21. März 2020 / 09:09 Uhr

Lausitzer Füchse rechnen mit sattem Minus

Lausitzer Füchse rechnen mit sattem Minus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dirk Rohrbach
Geschäftsführer Dirk Rohrbach wurde zum Glück negativ auf das Coronavirus getestet. © imago images
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Auch die Lausitzer Füchse rechnen mit massiven Verlusten. Aus diesem Grund machen es die Weißwasseraner den Dresdner Eislöwen nach und veranstalten ein fiktives Eishockeyspiel. Das Motto auch hier: „Zweimal vollmachen, bitte!“.

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Weißwasser. Inzwischen ist die Entscheidung, die Eishockeysaison abzubrechen, zwar eine Weile her. In Weißwasser aber kämpft man nicht nur mit den wirtschaftlichen Folgen des abrupten Endes des Spielbetriebes, sondern auch mit Corona direkt. Schließlich war bei einem Verantwortlichen des Stammvereins der Lausitzer Füchse, nämlich vom Eissport Weißwasser, das Virus positiv nachgewiesen worden. EHC-Geschäftsführer Dirk Rohrbach, der Kontakt zum Betroffenen hatte, konnte sich zwar über einen eigenen negativen Test freuen, wurde aber bis 22. März in Quarantäne verbannt.

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„Nun kann ich mich zwar den vielen wichtigen Dingen hier widmen – aber nur von zu Hause aus“, stöhnt Rohrbach, der mit massiven Verlusten rechnet: „Man weiß ja nicht, wie viele Spiele es für uns noch geworden wären. Insofern lässt sich das nicht so genau beziffern. Stand jetzt gehe ich von einem Defizit im Bereich zwischen 60.000 bis 100.000 Euro aus. Das ist schon sehr, sehr heftig!“ Um die Existenz der EHC LausitzerFüchse Spielbetriebs GmbH nicht zu gefährden, haben sich der „Oberfuchs“ und seine Mitstreiter entschieden, wie die Dresdner Eislöwen auch ein fiktives Eishockeyspiel zu veranstalten. Unter dem Motto „Zweimal vollmachen, bitte!“ ist es das Ziel, den Fuchsbau virtuell zweimal ausverkauft zu bekommen. Das wären 5.950 Tickets, die für die zumindest zwei sicheren Play-down-Spiele gegen Landshut ersatzweise an den Fan gebracht werden sollen. Der Ticketpreis ist höchst symbolträchtig: 19,32 Euro. Die Zahlenfolge entspricht dem Gründungsjahr des Eishockey-Sports im ostsächsischen Puckmekka.

Füchse bleiben zweitklassig

Viel Klärungsbedarf gibt es allerdings auch an der Spielerfront. „Gerade unsere ausländischen Cracks wollen natürlich so schnell wie möglich in die Heimat zurück, weil sie befürchten, dass irgendwann hier gar nichts mehr geht. Auch da müssen wir schauen, wie wir uns einigen können“, erzählt Rohrbach, der parallel natürlich auch schon am Team für die kommende Spielzeit bastelt – wann immer die auch starten mag. Recht weit sei man bereits in Sachen Trainer: „Wir als Lausitzer Füchse würden mit ihm weiter zusammenarbeiten wollen. Zudem gibt es ja auch eine Vertragslage. Die finalen Besprechungen hat es aber noch nicht gegeben. Von der Tendenz her denke ich, dass Corey Neilson unser Coach bleibt.“

Daheim im gar nicht so stillen Kämmerlein konnte inzwischen zumindest etwas der Druck der den Füchsen ja drohenden Abstiegsrunde vom Geschäftsführer abfallen. Durch die Entscheidung der DEL2-Ligenleitung bleibt Weißwasser zweitklassig. „Die Anspannung war durchaus groß. Andererseits hatte die Mannschaft aber zuletzt einen guten Lauf und auch mit viel Selbstvertrauen agiert. Dennoch bin ich von einer engen Serie gegen Landshut ausgegangen. Dazu bin ich mir sicher, dass die Play-downs garantiert nicht spurlos an mir vorübergegangen wären…“, räumt Dirk Rohrbach ein – und regiert seinen Heimatclub sozusagen aus dem Wohnzimmer.

Sebastian Matthieu