08. Mai 2022 / 15:38 Uhr

Last-Minute-Ausgleich: Dynamo Dresden holt Punkt in Karlsruhe - Lautern wartet

Last-Minute-Ausgleich: Dynamo Dresden holt Punkt in Karlsruhe - Lautern wartet

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Dynamo Dresden kommt spät zurück und ergattert sich immerhin noch einen Punkt beim KSC. © dpa
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In Führung gegangen, diese wieder aus der Hand gegeben, am Ende aber noch einen Punkt geholt: Dynamo Dresden schießt kurz vor Ultimo das 2:2 und holt ein Punkt im Badner Land. Capretti wartet vor der Relegation aber noch immer auf einen Sieg.

Dresden. Die SG Dynamo Dresden hat am Sonntagnachmittag in letzter Sekunde noch ein 2:2-Remis beim Karlsruher SC erkämpft. Bei ihrem letzten regulären Auswärtsspiel dieser Zweitliga-Saison im Wildpark hatte Patrick Weihrauch die Sportgemeinschaft in Führung gebracht (26.), bevor nach der Pause die Gastgeber in Person von Jerome Gondorf (65.) und Philipp Hofmann (74.) die Partie drehten. Doch die Schwarz-Gelben hatten diesmal das letzte Wort, als Michael Akoto mit der letzten Aktion des Spiels in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich traf.

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Pausenführung für Dynamo

Guerino Capretti vertraute der gleichen Startelf, die sich in der Vorwoche mit 1:1 von Jahn Regensburg getrennt hatte. Fast wären die Schwarz-Gelben mit ihrer ersten Offensivaktion in Führung gegangen. Eine scharfe und halbhohe Hereingabe von Ransford Königsdörffer brachte Patrick Weihrauch zwar nicht unter Kontrolle, aber dennoch gefährlich aufs Tor. KSC-Keeper Heeger klärte über die Latte – erst 67 Sekunden waren gespielt. Auch bei Daferners Schuss in der 12. Minute parierte Heeger stark.

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Dynamo Dresden erkämpft ein 2:2 und holt somit einen Punkt in Karlsruhe. Zur Galerie
Dynamo Dresden erkämpft ein 2:2 und holt somit einen Punkt in Karlsruhe. ©

Dynamo war gut drin in der Partie und setzte aus einer sicheren Defensive heraus offensive Nadelstiche. Folgerichtig und verdient dann auch die Dresdner Führung. Königsdörffer suchte im Strafraum eine Lücke, passte dann auf Weihrauch, der Breithaupt ins Leere laufen ließ und dann im Fallen den Ball in der linken oberen Ecke zum umjubelten 0:1 unterbrachte (26.). Fast hätte Königsdörffer in der nächsten Szene gleich das zweite Tor nachgelegt, doch Gordon rettete auf der Linie (27.).

In der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs kamen dann auch die Badener, die bis dahin offensiv kaum zu sehen waren, zu ersten guten Torchancen. Doch erst schoss Choi den Dresdner Schlussmann Kevin Broll an (34.), dann parierte „Brollo“ einen Kopfball von Hofmann (41.). Das hätte durchaus der Ausgleich sein können, so aber retteten die Gäste ihren knappen Vorsprung in die Kabine. Es war Dynamos erste Pausenführung seit dem 1:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf im November 2021!

Nach dem Seitenwechsel hatte Guram Giorbelidze das 2:0 auf dem Fuß, traf aber nur das Außennetz (51.). Der KSC kam danach aber mehr und mehr in die Partie – und schließlich zum nicht unverdienten Ausgleich. Jerome Gondorf war der Nutznießer nach einem Eckball, den ihm Christoph Daferner vor die Füße abgewehrt hatte. Seine Direktabnahme schlug zum 1:1 ein (65.). Jetzt hatten die Karlsruher endgültig Oberwasser. Fast hätten sie nur fünf Minuten später das 2:1 gemacht, doch Schleusener traf nur die Querlatte (70.).

In der Relegation gegen Lautern

Dennoch dauerte es nur noch vier weitere Minuten, bis die SGD ins Hintertreffen geriet. Wanitzeks Freistoß netzte Stürmer Philipp Hofmann in seinem letzten Heimspiel für den KSC per Kopf zum 2:1 (74.) ein. Im Luftduell hatte er sich gegen Knipping durchgesetzt und dadurch seinen 19. Saisontreffer erzielt. Spiel gedreht – und lange Gesichter bei den 1200 mitgereisten Gästefans. Der Rückstand war mittlerweile verdient, nach der Pause hatten die Schwarz-Gelben einfach viel zu wenig für die Offensive getan.


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(1) Kevin Broll: Der gebürtige Badener machte unweit seiner Geburtsstadt Mannheim ein ordentliches Spiel. Anfangs hatte er wenig zu tun, in der 33. Minute aber verhinderte er das mögliche 1:1, als er gegen Choi parierte. Auch Hofmann kam nicht an ihm vorbei (41.). Nach dem Seitenwechsel wurde er mehr gefordert, rettete gegen Jakob (47.) und vor allem mutig im Herauslaufen vor Schleusener (49.). In der 65. Minute war er gegen Gondorfs Direktschuss machtlos, hatte fünf Minute später Glück, dass Schleusener nur die Latte traf. Frustriert sah er wegen Meckerns Gelb (70.). Beim zweiten Gegentor konnte er nix machen (74.). Note 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Der gebürtige Badener machte unweit seiner Geburtsstadt Mannheim ein ordentliches Spiel. Anfangs hatte er wenig zu tun, in der 33. Minute aber verhinderte er das mögliche 1:1, als er gegen Choi parierte. Auch Hofmann kam nicht an ihm vorbei (41.). Nach dem Seitenwechsel wurde er mehr gefordert, rettete gegen Jakob (47.) und vor allem mutig im Herauslaufen vor Schleusener (49.). In der 65. Minute war er gegen Gondorfs Direktschuss machtlos, hatte fünf Minute später Glück, dass Schleusener nur die Latte traf. Frustriert sah er wegen Meckerns Gelb (70.). Beim zweiten Gegentor konnte er nix machen (74.). Note 3 ©

Die wollte Chefcoach Capretti nun wiederbeleben, indem er bei einem Doppelwechsel in der 78. Minute Drchal und Kade positionsgetreu für Daferner und Will brachte. Doch wirklich gefährlich wurde es vorm KSC-Tor dadurch nicht. In der 90. Minute dann sogar ein Dresdner Dreifachwechsel: Für Sollbauer, Diawusie und Königsdörffer kamen Becker, Stark und Vlachodimos, wobei Letzterer sein Comeback nach langer Verletzungspause durch einen Kreuzbandriss feierte. Kurz zuvor hatte sich Königsdörffer noch seine fünfte Gelbe Karte geholt. Damit ist er gegen Aue gesperrt, steht aber in der Relegation wieder zur Verfügung.

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Guerino Capretti (Trainer SG Dynamo Dresden): “Wir sind richtig gut in die erste Habzeit reingekommen. Insgesamt hatten aus dem Spiel die eine oder andere gute Möglichkeit, gehen 1:0 in Führung, müssen eigentlich das 2:0 machen. Und wie es im Fußball manchmal so ist: Du machst das 2:0 nicht, gehst nur mit 1:0 in die Halbzeit und dann rächt sich das. Es gibt diesen blöden Spruch, aber er hat sich heute wieder bewahrheitet. In der zweiten Halbzeit waren wir meiner Meinung nach zu passiv, haben dem Gegner dann viel mehr Räume angeboten, ihn viel mehr machen lassen. Wir haben dann den KSC ins Laufen kommen lassen, haben viele Standards verursacht, viele Freistöße, viele Ecken. Wir wussten, dass der KSC bei Standards sehr torgefährlich ist - das wollten wir vermeiden, haben wir aber nicht geschafft und bekommen noch zwei Standard-Gegentore, was super bitter, super ärgerlich ist. Und dennoch haben wir nicht aufgegeben.” Zur Galerie
Guerino Capretti (Trainer SG Dynamo Dresden): “Wir sind richtig gut in die erste Habzeit reingekommen. Insgesamt hatten aus dem Spiel die eine oder andere gute Möglichkeit, gehen 1:0 in Führung, müssen eigentlich das 2:0 machen. Und wie es im Fußball manchmal so ist: Du machst das 2:0 nicht, gehst nur mit 1:0 in die Halbzeit und dann rächt sich das. Es gibt diesen blöden Spruch, aber er hat sich heute wieder bewahrheitet. In der zweiten Halbzeit waren wir meiner Meinung nach zu passiv, haben dem Gegner dann viel mehr Räume angeboten, ihn viel mehr machen lassen. Wir haben dann den KSC ins Laufen kommen lassen, haben viele Standards verursacht, viele Freistöße, viele Ecken. Wir wussten, dass der KSC bei Standards sehr torgefährlich ist - das wollten wir vermeiden, haben wir aber nicht geschafft und bekommen noch zwei Standard-Gegentore, was super bitter, super ärgerlich ist. Und dennoch haben wir nicht aufgegeben.” ©

In der vierminütigen Nachspielzeit traf Drchal aus guter Position halbrechts vorm Tor zunächst den Ball nicht richtig (90.+1). Und dann schlug die Stunde von Panagiotis Vlachodimos – er setzte sich stark an der Grundlinie durch, passte auf Weihrauch und der sammelte seinen zweiten Scorerpunkt des Tages: Vorlage für Michael Akoto, der aus 15 Metern trocken abzog und mit der letzten Aktion der Partie zum 2:2-Ausgleich traf. Der Treffer wurde zwar noch mal überprüft, doch der VAR befand, dass der Ball bei der Aktion von „Pana“ nicht im Toraus war.

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Ein Punkt für die Dresdner Moral, auch wenn auch diesmal eindeutig mehr drin war und die SGD zum 16. Mal in Folge nicht gewinnen konnte. Nun sieht alles danach aus, als ob es in den Relegationsspielen gegen den 1. FC Kaiserslautern geht.