28. April 2021 / 10:51 Uhr

Lars Töffling hat den "Seitenwechsel nie bereut"

Lars Töffling hat den "Seitenwechsel nie bereut"

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Pressesprecher Lars Töffling (Hallescher FC Halle) - 3. Liga Saison 2018-2019 Punktspiel Hallescher FC vs. FC Carl Zeiss Jena im Erdgas Sportpark in Halle - Deutschland, Fussball, Mann, Maenner,02.02.2019 *** Press Spokesman Lars Töffling Hallescher FC Halle 3 League Season 2018 2019 Punktspiel Hallescher FC vs FC Carl Zeiss Jena at Erdgas Sportpark in Halle Germany Football Man Men 02 02 2019
Lars Töffling ist nach Jobs bei Union Berlin und Energie Cottbus heute Pressesprecher bei Fußball-Drittligist Hallescher FC. © Imago/Christian Schroedter
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3. Liga: Der gebürtige Hennigsdorfer, der früher als Sportjournalist tätig war, ist seit 20 Jahren Pressesprecher. Nach Posten beim 1. FC Union Berlin und Energie Cottbus ist der 51-Jährige seit 2016 beim Fußball-Drittligisten Hallescher FC angestellt.

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Der gebürtige Hennigsdorfer Lars Töffling ist seit fast 20 Jahren Pressesprecher im Profifußball und arbeitet nach den Stationen bei Union Berlin und Energie Cottbus seit Oktober 2016 beim Drittligisten Hallescher FC Halle. Für ihn sind die Stadien der Bundesrepublik fast wie ein zweites Zuhause. Seit etwas mehr als viereinhalb Jahren besucht er die Arenen mit dem Halleschen FC. Wochenende für Wochenende, oft aber auch innerhalb der Woche ist er mit der Mannschaft unterwegs – ob im Rostocker Ostseestadion, dem Stadion an der Lohmühle in Lübeck, dem Stadion an der Grünwalder Straße in München.

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„In dem Job ist immer was los, es ist eine Herausforderung“, sagt der Oberhaveler, der mittlerweile in Sachsen-Anhalt seinen Arbeitsmittelpunkt hat. „Ich habe beim Halleschen FC eine sehr intensive Zeit mit viel Auf und Ab erlebt. Es ist aber nie langweilig gewesen und war immer spannend. Es gab keinen Stillstand.“ Das „Auf und Ab“, von dem der 51-Jährige spricht, sind nicht nur die vergangenen Spielzeiten, in denen der HFC sogar mal an die Tür zur 2. Liga anklopfte, sondern auch der Abstiegskampf, in dem sich der Club in dieser Saison befand. Nach dem jüngsten 3:0-Auswärtssieg im Ost-Derby gegen Dynamo Dresden haben die Hallenser einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. „Wir sind guter Dinge, aber eben noch nicht durch, können aber zumindest durchatmen“, sagt Töffling, der sich somit mit dem HFC wohl auf die zehnte Saison in Folge in der 3. Liga freuen darf. „Das schaffen nicht viele Vereine.“

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Für Töffling ist die Station in Halle bereits die dritte bei einem Fußballclub. Der Hennigsdorfer startete 2002 bei Union Berlin als Pressesprecher, war zuvor mehr als zehn Jahre als Sportjournalist in Oberhavel unterwegs. „Ich wollte den Seitenwechsel probieren und habe es nie bereut“, so der 51-Jährige, dessen Engagement bei Union kein Zufall war. Denn zu diesem Zeitpunkt war Freund und Schulkamerad Bernd Hofmann Geschäftsführer beim Verein aus Berlin-Köpenick. Dieser suchte aufgrund der „speziellen Berliner Medien“, wie Töffling sagt, einen Pressesprecher, der damals noch nicht Pflicht war. Fündig wurde er sozusagen vor der eigenen Haustür – stammen Töffling und Hofmann doch beide aus Hennigsdorf.

Nach fünf Jahren änderte sich das Arbeitsumfeld, Töffling zog es zum damaligen Bundesligisten Energie Cottbus, für den er von 2007 bis 2016 in der Lausitz arbeitete. Dort erlebte der jetzige Wahl-Hallenser den Absturz des FCE von der 1. Bundesliga bis in die Regionalliga. „Die Verbindung wird aber immer bleiben. Ich habe in dieser Zeit Nils Petersen (jetziger Bundesligaspieler beim SC Freiburg; Anm. d. Red.) kennengelernt und habe auch heute noch Kontakt zu ihm. Er schreibt immer nach Siegen und ist im Drittligafußball gut im Bilde“, erzählt Töffling, der dann im Oktober 2016 beim HFC anheuerte und bis heute dort blieb.

„Das war und ist ein spannendes Projekt und Halle ist eine coole Stadt.“ Doch auch für den langjährigen HFC-Pressesprecher hat sich in den vergangenen Monaten die Arbeitsweise verändert – Stichwort Corona-Pandemie. „Es gibt Einschränkungen, an die man sich letztlich gewöhnen muss. Wir wünschen uns sicher alle eine baldige Normalität. Denn derzeit büßt der Fußball einiges an Atmosphäre ein“, so Töffling, der nach dem DFB-Hygienekonzept zum Testpool der Mannschaft zählt – also mehrere Schnelltests und PCR-Tests pro Woche durchführen muss.

Früher für Motor Hennigsdorf selbst am Ball

In diesen Tagen, in denen in den Profiligen gespielt werden kann, denkt der HFC-Pressesprecher aber auch an die vielen Amateurvereine – natürlich auch aus Töfflings Heimat Oberhavel, wo seine Mutter immer noch lebt. „Da fehlen mir die Worte und es macht mich traurig. Ich hoffe, dass die Begeisterung für den Fußball nicht verloren geht“, so der Medienexperte, der einst selbst für Motor Hennigsdorf spielte und später aktiv an der Fusion zwischen Motor und Stahl zum FC 98 Hennigsdorf mitwirkte. Ebenso hinterließ er seine fußballerischen Spuren in Velten.

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1999 in Hennigsdorf: Lars Töffling (l.) im Zweikampf mit Oranienburgs Kay Kretschmann. © MAZ-Archiv

Heute kickt Töffling ab und zu bei den Oldies, vor der Corona-Pandemie, in Halle mit. "Ich bin aber fit", stellt er klar und hatte zudem in der Vergangenheit auch das ein oder andere Angebot in einer Traditionsmannschaft mitzuspielen. Bei seinen Besuchen in Oberhavel in der Vergangenheit hatte er zumeist die Gelegenheit, ein Spiel der Hennigsdorfer zu besuchen oder Fachgespräche am Zaun mit Ex-FC 98-Coach Daniel Heilmann zu führen. "Hennigsdorf ist einfach immer eine Reise wert", stellt Töffling fest. So wie seine Besuche in den verschiedenen Arenen. Am besten am Ende immer mit drei Punkten für den HFC. "Ich bin schon so lange in diesem Geschäft, dass ich mein Wohlbefinden nicht vom Tabellenstand abhängig mache", so der 51-Jährige. Doch mit Blick auf die aktuelle Drittliga-Tabelle lebt es sich für alle HFC-Angestellten wohl etwas sicherer.