06. Mai 2022 / 12:47 Uhr

Last-Minute-Erfolg, Camp Nou, Platzsturm: Der Weg von Eintracht Frankfurt ins Europa-League-Finale

Last-Minute-Erfolg, Camp Nou, Platzsturm: Der Weg von Eintracht Frankfurt ins Europa-League-Finale

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Große Momente in der Europa-League-Saison von Eintracht Frankfurt.
Große Momente in der Europa-League-Saison von Eintracht Frankfurt. © IMAGO/Beautiful Sports/Getty (MONTAGE)
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Am 18. Mai geht für Eintracht Frankfurt eine denkwürdige Europapokal-Saison mit unglaublichen Momenten zu Ende. Der Finaleinzug und die sportliche Sensation im Camp Nou dürften selbst dann lange im Gedächtnis der Beteiligten bleiben, wenn es gegen die Glasgow Rangers in Sevilla nicht zum angestrebten Titel reichen sollte. Der SPORTBUZZER blickt auf die Höhepunkte der Eintracht-Serie in Europa.

Mit dem Abpfiff begann der Platzsturm: Eintracht Frankfurt hat seine berauschenden Wochen in der Europa League eindrucksvoll fortgesetzt und ist nur noch einen Schritt vom zweiten internationalen Titel der Vereinsgeschichte nach dem Gewinn des UEFA-Pokals vor 42 Jahren entfernt. Eine Übersicht über die bisherigen internationalen Eintracht-Momente vor und in der Spielzeit 2021/22.

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Enttäuschung nach verpasster Königsklasse

Als die Hessen vor einem Jahr unter dem damaligen Cheftrainer Adi Hütter die Champions League verspielten, herrschte riesiger Frust. Hütter wechselte zu Borussia Mönchengladbach, die Fans waren über die verpasste Königsklasse trotz starker Saison extrem enttäuscht. Am Ende sollte sich das Abrutschen auf Rang fünf als Glücksfall erweisen: So spielte die SGE direkt in der Europa League, überstand die Gruppenphase als Sieger und konnte die Zwischenrunde überspringen. Es ging direkt ins Achtelfinale, wo der internationale Siegeszug weiterging.

Last-Minute-Coup

Als sich die Eintracht und Betis Sevilla mental schon auf das Elfmeterschießen vorbereiteten, fiel doch noch die Entscheidung. In der Nachspielzeit der Verlängerung glichen die Hessen zum 1:1 aus - das reichte nach einem 2:1-Auswärtssieg in Spanien. Martin Hinteregger wurde zunächst als Torschütze gefeiert, doch Betis-Profi Guido Rodriguez hatte den Ball mit einer unglücklichen Aktion ins eigene Tor befördert. Die Eintracht war nach dem Last-Minute-Coup weiter - und bekam Barcelona zugelost.

Wahnsinnstag in Barcelona

Kurzerhand erklärten Präsident Peter Fischer und der Vorstand um Sprecher Axel Hellmann die Begegnungen zu "Jahrhundertspielen". In Frankfurt erkämpfte die Eintracht ein 1:1, dann reisten über 30.000 Fans mit nach Katalonien, um ihren Klub anzufeuern. Schon in der Stadt herrschte großartige Stimmung, doch der Fußball-Abend überbot alles: die Hessen siegten 3:2 nach 3:0-Führung. Noch knapp eine Stunde nach Spielende feierten rund 25.000 Fans im ansonsten leeren Camp Nou. Cheftrainer Oliver Glasner machte den "Diver" und zerstörte seine eigene Hose. Der im Sommer noch wechselwillige Filip Kostic präsentierte stolz das SGE-Trikot.

Platzsturm nach Finaleinzug

Nach den beiden Halbfinalerfolgen gegen West Ham United (2:1 und 1:0) gab es bei der Eintracht endgültig kein Halten mehr. Hunderte Fans stürmten mit Abpfiff auf den Rasen, herzten ihre Helden und provozierten auch in Richtung Gästekurve. Coach Glasner verteidigte den Platzsturm. "Es ist ja nichts passiert. Das haben wir bei Aufstiegen schon oft gesehen. Sie wollen halt ihre Lieblinge mal drücken. Es waren nur Freude und Emotionen", sagte der Österreicher. Rund um das Endspiel in Sevilla werden Zehntausende Eintracht-Anhänger in Andalusien erwartet.