01. Februar 2021 / 18:11 Uhr

Lausitzer Füchse beurlauben Trainer Corey Neilson

Lausitzer Füchse beurlauben Trainer Corey Neilson

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Corey Neilson
2018 übernahm Corey Neilson das Team der Lausitzer Füchse. © Thomas Heide
Anzeige

Nach dem zuletzt deutlichen Abwärtstrend mit nur einem Sieg in zehn Spielen, haben sich die Lausitzer Füchse von Cheftrainer Corey Neilson getrennt. Übernehmen wird den Posten der bisherige Co-Trainer Chris Straube.

Anzeige

Weißwasser. Die sportliche Talfahrt bei den Lausitzer Füchsen hält an. Zwei Tage nach dem 0:1 nach Verlängerung in Dresden kassierten die Ostsachsen auch daheim gegen die Bayreuth Tigers eine Niederlage. Die fiel mit 1:3 einmal mehr knapp aus. Und sie war vermeidbar. "Wir schaffen es aktuell nicht, Tore zu schießen", stöhnte EHC-Trainer Corey Neilson nach der schon wieder vierten Pleite in Serie. Es war das letzte Match für den Kanadier, der am Montag beurlaubt wurde. Zum neuen "Oberfuchs" steigt Co-Trainer Chris Straube auf. Ihm soll die blau-gelbe Vereinslegende André Mücke assistieren.

Anzeige

Die aktuelle Bilanz der Weißwasseraner ist besorgniserregend: Neun der letzten zehn Matches gingen verloren. Gewonnen wurde nur gegen den EC Bad Nauheim. Der bestritt beim 7:3 der Oberlausitzer sein erstes Match nach längerer Quarantäne. Was besonders bedenklich stimmt: Die Trefferausbeute bei den neun Spielverlusten betrug im Schnitt nur 1,4 Tore. „Ich denke, dass wir zurzeit etwas zu kompliziert versuchen, zu Toren zu kommen. Und man muss auch sehen, dass uns immer wieder das nötige Quäntchen Glück im Abschluss gefehlt hat“, räumte Stürmer Thomas Reichel ein, der das einzige Erfolgserlebnis für seine Farben am Wochenende verbuchen konnte. Diesem Treffer gingen 118 torlose Minuten voraus.

Mehr zu Lausitzer Füchse

Nach der Partie gegen Bayreuth machte sich selbst bei Coach Neilson eine spürbare Ratlosigkeit breit: "Der Januar ist ein harter Monat für uns. Unsere Top-Spieler, die das tun müssten, punkten nicht. Es tut mir vor allem leid für unseren Torhüter Mac Carruth, der uns immer die Chance gibt, zu gewinnen", ließ sich der 44-Jährige in seine Seele blicken: "In den letzten Spielen waren es die erfahrenen Spieler, die die entscheidenden Fehler gemacht haben. Ich verstehe die Fans, die sauer sind und von uns Siege erwarten. Wenn man aber mit vielen jungen Leuten arbeitet, gibt es ein Auf und Ab. Wir alle spüren den Druck – auch ich. Und natürlich stehe ich in der Verantwortung, aber nicht auf dem Eis…“

Neilson schenkte Youngstern Vertrauen

Es sollte das letzte Statement Neilsons werden, der die Lausitzer Füchse 2018 übernahm, ins obere Tabellendrittel führte und als "DEL2-Trainer des Jahres" ausgezeichnet wurde. Schon in der Folgespielzeit kam Sand ins Getriebe. Mit dem teuersten Kader der Vereinsgeschichte verfehlten die Weißwasseraner die Playoffs. Nur wegen des coronabedingten Saisonabbruchs blieb dem EHC der Gang durch die Playdowns erspart. Mit einer ziemlich runderneuerten und nach Neilsons Vorstellungen zusammengestellten Mannschaft sollte es wieder besser werden. Die Lausitzer gingen mit dem jüngsten Team der Liga an den Start. Wirklich Kontinuität aber zog nie ein. Für Aufsehen und zahlreiche Unmutsbekundungen unter den Fans sorgte die Ausbootung von Feodor Boiarchinov. Der Routinier wechselte nach Selb.

Man muss Corey Neilson zugutehalten, dass er den zahlreichen Youngstern stets Vertrauen und Eiszeit schenkte, damit sie sich entwickeln. Insgesamt aber wirkte das Spiel der Blau-Gelben zu kompliziert. Statt zu schießen, wurde häufig noch ein Pass mehr gespielt. Nur war die Passqualität nicht gut genug. Ob der – übrigens gleichzeitige – Co-Trainer der britischen Nationalmannschaft seine Cracks nicht mehr erreichte oder es doch an der Qualität innerhalb des Teams fehlt, muss sich nun zeigen. Zwei Ausländer hatten die Füchse auch schon nachverpflichtet – bisher ohne Wirkung.

Sebastian Matthieu