03. März 2020 / 17:27 Uhr

Scherzen, laufen, grillen: der Altwarmbüchener Lauf 2020 als "schönes Gefühl"

Scherzen, laufen, grillen: der Altwarmbüchener Lauf 2020 als "schönes Gefühl"

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Schuss ist ertönt: Nach einem Fehlstart legt das Läuferfeld zum Rennen über drei Runden um den Altwarmbüchener See los, bei dem es Punkte für das SPORTBUZZER-Ranking zu holen gibt.
Der Schuss ist ertönt: Nach einem Fehlstart legt das Läuferfeld zum Rennen über drei Runden um den Altwarmbüchener See los, bei dem es Punkte für das SPORTBUZZER-Ranking zu holen gibt. © Norbert Fettback
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Der Volkslauf des SC am Altwarmbüchener See war ein voller Erfolg. "Mehr Läufer = mehr Spaß" war wohl die Devise bei dem diesjährigen Rennen um den Altwarmbüchener See. Ein Rekordhoch an Finishern war zu verzeichnen. Allen voran triumphierten Gwendolyn Mewes und Fabian Kuklinski.

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An so einem Tag ist so eine kleine Panne leicht zu ertragen. Da soll eben nur mal getestet werden, ob die Startpistole funktioniert – prompt gibt es einen lauten Knall, und das 250-köpfige Läuferfeld, das bereits der Dinge harrt, setzt sich in Bewegung. Falscher Alarm vor dem Rennen über 10,8 Kilometer in Altwarmbüchen, was und keinen Schaden anrichtete. Im Gegenteil: Die Betroffenen lachten und scherzten. So etwas passiert nun mal nicht alle Tage.

Rekordzahl an Finishern

Gute Laune herrschte auch beim Veranstalter. Zwar hatten die Männer und Frauen vom SC Altwarmbüchen alle Hände voll zu tun, doch das drückte nicht auf die Stimmung. Denn Vereinschef Eckhard Bade konnte einen neuen Rekord vermelden. 688 Freizeitsportler hatten nach den fünf Wettbewerben das Ziel erreicht, eine noch nie dagewesene Resonanz. Zum Vergleich: 2019 hatte es 622 Finisher geben. „Wir legen zahlenmäßig von Jahr zu Jahr zu. Und wir werden immer professioneller“, sagte Bade, der im Zielbereich und bei den Siegerehrungen viel beschäftigt war. Da waren auch die Zeitverzögerungen nach dem Hauptrennen, bedingt durch zu langsame Läufer auf dem 3,6 Kilometer langen Rundkurs, zu verschmerzen.

Bilder zum Altwarmbüchener Lauf 2020.

Schnell, schneller, Mewes: Lisa Huwatschek (von links), Gwendolyn Mewes und Beate Marx durften in Altwarmbüchen nach dem Hauptrennen aufs Podium. Zur Galerie
Schnell, schneller, Mewes: Lisa Huwatschek (von links), Gwendolyn Mewes und Beate Marx durften in Altwarmbüchen nach dem Hauptrennen aufs Podium. ©

"Das war nicht ohne": Wind macht den Sportlern zu schaffen

Immer rum um den Altwarmbüchener See, und das gegen den Uhrzeigersinn: Das war auch dieses Mal der Fahrplan dieses Wettbewerbs aus der „Laufpass“-Serie. Das Besondere an diesem Sonntag: Vor allem auf dem südwestlichen Abschnitt hatten die Sportler mit fiesem Gegenwind zu kämpfen. „Der war nicht ohne“, sagte Gwendolyn Mewes, die sich erstmals in 2020 unters Läufervolk begeben hatte – und über drei Runden bei den Frauen vom Start weg die Führung übernahm.

Im Ziel hatte die vierfache Mutter nach 43:04 Minuten einen deutlichen Vorsprung auf Lisa Huwatschek (Hannover 96, 44:41) und Beate Marx aus Hannover (45:22). „Eigentlich war das nur ein Testlauf“, sagte Mewes, die für den LAC Langenhagen startet. „Ich hätte auch noch schneller sein können.“ Ihr großes Nahziel ist der 26. April: Dann möchte die 35-Jährige beim Marathon in Hannover unter drei Stunden bleiben. Es wäre nicht das erste Mal.

Download 4. Einzelranking Laufpass 2020

"Sonst war ich immer nur Zweite."

Die 25 Punkte, die es für Platz eins für das SPORTBUZZER-Ranking gibt, waren Mewes deshalb diesmal nicht so wichtig. Bei Beate Marx verhält sich das anders. Die 40 Jahre alte Lehrerin für Mathe und Sport konnte als Dritte ihre Führung in der Serie ausbauen. „Ein schönes Gefühl“, sagte die fitte Frau aus Kleefeld. „Sonst war ich immer nur Zweite.“ Bis zum Hannover-Marathon, wo sie auf der Halbdistanz antritt, will sie auch bei den folgenden „Laufpass“-Rennen starten – und dann weitersehen. Als Triathletin beim TSV Anderten und Tennisspielerin warten auf Marx schließlich noch weitere Herausforderungen.

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"Ein schöner Lauf"

Für die 21,1 Kilometer hat am 26. April auch Fabian Kuklinski gemeldet, dann möchte der Mann vom VfL Eintracht Hannover seine persönliche Bestzeit (1:11:24 Stunden) unterbieten. Die 10,8 Kilometer in Altwarmbüchen waren insofern ein guter Formtest. „Ein schöner Lauf“, sagte der 25-Jährige, der seinen Vorjahreserfolg wiederholen konnte. In 35:44 Minuten war Kuklinski dieses Mal noch um 40 Sekunden schneller als 2019.

"Maues Training" verhindert Kuhlmann-Sieg

Was auch an Timo Kuhlmann (Zweiter in 35:49) lag, mit dem er sich bis zum Schluss einen Zweikampf lieferte. Trotz der Niederlage war der Streckenrekordhalter (35:08 aus dem Jahr 2013) zufrieden. „Aufgrund meines eher mauen Trainings war ich schneller als gedacht“, sagte Kuhlmann, der zusätzlich zu seiner Trainertätigkeit beim TuS Bothfeld seit Kurzem auch den NLV-Stützpunkt in Melle leitet.

Volkslauf des SC am Altwarmbüchener See

Landesmeister von 2019 nur Dritter

Für Michael Kendelbacher war Platz drei in 36:46 „diesmal das Optimum“, so der Barsinghäuser. Wie Gwendolyn Mewes startete der 37-Jährigen in Altwarmbüchen in die Saison. Wie Mewes hofft er am 26. April auf ein gutes Marathonergebnis – 2019 hatte er sich in Hannover immerhin den Landesmeistertitel geholt. Und wie vor zehn Monaten in der Landeshauptstadt kam Kendelbacher auch nach den drei Runden um den See vor Andreas Solter (37:19) an. „Ich hätte gedacht, dass Andreas bis zum Schluss dranbleiben würde“, sagte der Barsinghäuser.

Grillen nach dem Lauf

Solter, der im SPORTBUZZER-Ranking schon wieder vorn liegt und der ebenfalls beim Hannover-Marathon starten wird, trug es mit Fassung. „Alles gut“, sagte der 36-Jährige, der in Altwarmbüchen die Laufschuhe erst gar nicht auszog, sondern dem Wettkampf noch einen 15-Kilometer-Trainingslauf folgen ließ. Anschließend wurde mit Laufkumpels wie Christian Schlamelcher und Tobias Krug, Fünfter beziehungsweise Sechster nach den drei Seerunden, zünftig gegrillt. Quasi um die Ecke also: Solter hat sein Zuhause rund 500 Meter entfernt von Start und Ziel des Altwarmbüchener Volkslaufs. So eine Gelegenheit muss man an so einem Tag nutzen.