16. April 2021 / 18:26 Uhr

„Langjährige Stütze“ und Rechtsaußen-Talent verlassen den MTV Groß Lafferde

„Langjährige Stütze“ und Rechtsaußen-Talent verlassen den MTV Groß Lafferde

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Felix Büttner (rechts) überzeugte stets mit seiner Wurfgewalt aus dem Rückraum, Jan-Bennet Kanning (links) mit seinen Toren von der Außenposition. Nun verlassen beide den MTV Groß Lafferde.
Felix Büttner (rechts) überzeugte stets mit seiner Wurfgewalt aus dem Rückraum, Jan-Bennet Kanning (links) mit seinen Toren von der Außenposition. Nun verlassen beide den MTV Groß Lafferde. © Ralf Büchler
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In der Aufstiegssaison 2017/18 war Felix Büttner ein entscheidender Faktor für den MTV Groß Lafferde, doch nach fünf Jahren verabschiedet sich der 31-Jährige. Beruflich zieht es ihn in seine Heimat Kiel. Zudem will sich Rechtsaußen Jan-Bennet Kanning in der 3. Liga beweisen.

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Spieler kommen, Spieler gehen – doch diese beiden Abgänge wiegen bei den Handballern des MTV Groß Lafferde schwer. Mit Felix Büttner verliert das Team von Trainer Dennis Bühn eine „langjährige Stütze, in der Abwehr wie im Angriff“. Den 31-Jährigen, der zwischendurch Kapitän des Verbandsligisten war, zieht es aus beruflichen Gründen zurück in seine Heimat Kiel. Außerdem will sich der junge Rechtsaußen Jan-Bennet Kanning beim Drittligisten MTV Braunschweig versuchen. In der derzeit laufenden Relegationsrunde zur 2. Liga kam der 20-Jährige bereits am vergangenen Wochenende zum Einsatz und erzielte seinen ersten Treffer für die Mannschaft des Trainers und gebürtigen Bortfelders Volker Mudrow.

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Im Jahr 2015 hatte es Felix Büttner an den Lafferder Busch verschlagen. „Sein Abgang tut auf jeden Fall weh“, sagt Trainer Dennis Bühn über den Rückraumspieler, der in den vergangenen sechs Jahren „dem Team maßgeblich seinen Stempel aufgedrückt hat“. In der Aufstiegssaison 2017/18 war Büttner ein entscheidender Faktor und half danach, das Team in der Verbandsliga zu etablieren. Wäre es nur nach dem Sportlichen gegangen, dann wäre der 31-Jährige beim MTV geblieben. Weil er aber eine neue Stelle angetreten hat, muss Büttner nach Kiel umziehen. Dort wird er künftig wieder für den TSV Kronshagen spielen, bei dem er mit dem Handball begonnen hatte.

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Eine tolle Entwicklung hatte beim MTV Groß Lafferde der 20-Jährige Jan-Bennet Kanning nach seinen Jugendjahren im Verein genommen. Nun will er sich bei einem höherspielenden Klub versuchen. „Wir bedauern es sehr, dass er geht, aber ich finde es gut, dass er sich weiterentwickeln möchte. Der Weg zurück wird für ihn immer offen bleiben“, erklärt Dennis Bühn, der bereits einen Ersatz für die Position des Rechtsaußen im Blick hat. Henrik Frühling, der seit längerem wegen einer Verletzung am Schultereckgelenk ausgefallen war, ist ebenfalls Linkshänder. Er habe schon bewiesen, wie wertvoll er auf dieser Position ist.

Bis zum Start der neuen Saison im September wolle der Groß Lafferder Coach die Augen nach Verstärkungen offen halten. „Auch so haben wir einen konkurrenzfähigen Kader, wir sind auf allen Positionen gut besetzt“, erklärt er. In der neuen Serie kann er auch auf Arne Hansen und Kevin Winkler aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen.

Büttner: „Gefühl, in die Halle zu kommen, wird mir fehlen“

Herr Büttner, erinnern Sie sich noch, wie Sie zum MTV Groß Lafferde gekommen sind?

Ich habe 2015 in einem Fitnessstudio in Peine gearbeitet und ein Lafferder Spieler aus der Zweiten hat unter mir trainiert. Der hat mich dann gefragt, ob ich zu einem Probetraining kommen möchte, und danach wurde ich dann auch gleich einkassiert (lacht). Ich hatte ein Gespräch mit dem damaligen Trainer Gerrit Meyer und der hat gesagt, dass ich sofort beim MTV anfangen könne.

Was waren für Sie die Highlights in Groß Lafferde?

Sportlich ganz klar der Aufstieg in die Verbandsliga. Mental waren wir da vielleicht schon etwas zu früh aufgestiegen und haben es nochmal ein bisschen knapp werden lassen. Dann haben wir uns aber zum Glück doch wieder zusammengerissen und uns am Ende den Aufstieg auch verdient. Menschlich war es der Zusammenhalt im Team, vor allem bei der jährlichen Saisonvorbereitung in Barsinghausen. Mit dem Team konnte man zusammen am Abend etwas trinken und dann am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder hart schuften.

Was werden Sie vermissen?

Das Wir-Gefühl im Verein. Vom Vorstand bis zum Zuschauer hatte ich das Gefühl, dass mich jeder kennt. Da wird man vor dem Spiel auch mal auf dem Parkplatz schon von vielen begrüßt und spricht auch nach der Partie noch mit den ganzen Leuten. Dieses Gefühl, in die Halle zu kommen, das wird mir fehlen.

Werden Sie den MTV Groß Lafferde weiter verfolgen?

Natürlich. Unsere Fitnesskette hat auch eine Filiale in Hannover. Wenn ich mal in der Nähe bin, komme ich bestimmt auch nach Groß Lafferde. Im Sommer soll es auch noch ein Abschiedsspiel geben, sofern es möglich ist. Darauf freue ich mich.

Was möchten Sie dem Verein noch sagen?

Ein ganz großes Danke, dass mich alle damals als Neuankömmling sofort aufgenommen haben. Unter Dennis Bühn und Matti Krause habe ich dann trotz meines Alters Ende 20 mein Level noch einmal erhöht, die beiden haben mir sehr geholfen. Danke auch an die Zuschauer. Dass die mit drei, vier Bussen sogar zu den Auswärtsspielen fahren, ist nicht selbstverständlich.

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Kanning: „Einfach war die Entscheidung auf keinen Fall“

Herr Kanning, wie kam denn Ihr Wechsel zum MTV Braunschweig zustande?

Ich habe mit dem Trainer Volker Mudrow schon länger Kontakt. Er hatte mich schon häufiger angerufen und jetzt hat es mit dem Wechsel geklappt – auch wegen der ganzen Corona-Situation und der Pause im Amateursport.

Ist Ihnen diese Entscheidung leicht gefallen?

Auf keinen Fall, das war eine der schwierigsten Entscheidungen in meinem Leben. Ich spiele in Groß Lafferde Handball seit ich sechs Jahre alt bin. Und speziell Dennis Bühn und Matthias Krause habe ich viel zu verdanken. Die haben mich schon als 17-Jährigen zu den Herren geholt. Zusammen mit der A-Jugend-Zeit habe ich mehr als fünf Jahren mit ihnen zusammengearbeitet. Einfach war diese Entscheidung auf keinen Fall.

In Braunschweig dürfen Sie trainieren. Wie läuft das ab?

Dadurch, dass der MTV an der Aufstiegsrunde teilnimmt, hat der Verein die Genehmigung bekommen – aber auch erst vor einem Monat. Ich bin jetzt seit zweieinhalb Wochen dabei und bin froh, wieder in der Halle spielen zu können. Wir haben aber strenge Auflagen: Zweimal pro Woche testen wir uns und dann noch einmal vor den Spielen. Deshalb müssen wir eine Stunde früher da sein, aber wir hatten zum Glück noch keinen positiven Fall. Wir trainieren zwar ganz normal mit Körperkontakt, versuchen aber – wo es geht – den Abstand einzuhalten.

Das erste Spiel verlor Ihr Team mit 29:32 gegen Hildesheim. Sind Sie dennoch zufrieden?

Ich hätte nicht gedacht, dass ich gleich 15, 20 Minuten ran darf und bin sehr froh darüber. Mit Glück wäre mehr drin gewesen für uns. Ich hatte nur einen einzigen Abschluss und der war drin. Im ersten Drittliga-Spiel ein Tor zu werfen ist wohl nicht so schlecht. Im Vergleich zur Verbandsliga ist es aber eine enorme Umstellung für mich.