07. Dezember 2021 / 15:48 Uhr

Lebenslänglich Alemannia Geithain: Grabows Vereinsliebe geht unter die Haut

Lebenslänglich Alemannia Geithain: Grabows Vereinsliebe geht unter die Haut

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Kendy Grabow (links), hier im Zweikampf mit dem Serbitzer Philpp Gerth. 
Kendy Grabow (links), hier im Zweikampf mit dem Serbitzer Philpp Gerth.  © Wolfgang Riedel
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Er hat es tatsächlich getan. Nicht aus Jux und Dollerei oder aus Langeweile wegen der abermaligen Corona-Pause, sondern aus Überzeugung. Kendy Grabow, Fußballer beim FSV Alemannia Geithain, geht seit kurzem mit dem Emblem seines Vereins auf der Haut aus dem Haus. 

Geithain. „Für den einen oder anderen sind solche Dinge das Ergebnis einer verlorenen Wette, beziehungsweise einer durchzechten Nacht auf Malle – für mich ist es eine Herzensangelegenheit. Es war eine absolut spontane Idee, mein allererstes Tattoo sollte durchaus etwas Besonderes sein. Was lag also näher, als sich das Wappen jenes Fußballvereins tätowieren zu lassen, welcher mich seit meiner Kinder- und Jugendzeit ununterbrochen begleitet?“

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Feste Konstante im Leben

Seit über 21 Jahren ist er Mitglied bei den Alemannen, davon zweieinhalb als Nachwuchsübungsleiter tätig, ansonsten durchweg Spieler. Er hofft darauf, sämtliche Wechselgerüchte im Keim erstickt zu haben und weiterhin fester Bestandteil der Herrenmannschaft sein zu können.

Der FSV sei eine feste Konstante in seinem Leben, was er mit dem kleinen Kunstwerk – welches im „Katharsis Tattoo Studio“ in Leipzig entstanden ist – zum Ausdruck bringen wollte. Ob sich der 28-jährige damit wirklich in bestechender Form befindet? Diese Frage kann er aufgrund des erneuten fußballerischen Lockdowns nicht beantworten. „Derzeit beschränken sich meine sportlichen Aktivitäten auf regelmäßige Laufeinheiten von der Couch bis zum Kühlschrank. Von der Menge und der Intensität her gleicht das Ganze allerdings beinahe einem Cooper-Test. Ich denke schon, dass ich auf diese Art und Weise einigermaßen fit bleibe.“

Der Geithainer ist übrigens in bester Tattoo-Gesellschaft, etliche prominente Kicker sind für ihre (zumeist allerdings fußballunabhängigen) Schmuckstücke bekannt. Ob Zlatan Ibrahimovic, Marco Reus oder Jerome Boateng – alle tragen sie mit Stolz und sorgen dadurch immer wieder für Gesprächsstoff in puncto Geschmackssache. David Beckham eilt zudem der Ruf voraus, die häufigsten Motive zur Schau stellen zu können. Selbst Vertreter der Trainergilde schrecken nicht davor zurück, sich etwas Nachhaltiges auf dem Körper verewigen zu lassen. Mancher von ihnen unisono dem Alemannia-Akteur sogar mit einem Vereinsemblem. So ließ sich der einstige Bielefelder Coach Stefan Krämer inmitten einer Aufstiegseuphorie den Arminia-Wimpel auf die linke Brust transferieren. Später wurde der Lockenschopf jedoch zum Wandervogel. Ein Werdegang, den Kendy Grabow für sich persönlich definitiv ausschließt.