15. Juli 2021 / 10:26 Uhr

"LE in Tokio": Kicker Benjamin Henrichs – Rio-Finalgegner Brasilien als Standortbestimmung

"LE in Tokio": Kicker Benjamin Henrichs – Rio-Finalgegner Brasilien als Standortbestimmung

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
AUGSBURG, GERMANY - OCTOBER 17: Leipzig's Benjamin Henrichs reacts during the German Bundesliga soccer match between FC Augsburg and RB Leipzig at WWK-Arena on October 17, 2020 in Augsburg, Germany. (Photo by Lukas Barth-Tuttas - Pool/Getty Images)
Will mit der Nationalelf in Tokio hoch hinaus: RB-Akteur Benjamin Henrichs. © Lukas Barth-Tuttas - Pool/Getty Images
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Auch RB Leipzigs Benjamin Henrichs ist auf Olympiakurs, gehört zum Mini-Team des DFB in Tokio. Der 24-Jährige könnte im Viertelfinale auf Spanien und seinen Vereinskollegen Dani Olmo treffen. Doch da soll noch nicht Schluss sein. Der Defensivspezialist wünscht sich eine Medaille – am liebsten goldenes Edelmetall.

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Leipzig. Vor fünf Jahren gab es nach einem großen Fußball-Spektakel im legendären Maracana von Rio de Janeiro die Silbermedaille für die deutschen Fußballer bei den Olympischen Spielen. Nach der knappen Finalniederlage im Elfmeterschießen gegen Gastgeber Brasilien vor ausverkauftem Haus schlichen die beiden Leipziger RB-Profis Lukas Klostermann und Davie Selke gemeinsam mit ihren Teamkollegen ein wenig traurig vom Platz – wenige Tage später aber waren sie durchaus stolz auf ihre Plakette und froh über das olympische Erlebnis. Damals fiel das Endspiel mit der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal auf einen Tag – Bundesliga-Neuling RB Leipzig scheiterte bei Dynamo Dresden.

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Auftaktpartie als Standortbestimmung

In diesem Jahr will RB-Profi Benjamin Henrichs ebenfalls bis zum Finaltag beim olympischen Fußball-Turnier dabei sein. Und der gebürtige Bocholter hofft, dass die Bullen die Pokalhürde Sandhausen am 7. August auch ohne ihn meistern.

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Die Vorzeichen für den 24 Jahre alten Defensivspezialisten und die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz stehen nach zahlreichen Absagen zunächst einmal nicht besonders günstig. Verletzungsprobleme haben die Olympiaauswahl auf der einen Seite geschwächt, auf der anderen haben sich einige Proficlubs mehr als schwergetan, ihren Japan-Kandidaten die Freigabe zu erteilen. Deshalb landete Kuntz gestern nur mit einem 18 Spieler „starken“ Mini-Kader im Land der aufgehenden Sonne – vier Plätze im Team blieben unbesetzt.

Henrichs sieht das Auftaktspiel als Standortbestimmung. Sieben Tage hat die Olympia-Elf nur noch Zeit, sich zu finden. Bereits heute in einer Woche – und damit einen Tag vor der offiziellen Olympia-Eröffnung – wird es ernst. Am 22. Juli (13.30 Uhr MESZ/ARD und Eurosport live) trifft die deutsche Mannschaft in der Neuauflage des Finals von 2016 in Yokohama auf Brasilien. „Unsere Mannschaft hat so noch nie zusammengespielt“, sagte der RB-Verteidiger. Der Auftaktgegner bereite sich dagegen seit fast einem Monat gemeinsam auf das Turnier vor. Um so wichtiger ist der Umstand, dass die Deutschen an diesem Samstag vor Ort noch einen Test gegen Honduras absolvieren können.

Rückendeckung von RB-Coach Marsch

Im Viertelfinale wäre für Henrichs sogar ein Duell gegen Spanien und seinen Vereinskollegen Dani Olmo möglich. „Dani hat ein brutal gutes EM-Turnier gespielt“, sagte Henrichs der „Bild“-Zeitung. „Seine Leistung war schon bei uns im Team Thema, alle haben großen Respekt vor ihm.“ Beim Halbfinal-Aus gegen Italien schoss Olmo seinen Elfmeter über das Tor, er hatte sich aber trotz seiner Adduktorenprobleme in den Dienst der Mannschaft gestellt.

Henrichs ist froh, dass RB-Trainer Jesse Marsch die Olympiapläne beider Profis voll unterstützt hat. Er selbst wünscht sich eine Medaille – am liebsten die goldene. Beim Finale 2016 saß er noch am Fernseher – und hatte Gänsehaut.

Vorrunde (MESZ), 22.7., 13.30 Uhr: gegen Brasilien, 25.7., 13.30 Uhr: gegen Saudi-Arabien, 28.7., 10 Uhr: gegen Elfenbeinküste. VF: 31.7., HF: 3.8.. Pl. 3: 6.8. Finale: 7. 8. (13.30 Uhr)