28. Februar 2019 / 18:05 Uhr

Laurits Schulze Buschhoff: Comeback nach 14 Monaten Leidenszeit

Laurits Schulze Buschhoff: Comeback nach 14 Monaten Leidenszeit

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Laurits Schulze Buschhoff spielt seit Sommer 2018 für den RSV Eintracht 1949.
Laurits Schulze Buschhoff spielt seit Sommer 2018 für den RSV Eintracht 1949. © Verein
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Landesliga Nord: Der Stürmer des RSV Eintracht 1949 feierte nach seiner langwierigen Schambeinentzündung mit drei Toren und einer Vorlage ein Traumcomeback. Am Wochenende empfängt er mit dem Tabellenführer Fortuna Babelsberg.

Genau 441 Tage lagen zwischen dem bis dato letzten Pflichtspiel im Dezember 2017 und dem Pflichtspiel-Comeback von Laurits Schulze Buschhoff am vergangenen Sonnabend. Damit endete für den 22-Jährigen eine rund 14 Monate währende Leidenszeit wegen einer hartnäckigen Schambeinentzündung. Schon in der Wintervorbereitung hatte der Stürmer die ersten Spiele für den Landesliga-Tabellenführer RSV Eintracht gemacht, zu welchem er im vergangenen Sommer gewechselt war. „Das beste Gefühl wurde mir da schon ein bisschen vorweggenommen“, erzählt er über die ersten Minuten in den Testpartien für den RSV.

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"Kräftezehrend und frustrierend"

Ein Gefühl, auf das er lange verzichten musste. „Ich war bei zig Ärzten, hatte viel Physiotherapie, war auch bei Heilpraktikern. Ich habe wirklich alles versucht, aber nichts hat so richtig Abhilfe geschaffen“, erzählt der Sportmanagement-Student. Zwei-, dreimal startete er im vergangenen Jahr den Versuch, den Körper zu belasten. „Ich war Fahrradfahren oder langsam laufen, aber nach fünf bis zehn Minuten hatte ich schon wieder Schmerzen“, erzählt Schulze Buschhoff. Immer mal wieder dachte er daran, sich erst kein Comeback-Ziel mehr zu setzen. „Die Lage war ein bisschen aussichtslose. Niemand kann dir genau sagen, wie der Heilungsverlauf abläuft, man kann sich keinen Plan zurechtlegen. Das ist auf jeden Fall kräftezehrend und frustrierend gewesen.“

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Abhilfe schuf im Oktober eine Spritzenkur beim Berliner Sportchirurgen Jens Krüger, „Schambein-Leisten-Gott“, nennt ihn Schulze Buschhoff. „Da gehen auch die Bundesligaspieler hin, wenn sie nicht mehr weiterwissen.“ Die 13 Spritzen zeigten Wirkung, langsam konnte er die Belastung steigern. „Neben den Spritzen hat vor allem die Zeit geholfen“, sagt er heute.

Acht Regionalliga-Einsätze für Babelsberg

Zur Rückrunde stieg Schulze Buschhoff wieder voll ins Training ein. „Ich habe eigentlich kaum Angst, da bin ich relativ frei. Aber manchmal horche ich in mich rein, auch weil ich das inzwischen irgendwie gewohnt bin“, sagt der Stürmer, der über Ketzin/Falkenrhede in die Jugend zum SV Babelsberg 03 kam.

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Achtmal lief er in der Regionalliga auf, 2016 folgte der Wechsel zum Brandenburgligisten RSV Waltersdorf, im Sommer dann der Schritt zur Eintracht. „Laurits ist menschlich und sportlich eine absolute Bereicherung für unsere Mannschaft. Ich wusste genau, warum ich ihn im Sommer trotz Verletzung haben wollte, wusste auch, das wir ihn hinbekommen. Nun ist er da, fügt sich ein und wenn er aufläuft, brennt er“, sagt RSV-Trainer Patrick Hinze. „Er braucht noch ein paar Tage um bei 100 Prozent zu sein, aber es ist natürlich unglaublich für uns, einen Stürmer wie ihn von der Bank zu bringen, wenn man vorher ein 40-Tore-Sturm auswechselt“, sagt Hinze.

Drei Tore beim Comeback

Denn in Sachen Torgefahr scheint Schulze Buschhoff trotz der Pause nichts verlernt zu haben. Bei seinem Comeback am vergangenen Sonnabend, wurde er in der 67. Minute beim Stand von 4:0 eingewechselt. Nur eine Minute später legte er das 5:0 von Levi Böttcher auf, noch eine Zeigerumdrehung später hatte er sein Comeback-Tor erzielt, dem er noch zwei weitere zum 8:0-Endstand gegen den Pritzwalker FHV folgen ließ.


Am Sonnabend (13 Uhr, Sportplatz Heinrich-Zille-Straße) empfängt Schulze Buschhoff seinem Team Fortuna Babelsberg. „Für die Liga ist das eine sehr ordentliche Truppe mit vielen erfahrenen Spielern, Fortuna hat auf jeden Fall Qualität“, sagt Schulze Buschhoff über die Fortuna, die von seinem ehemaligen Waltersdorf-Coach David Karaschewitz („ein dufter Typ“) trainiert wird. Dass sie die Mannschaft vom Stern unterschätzen, da bestehe allerdings keine Gefahr. „Patrick (Hinze, d.Red.) erdet uns auch immer wieder und bereitet uns optimal vor. Fehler werden trotz des Erfolgs klar angesprochen, da zählt dann nicht, dass wir vorige Woche gewonnen haben“, sagt Schulze Buschhoff.