mingoia (Melchiori), 0:2 (49:20) Rech (Pfohl), 1:2 (51:16) Karachun (Zaborsky/Burström).
  • Schiedsrichter: Bruggeman/Rantala.
  • Zuschauende: 1806. - Strafminuten: Wild Wings 24 / Grizzlys 16.

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.