21. Juli 2021 / 08:28 Uhr

"LE in Tokio" mit Schwimmer Thomasberger: „Mr. Butterfly“ besser als bei der WM in Korea

"LE in Tokio" mit Schwimmer Thomasberger: „Mr. Butterfly“ besser als bei der WM in Korea

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
03.04.2021, Baden-Württemberg, Heidelberg: David Thomasberger schwimmt beim Finale über 200 Meter Schmetterling bei einem Olympia-Qualifikationswettkampf in der Schwimmhalle des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar. Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
David Thomasberger möchte bei den Olympischen Spielen an die guten Leistungen während der Coronasaison anknüpfen. © dpa
Anzeige

Leipzigs Schmetterling-Ass David Thomasberger nimmt Kurs in Richtung Weltspitze. Der 25-Jährige vom Post SV möchte bei den Olympischen Spielen mindestens bis ins Halbfinale kommen und ist für eine optimale Vorbereitung extra frühzeitig nach Tokio gereist.

Anzeige

Leipzig. Mindestens Halbfinale, mit etwas Glück und der perfekten Tagesform könnte sogar der Endlauf drin sein und die 1:55-min-Schallmauer fallen: Leipzigs „Mr. Butterfly“ David Thomasberger ist mit großen Erwartungen nach Japan gereist, wo sich der Schwimmer vom Post SV seit zehn Tagen an die Zeitzone in Fernost anpasst.

Anzeige

In der Anpassung liegt für den 25-Jährigen ein Schlüssel zum Erfolg. Denn in der olympischen Coronasaison lief für den gebürtigen Saalfelder trotz aller Einschränkungen bislang alles glatt: Der Sportsoldat ist gesund geblieben, schwamm auch ohne Höhentraining im April über 200 m Schmetterling deutschen Rekord (1:55,04 min), das Juni-Camp in der Höhe der Sierra Nevada (Spanien) lief wie am Schnürchen und hat den Schützling von Frank Embacher noch einmal auf ein höheres Grundniveau gehievt.

Mehr zum Schwimmen

David Thomasberger vergleicht die Situation im Vorfeld seiner ersten Olympischen Spiele stark mit den Weltmeisterschaften 2019. Die fanden in Südkorea in ähnlicher Zeit- und Klimazone statt, auch damals bereitete er sich in Kumamoto vor. Doch im WM-Vorlauf verpasste er seine Bestzeit und schied aus.

„Es gibt einiges, was ich besser machen kann als vor zwei Jahren“, sagt der Zwei-Meter-Mann. Vor der WM kam er mit dem Jetlag gar nicht zurecht, lag nachts wach und suchte erst nach fünf Tagen Hilfe bei der Teampsychologin. Erste Maßnahme in diesem Jahr: möglichst nicht wie gerädert in Japan ankommen. Sein Verein und die Startgemeinschaft SSG gaben dem Athleten einen finanziellen Zuschuss, die der Wahl-Leipziger gern in ein Upgrade in die First Class investierte. Es hat geklappt. „Nach drei Tagen konnte ich nachts normal durchschlafen. Inzwischen passt der normale Rhythmus – einschließlich Mittagsschlaf.“ Am Mittwoch geht es ausgeruht nach Tokio ins Olympische Dorf.

Warten in den „Call Rooms“

Auch sonst stehen die Vorzeichen besser als 2019, als er teils noch körperlich schwer arbeitete, ehe sich die Tür zur Sportfördergruppe öffnete. „Damals hatte ich auch noch Probleme, am Morgen meine Leistung abzurufen. Daran haben wir erfolgreich gearbeitet.“ Die Olympianorm erfüllte er im April in Heidelberg erstmals vormittags. Diesmal finden aus Rücksicht auf den amerikanischen TV-Markt Halbfinale und Finale vormittags statt, der Vorlauf abends.

Der Olympianeuling weiß, dass die letzten 20 Minuten vor einem großen Rennen schwierig sind. Statt die langen Arme und Beine zu bewegen, verbringen die Athleten die Zeit vor dem Start in mehreren „Call Rooms“, die immer stickiger und enger werden und wo man dem Blickkontakt der Konkurrenz nicht entkommt. Auch darauf hat sich der Leipziger eingestellt.

Vorlauf 26.7, 12.35 Uhr (MESZ), Halbfi. 27.7. 4.35 Uhr, Finale 28.7. 3.49 Uhr