27. September 2019 / 17:27 Uhr

Laura Dahlmeier legt sich nach Karriereende fest: "Gibt keinen Weg zurück"

Laura Dahlmeier legt sich nach Karriereende fest: "Gibt keinen Weg zurück"

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Laura Dahlmeier hat nach der vergangenen Saison ihr Karriereende verkündet.
Laura Dahlmeier hat nach der vergangenen Saison ihr Karriereende verkündet. © Montage: Sporthilfe/picture alliance/Getty Images
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Laura Dahlmeier hat im Mai ihre Biathlon-Karriere beendet. Vor dem ersten Winter ohne die Ausnahme-Athletin spricht die Doppel-Olympiasiegerin über ihren Rücktritt - und betont, dass eine Rückkehr in den Leistungssport ausgeschlossen ist.

Wenn am 1. Dezember die neue Biathlon-Saison im schwedischen Östersund startet, wird ein prägendes Gesicht der vergangenen Jahre nicht mehr mit dabei sein. Genau dort hatte Laura Dahlmeier bei der WM im März noch zwei Bronzemedaillen gewonnen – ehe sie zwei Monate später ihren Rücktritt erklärte. Damit folgte die Doppel-Olympiasiegerin ihrer „Vorgängerin“ Magdalena Neuner, die im März 2012 ebenfalls im Alter von 25 Jahren ihre sportliche Laufbahn beendet hatte.

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Laura Dahlmeier spricht über ihr Karriereende: „Gibt keinen Weg zurück“

Dahlmeier: "Schritt muss konsequent kommen"

Dass es sich dabei um ein endgültiges Ende handelt, daran lässt Dahlmeier keine Zweifel aufkommen. "Es wird kein Weg zurück in den Biathlon-Weltcup geben. Mit dem Thema habe ich abgeschlossen. Wenn ich sage ich höre auf, dann muss der Schritt auch konsequent kommen", sagte die Ex-Wintersportlerin im Rahmen des Sporthilfe Club der Besten auf Fuerteventura. Dort ist sie mit etwa 75 deutschen Top-Athletinnen und -Athleten eingeladen, die in ihren jeweiligen Disziplinen im Vorjahr am erfolgreichsten waren. Am Sonntag könnte sie in einer Abstimmung unter allen rund 4000 von der Sporthilfe geförderten Spitzensportlern zum krönenden Abschluss sogar zur "Besten 2019" gewählt werden.

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Laura Dahlmeier gewann in Pyeongchang schon zwei Goldmedaillen. Aber wie sieht's mit den anderen Olympiasiegern aus? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über die bisherigen Gewinner. ©

Dahlmeier "genießt es extrem", ihren Alltag nicht mehr von Trainings- und Wettkampfplänen abhängig zu machen, erklärt sie: "Natürlich schaut man wehmütig zurück. Aber den ganzen Rummel, den Druck - das vermisse ich keine Sekunde. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich nicht mehr jeden Tag trainieren muss.“ Stattdessen kümmert sie sich um ihre Hobbies: Die mittlerweile 26-Jährige unternimmt regelmäßig Radtouren, klettert leidenschaftlich gern und engagiert sich in sozialen Projekten.

Außerdem nimmt sie weiterhin regelmäßig Sponsorentermine wahr. Obwohl Dahlmeier sich in ihrer Zeit nach dem Leistungssport bisher wohl fühlt, gibt sie zu: "Es ist alles noch eine Findungsphase. Ich orientiere mich und sammele Ideen, freue mich aber auf alles, was kommt."

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Dahlmeier war in den vergangenen Jahren das Aushängeschild des deutschen Biathlons. Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang holte sie im Sprint und in der Verfolgung die Goldmedaille. Außerdem gewann sie zwischen 2015 und 2017 sieben Weltmeistertitel. Alleine bei der WM 2017 in Seefeld sprang fünf Mal Gold heraus, außerdem noch eine Silbermedaille. Die Bayerin stellte damit einen neuen Rekord auf.

Doch der Körper spielte zunehmend weniger mit. Zu Beginn des Winters 2018 hatte Dahlmeier mit vielen körperlichen Problemen zu kämpfen. Folglich fiel sie lange aus und kam nicht mehr an das von ihr gewohnte Top-Niveau heran. Ihr letztes Highlight war die WM 2019 in Östersund. Obwohl mit einer Krankheit zunächst außer Gefecht gesetzt, holte sie sich im Sprint und in der Verfolgung noch zwei dritte Plätze. Zum letzten Mal in die Skier will Dahlmeier am 28. Dezember beim Event Auf Schalke steigen - es ist ihr großer Abschied vor über 46.000 Zuschauern.


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Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel (vorn) nimmt bei der Eröffnungsgala des Sporthilfe Club der Besten mit allen rund 75 anwesenden Sportlerinnen und Sportlern ein Selfie auf. © Sporthilfe/picture alliance

Dahlmeier hat jedoch keine Zweifel daran, dass es auch in der Zeit nach ihr erfolgreiche Biathletinnen geben wird: "Es kommen junge Athleten nach. Das war damals auch so, als ich in den Weltcup gekommen bin. Da hieß es immer: Es ist ein großes Loch da, was wird wohl sein nach Magdalena Neuner." Doch diese Lücke wurde seinerzeit bekanntermaßen recht schnell geschlossen: von Laura Dahlmeier.