18. April 2019 / 07:16 Uhr

Lars Stindl über seinen Schienbeinbruch in Hannover: "Wenn es etwas Gutes hatte..." 

Lars Stindl über seinen Schienbeinbruch in Hannover: "Wenn es etwas Gutes hatte..." 

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Lars Stindl (links) und Professor Doktor Helmut Lill besprechen sich.
Lars Stindl (links) und Professor Doktor Helmut Lill besprechen sich. © Florian Petrow
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Mittlerweile ist Lars Stindl, der Kapitän von Borussia Mönchengladbach, ins Rheinland zurückgekehrt. Der SPORTBUZZER hat den ehemaligen 96er am Tag der Entlassung aus der Klinik nach seiner schweren Verletzung beim Spiel gegen die Roten im Friederikenstift besucht.

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Nach den Spielen wird dann oft gewitzelt, meistens hat Borussia Mönchengladbach gewonnen gegen Hannover 96 und der Kapitän der "Elf vom Niederrhein", Lars Stindl, entsprechend gute Laune. Dieses Mal spielte Stindl keine 31 Sekunden in Hannover. Matthias Ostrzolek hatte ihn hart und unglücklich erwischt und dem Confed-Cup-Sieger das Schienbein gebrochen.

Traurige SMS für Chefarzt Lill

Sein Freund Jan Schlaudraff lief die Treppen von der Tribüne in die Kabine, stand Stindl in der Kabine bei, 96 organisierte den Transport ins Diakovere Friederikenstift in der Calenberger Neustadt. Chefarzt Helmut Lill bekam zu Hause die SMS: Notfall, Schienbeinbruch, Stindl liegt auf dem OP-Tisch. "Ich hätte ihn gerne unter schöneren Voraussetzungen wiedergesehen", sagte Lill.

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Lars Stindl (links) und Professor Doktor Helmut Lill besprechen sich.
Lars Stindl (links) und Professor Doktor Helmut Lill besprechen sich. © Florian Petrow
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Er stieg ins Auto und fuhr anderthalb Stunden in die Klinik. Mit drei Nägeln fixierte er Stindls gebrochenes Schienbein. Lill hatte keinen Dienst, half trotzdem sofort: "Eine Selbstverständlichkeit, Lars Stindl ist einer der sympathischsten Profis, die ich kenne."

Immerhin ein glatter Bruch

Ein glatter Bruch, wenn schon, dann so: Im Juli wird Stindl wieder vor den Ball treten können, sich rantasten ans Mannschaftstraining. Stindl hatte Glück im Unglück. "Das ist unglaublich hart", sagt er dennoch, als der SPORTBUZZER ihn besucht auf Zimmer 15 in der Orthopädie. Kurios übrigens: Vor fünf Wochen lag Matthias Ostrzolek noch im Nachbarzimmer 16 mit mehreren Rippenbrüchen.

Bilder aus der Karriere von Lars Stindl.

Nach ersten Fußballjahren beim TSV Wiesental schloss sich Lars Stindl dem Karlsruher SC an und wurde 2007 aus der Jugend zum Profiteam hochgestuft. Zur Galerie
Nach ersten Fußballjahren beim TSV Wiesental schloss sich Lars Stindl dem Karlsruher SC an und wurde 2007 aus der Jugend zum Profiteam hochgestuft. ©

"Matze hat sich bei mir gemeldet", sagt Stindl versöhnlich. Er ist nicht nachtragend oder wütend. Einfach nur traurig. Kein Wunder, vor einem Jahr hatte er sich vor der WM Russland das Syndesmoseband gerissen. Stindl ist inzwischen 30 Jahre alt, aber sehr lange wird er mit dem Bruch nicht ausfallen. In einem Jahr in der Sommerpause 2019/20 wird es nochmal nervig, weil er sich Nägel operativ entfernen lassen muss.

Stindl denkt gern an alte Zeiten zurück

Bei der Visite mit Professor Doktor Lill, den Stindl noch als Mannschaftsarzt der Roten aus den großen Europapokalzeiten kennt, beruhigt der Operateur den Patienten. Stindl selbst mag nicht über seine Verletzung reden, er spricht lieber von alten Zeiten, fragt interessiert nach: Was ist mit 96 los? Eines wollte er aber selbst loswerden: "Ein riesen Dank an alle für die Anteilnahme. Wenn es etwas Gutes hatte, dann, dass es in Hannover passiert ist." Am besten, Lars Stindl passiert so etwas nie wieder.

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Das 96-Stadion am Maschsee wurde 1954 eröffnet – und seither mehrfach umgebaut. Zur Galerie
Das 96-Stadion am Maschsee wurde 1954 eröffnet – und seither mehrfach umgebaut. ©

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