06. November 2020 / 09:34 Uhr

Lausitzer Füchse setzen noch mehr auf die Jugend

Lausitzer Füchse setzen noch mehr auf die Jugend

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hintere Reihe (v.l.): Ludwig Nirschl, Luis Müller, Moritz Raab, Tim Detig, Lars Reuss, Feodor Boiarchinov. Mittlere Reihe (v.l.): Betreuer Thomas Scholz, Betreuer Jürgen Rucks, Zeugwart Stefan Wohlschlager, Masseur Florian Ostermann, Luis Rentsch, Nick Walters, Tim Junge, Robert Farmer, Philip Kuschel, Jakub Kania, Torwarttrainer Antti Merilaeinen, Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Vordere Reihe (v.l.): Eric Steffen, Tomas Andres, Rylan Schwartz, Brad Ross, Co-Trainer Chris Straube, Mac Carruth, Trainer Corey Neilson, Kale Kerbashian, Nick Ross, Ondrej Pozivil, Nils Velm.
Hintere Reihe (v.l.): Ludwig Nirschl, Luis Müller, Moritz Raab, Tim Detig, Lars Reuss, Feodor Boiarchinov. Mittlere Reihe (v.l.): Betreuer Thomas Scholz, Betreuer Jürgen Rucks, Zeugwart Stefan Wohlschlager, Masseur Florian Ostermann, Luis Rentsch, Nick Walters, Tim Junge, Robert Farmer, Philip Kuschel, Jakub Kania, Torwarttrainer Antti Merilaeinen, Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Vordere Reihe (v.l.): Eric Steffen, Tomas Andres, Rylan Schwartz, Brad Ross, Co-Trainer Chris Straube, Mac Carruth, Trainer Corey Neilson, Kale Kerbashian, Nick Ross, Ondrej Pozivil, Nils Velm. © Thomas Heyde
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Die Lausitzer Füchse mussten die Kosten um 25 Prozent senken und teure Spieler verabschieden. Der Verein möchte dies in der kommenden Saison nutzen, um noch mehr Möglichkeiten für die Youngster zu schaffen, ihr Können zu zeigen und zu verbessern. Von den 13 Neuzugängen sind acht Spieler maximal 20 Jahre alt.

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Weißwasser. Das ganz gruselige Ende der vergangenen Spielzeit – der Kampf um den Klassenerhalt in den Playdowns – blieb den Lausitzer Füchsen durch den Saisonabbruch erspart. Dabei war man mit dem wohl teuersten Team der Vereinsgeschichte höchst erwartungsvoll gestartet, wurde aber nur Elfter. Und dann kam Corona. „Meine Analyse ergab, dass wir zwar hervorragende Individualisten hatten, die aber als Führungsspieler immer wieder Schwierigkeiten mit dem Beitrag hatten, den wir uns von ihnen erhofften – sowohl offensiv als auch defensiv. Zudem war der mannschaftliche Zusammenhalt als verschworene Gemeinschaft nicht stark genug“ ließ Trainer Corey Neilson wissen – und krempelte das Team um.

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Ihm stand allerdings weniger Monetäres zur Verfügung als zuletzt. „Wir mussten den Etat für die Spieler um etwa 25 Prozent und den für den Staff um 10 bis 15 Prozent reduzieren“, rechnete EHC-Geschäftsführer Dirk Rohrbach „pandemiebedingt“ vor. Die logische und auch gewollte Folge war, dass man sich von den „teuren“ Cracks trennte und nun noch mehr auf die Jugend setzt. Acht der insgesamt 13 Neuzugänge sind unter bis maximal 20 Jahre alt. „Wir haben eine schöne Mischung aus jungen, aufstrebenden Spielern, die in Bezug auf ihre Fertigkeiten wirklich sehr talentiert sind. Dazu stehen auch einige sehr starke, ältere Spieler im Kader, die ganz bestimmt und in unterschiedlicher Art und Weise an beiden Enden der Eisfläche sowie als Führungsspieler ihren Beitrag leisten können“, erklärte Neilson die Mannschaftszusammenstellung.

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Herausragend waren die Vertragsverlängerungen von Kale Kerbashian und Brad Ross sowie die Neuverpflichtung von Nick Ross, dem Bruder von Brad, und Rylan Schwartz. Während Letztgenannter auch einen deutschen Pass besitzt, wurde mit Nick Ross diesmal wieder eine Ausländerposition in die Abwehr investiert. Unter das Kontingent fallen zudem Torhüter Mac Carruth und die Stürmer Robert Farmer und Kale Kerbashian. Carruth ist die unumstrittene Nummer eins. Dahinter streiten mit Eric Steffen und Nils Velm zwei Youngster um die Nummer zwei. Allerdings dürfte auch Tobias Ancicka von den Eisbären Berlin mit einer Förderlizenz zu Einsätzen im Fuchsbau kommen.

„Junge Wilde“ werden Anlaufzeit benötigen

Im Defensivverbund gilt es den Weggang von Nummer-eins-Verteidiger Joel Keussen und den von Oliver Granz zu ersetzen. Mit Jakub Kania und Ondrej Pozivil sind zwei Routiniers geblieben. Nick Walters könnte der „neue Granz“ werden. Und mit Philip Kuschel und dem in der Vorbereitung vom Stürmer zum Defender umgeschulten Luis Rentsch sind zwei Einheimische zum Verteidigen berufen. Sollte er nicht direkt den Sprung in die DEL schaffen, wäre auch Eric Mik mit einer Eisbären-Förderlizenz eine Defensiv-Verstärkung.

Im Angriff sind die Veränderungen am gravierendsten. Mit Mike Hammond, Jordan George, Darcy Murphy und Clarke Breitkreuz ließ man vier (incl. Keussen fünf) der sechs Top-Scorer ziehen. Weil in den eigenen Reihen allenfalls sechs unter die Kategorie „erfahren“ zu zählende Stürmer (Brad Ross, Schwartz, Andres, Farmer, Kerbashian, Boiarchinov) stehen, könnte es ohne regelmäßige Einsätze von Angreifern des Kooperationspartners aus Berlin schnell an der nötigen Tiefe im Kader fehlen.

Denn die „jungen Wilden“, von denen nach den Eindrücken aus der Vorbereitung Nirschl, Detig und Reuß die besten Chancen auf den alsbaldigen Durchbruch in Liga zwei haben, werden zumindest Anlaufzeit benötigen. Namen wie Nino Kinder, Thomas Reichel, Fabian Dietz oder Sebastian Streu hätten daher im Fuchsbau einen guten Klang und wären gern gesehene „Gäste“. Damit hieße die Erfolgsformel bei den Ostsachen wohl „überragender Keeper“ plus „leistungsstarke Führungsspieler“ plus „regelmäßige Förderlizenzlerhilfen“ plus „wenig Verletzungspech“ plus „schnell zweitligataugliche Youngster“ ist gleich der „Weg in die Playoffs“.

Sebastian Matthieu