28. November 2019 / 09:49 Uhr

Lausitzer Füchse verteidigen zu lasch

Lausitzer Füchse verteidigen zu lasch

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Mac Carruth (verdeckt), der Golie der Füchse, stand in den vergangenen Spielen in der DEL2 unter Dauerbeschuss.
Die Füchse standen in den vergangenen Spielen in der DEL2 unter Dauerbeschuss. © imago
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In Weißwasser reift in der Derbywoche eine bittere Erkenntnis. Kein Team der DEL2 hat ansatzweise so viele Pucks auf den Kasten bekommen wie die Lausitzer Füchse.

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Weißwasser. So langsam macht sich im Weißwasseraner Eishockeyfuchsbau eine gewisse Ratlosigkeit breit. Warum kommen die Lausitzer Füchse nicht endlich in die Gänge? Warum werden Fehler, die in dieser Saison schon jede Menge Punkte gekostet haben, immer wieder gemacht? Glaubte man nach dem 4:1-Erfolg am Sonntag in Bietigheim, nun endlich sei ein erfolgsträchtiger Weg gefunden, so zerstörten die Blau-Gelben mit einem wenig erbaulichen Auftritt am Dienstag beim Derby in Crimmitschau die Hoffnung auf Besserung und unterlagen mit 3:6. Bester Fuchs war bezeichnenderweise Torhüter Maximilian Franzreb.

Über 40 Torschüsse pro Spiel

Vor ein paar Wochen erklärte EHC-Trainer Corey Neilson, dass es zum Spielplan der Ostsachsen gehöre, bewusst Schüsse auf das eigene Tor zuzulassen – aber nur aus größerer Entfernung und wenig gefährlichen Positionen. Irgendwie müssen das die Schützlinge des „Oberfuchses“ falsch verstanden haben. Kein Team der DEL2 hat ansatzweise so viele Pucks auf den Kasten bekommen wie die Oberlausitzer. Immerhin 932 auf deren Tor wurden schon gezählt, im Schnitt also über 40 (!) pro Spiel. Auf Rang zwei des Schussrankings finden sich die Dresdner Eislöwen, deren Goalies 760 gegnerische Versuche zu entschärfen hatten. Nimmt man den Schnitt je Partie, ist Bad Nauheim Vize – mit reichlich 34 Schüssen.

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Verzetteln sich in Schönspielerei

Da verwundert auch nicht, dass Weißwassers Torhüter Mac Carruth die beste Fangquote der Stammkeeper aufweist. Mehr als 93% der auf ihn abgefeuerten Scheiben hat er gestoppt. Das Dumme ist nur: Mitnichten fliegen die Spielgeräte nur aus ungefährlichen Zonen auf das Füchse-Tor zu. Immer wieder geben die Lausitzer beste Schusspositionen her. Nimmt man das Derby vom Dienstag, dann standen am Ende 44:19 Schussversuche pro ETC zu Buche. Nach zwei Dritteln war da noch ein 32:9 zu lesen, wobei im Mittelabschnitt nur zwei Torschüsse der Neilson-Schützlinge gezählt wurden. Womit ein weiteres Problem im Spiel der Weißwasseraner greifbar wird: Fast immer agieren die Füchse zu kompliziert, verzetteln sich in Schönspielerei und ziehen Passstaffetten dem konsequenten Torabschluss vor. So unterlagen sie zuletzt den Ravensburg Towerstars (1:3) und nun eben auch Crimmitschau.

Nächsten Duelle wegweisend

In Bietigheim dagegen hielten sie das Spiel einfach, schossen bis sich ergebenden Gelegenheiten und holten drei Punkte. Ob der fehlende Lerneffekt nur am insgesamt jugendlichen Team liegt, muss inzwischen bezweifelt werden. Auf alle Fälle aber entscheidet sich aber in den nächsten Matches, ob der Weg der Füchse wieder nach oben geht oder doch langsam in die Niederungen der Tabelle abgerutscht wird.

jur