04. Mai 2020 / 16:00 Uhr

Nach Vorfall in Köln: Laschet lobt DFL-Gesundheitskonzept - Seehofer lehnt "Privilegien" für Fußballprofis ab

Nach Vorfall in Köln: Laschet lobt DFL-Gesundheitskonzept - Seehofer lehnt "Privilegien" für Fußballprofis ab

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (links) und Bundesinnenminister Horst Seehofer sprechen über die Situation in der Bundesliga.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (links) und Bundesinnenminister Horst Seehofer sprechen über die Situation in der Bundesliga. © dpa/Montage
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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet lobt nach den Vorfällen beim 1. FC Köln weiterhin das DFL-Gesundheitskonzept. Dass es für Bundesliga-Spieler keine "Privilegien" geben könne, betont erneut Bundesinnenminister Horst Seehofer. Am Mittwoch gibt´s in puncto Bundesliga-Fortsetzung eine Entscheidung.

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hält das Gesundheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Durchführung von Geisterspielen trotz der drei Corona-Fälle beim 1. FC Köln für tragfähig. "Die Kölner Corona-Fälle sind ja gerade der Beleg, dass das ganze System funktioniert. Es ist ein riesen Sicherheitskonzept entwickelt worden, dass inzwischen parteiübergreifend Zustimmung gefunden hat", sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-Mittagsmagazin.

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Nach positiven Befunden bei zwei Profis und einem Betreuer in Köln waren Zweifel am Geisterspiele-Plan der Bundesliga zur Fortsetzung der Saison aufgekommen. Alle drei Infizierten befinden sich mittlerweile in Quarantäne. Ein am Sonntag durchgeführter zweiter Test beim Bundesligisten blieb allerdings ohne weiteren Befund. "Wenn bei allen Vereinen jetzt so getestet wird, dann wird man in der Tat, wenn es Mitte Mai losgehen könnte, dann sicher sein, dass die, die positiv auffällig wären, bereits vorher zurückgezogen sind", sagte Laschet.

Laschet: "Nicht übereilig entscheiden"

Die DFL hofft am Mittwoch bei der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Entscheidung, die Bundesliga-Spielzeit noch im Mai ohne Zuschauer fortsetzen zu können. Laschet verteidigte das bisher zögerliche Vorgehen der Politik: "Wir haben uns darauf verständigt, dass man so etwas nur im Konsens machen kann. Bei einer so wichtigen Frage müssen die Vertreter aller Länder, auch die Vertreter der Bundesregierung und auch die Minister, die das in ihrer Zuständigkeit - beispielsweise der Arbeitsminister und der Gesundheitsminister - noch mal besonders geprüft haben, die müssen alle gehört werden. Deshalb sollte man nicht übereilig entscheiden, sondern nach gründlicher Beratung am kommenden Mittwoch."

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Derweil lehnt Bundesinnenminister Horst Seehofer Ausnahmen für Fußballprofis für einen Neustart der Bundesliga erneut ab. Der CSU-Politiker habe betont, dass es für Bundesliga-Spieler keine "Privilegien" geben könne, sagte sein Sprecher Steve Alter am Montag in Berlin. Das Konzept der Deutschen Fußball Liga für eine Fortsetzung des Spielbetriebs halte Seehofer nach wie vor "für eine sehr gute Grundlage für Lockerungen in diesem Bereich". Noch habe die Bundesregierung aber nicht gemeinsam mit den Ländern darüber entschieden, ob sie "dieses Konzept zur Anwendung bringen will".

Seehofer hofft auf Lockerungen

Auf eine Frage zur Quarantäne von Kontaktpersonen nach drei Corona-Fällen beim 1. FC Köln angesprochen, antwortete der Sprecher, es sei "nicht so, dass die Bundesregierung nur Konzepte durchwinkt, die vorgelegt werden". Es gehe vielmehr darum, gemeinsam mit den Gruppen, die einen bestimmten Bedarf anmelden - wie zuvor etwa die Religionsgemeinschaften - "einen Weg zu finden, wie wir in bestimmten Lebensbereichen zu Lockerungen kommen können".