06. Januar 2020 / 20:31 Uhr

Lausitzer Füchse hadern mit der Derby-Niederlage

Lausitzer Füchse hadern mit der Derby-Niederlage

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Füchse-Trainer Corey Neilson hat genug von den letzten Pleiten.
Füchse-Trainer Corey Neilson hat genug von den letzten Pleiten. © Thomas Heide
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Weißwasseraner Eishockey-Cracks müssen sich in der DEL 2 nun auf den Abstiegskampf einstellen.

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Weißwasser. Trotz der für alle Akteure tollen Eindrücke vom Hockey Open Air 2020 schlichen die Cracks der Lausitzer Füchse nach der völlig unnötigen 3:5-Niederlage mit langen Gesichtern aus dem Rudolf-Harbig-Stadion. EHC-Keeper Mac Carruth brachte es auf den Punkt: „Leider konnte ich meiner Mannschaft nicht so gut helfen, wie ich es gerne getan hätte. Deshalb bin ich ob des Spielverlustes auch ziemlich enttäuscht. Ich werde drei oder vier Tage benötigen, ehe ich mich mit besseren Gedanken an dieses Freiluft-Spiel, das mein erstes war, zurückerinnern kann.“ Was den blau-gelben Akteuren besonders auf den Magen geschlagen hatte, war der Umstand, dass dieses 3:5 den Abstand auf den ersten Play-off-Rang (10.) auf sechs Zähler vergrößerte.

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Am 4. Januar war es endlich soweit: Derbytime unter freiem Himmel. Die Dresdner Eislöwen empfingen die Lausitzer Füchse zum Wintergame im Rudolf-Harbig-Stadion. Zur Galerie
Am 4. Januar war es endlich soweit: Derbytime unter freiem Himmel. Die Dresdner Eislöwen empfingen die Lausitzer Füchse zum Wintergame im Rudolf-Harbig-Stadion. ©

Nun jedenfalls stehen die Weißwasseraner schon weit vor dem DEL-2-Hauptrunden-Ende praktisch im Abstiegskampf. Denn unter den auf Rang elf bis 14 platzierten Teams wird jenes ausgespielt, das in die Oberliga muss. Stürmer Feodor Boiarchinov ist der Ernst der Lage durchaus bewusst: „Ab sofort müssen wir das ganze Drumherum ausblenden. Bisher haben wir viel und oft an das Event-Game gedacht und uns auf dieses Match gefreut“, räumt der Flügelflitzer ein: „Dabei ist die Tabelle etwas aus dem Blick geraten. Jetzt heißt es, sich mit dem Ranking zu befassen, den Schalter umzulegen und eine Aufholjagd zu starten.“ Das Open Air habe trotz der Niederlage mutmachend geendet: „Es war beeindruckend, dass uns unsere Fans nach Spielende gefeiert haben, als seien wir die Sieger gewesen. So laut, so frenetisch – da hat man richtig Gänsehaut bekommen. Diese positiven Energien nehmen wir jetzt mit, werden jeden Tag hart arbeiten und das, was in Ansätzen in den letzten Spielen schon wieder gut lief, ausbauen. Dann ist für uns sicher noch eine Menge möglich.“

Hoffnungen ruhen auf Neuzugang Brad Ross

Vielleicht liegt gerade da das Problem der Ostsachsen: Zwar war ein gewisser Abwärtstrend und eine massive Unbeständigkeit spürbar. Dennoch wurde der Blick stets nach oben gerichtet und Richtung Rang sechs, der die direkte Qualifikation für die Meisterrunde bedeuten würde, geschielt. Nun aber findet man sich in den Tabellenniederungen wieder und hat gleich einen recht deutlichen Rückstand zum rettenden Ufer. Selbst Coach Corey Neilson, der in seinen Statements selten „emotional“ wird, erklärte nach dem Hockey Open Air: „Ich habe es satt, immer wieder zu verlieren und danach die Niederlagen erklären zu müssen. Das Team weiß, was die Stunde geschlagen hat. Aber dennoch passieren stets die gleich Fehler, holen wir uns unnötige Strafen ab oder kriegen blöde Gegentore, treffen aber vorne nicht.“

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Was aber tun? Aktuell ruhen die Hoffnungen auf Neuzugang Brad Ross, der direkt beim Winter Game und nach nur einer Trainingseinheit mit der Mannschaft sein Debüt im Füchse-Dress feierte. „Es war schon das zweite, derartige Match für mich. In der AHL habe ich mit den Toronto Marlies unter freiem Himmel gespielt. Aber das, was ich in Dresden erlebte, war viel besser, als die Partie in Nordamerika. Die Atmosphäre und die Stimmung waren besser, das ganze Drumherum war besser – naja, nur das Wetter nicht…“, schwärmte Ross – den dennoch sofort der Ernst der EHC-Lage einholte: „Das es hier schwierig wird, das habe ich gewusst, als ich mich zu dem Wechsel entschied. Ich bin hier hergekommen, um den Füchsen zu helfen, ihre Ziele doch noch zu erreichen. Dafür gebe ich mein Bestes. Weißwasser ist ja nach Heilbronn schon meine zweite Station in der DEL 2. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass wir genügend Potenzial haben, um doch noch die Play-offs zu erreichen.“

Sebastian Matthieu