11. Februar 2021 / 12:27 Uhr

Lee lässt Zukunft weiter offen – eine Chance für Holstein Kiel?

Lee lässt Zukunft weiter offen – eine Chance für Holstein Kiel?

Andreas Geidel
Bleibt er den Störchen erhalten, oder geht er: Jae-Sung Lee.
Bleibt er den Störchen erhalten, oder geht er: Jae-Sung Lee. © dpa/Armin Weigel
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Opa - Der Holstein-Blog: „Ich möchte immer die Aufmerksamkeit erhalten, indem ich jede Woche spiele“, so der Top-Spieler des Bundesliga-Unterhauses.

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Janni Serra und Jae-Sung Lee sind zwei Protagonisten der aktuellen Erfolgsstory beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel. Am Freitag (18.30) im Heimspiel gegen die Würzburger Kickers steht das Duo wieder auf dem Prüfstand. Doch am Saisonende laufen die Verträge dieses Duos aus, sie können dann ablösefrei den Klub wechseln. Während der 22-jährige Mittelstürmer Serra nach offiziell noch nicht bestätigten Meldungen beim abstiegsbedrohten Bundesligisten Arminia Bielefeld anheuert, scheint die Zukunft des 28-jährigen Offensiv-Allrounders Lee noch offen. Bleibt der südkoreanische Nationalspieler vielleicht sogar in Kiel? Holstein-Sportchef Uwe Stöver erklärte in dieser Woche mehrfach, der Verein habe sich in der Vergangenheit im Fall Lee intensiv um eine Vertragsverlängerung bemüht und werde dies auch in den kommenden Wochen tun. Bislang indes sind die Versuche ohne durchschlagenden Erfolg geblieben.

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In einem Interview mit dem Fußball-Portal goal.com sagte Lee zuletzt unter anderem, er wolle künftig für eine Mannschaft spielen, die seinen Wert schätze und ihn gut kenne. Er glaube nicht, dass es richtig sei, zu einem Team zu wechseln, nur weil dieses einen berühmten Namen trage. Er müsse sehen, ob das Team zu ihm passe. „Ich möchte immer die Aufmerksamkeit erhalten, indem ich jede Woche spiele“, so der Top-Spieler des Bundesliga-Unterhauses.

Vor Beginn seines Engagements bei den Störchen im August 2018 hatte Lee Borussia Dortmund als seinen persönlichen Traumverein beschrieben. Zudem hatte Lee im Januar erklärt, er wolle in der nächsten Saison in einem Verein spielen, der in der höchsten Klasse einer europäischen Top-Liga beheimatet ist. Musterprofi Lee habe in dieser Saison in Kiel, so Stöver, in Sachen Integration einen großen Schritt voran gemacht. Ein offenbar leistungsfördernder Wohlfühlfaktor.

Sollte den Störchen tatsächlich das Wunder mit Namen Bundesliga-Aufstieg gelingen, würden sich damit sicher auch die Chancen erhöhen, Lee an der Förde zu halten. Letztlich aber dürften auch in dieser Situation die Finanzen eine tragende Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen. Ob in diesem Punkt die Pokal-Einnahmen aus der TV- und Audiovermarktung des DFB helfen? Die dürften mit dem Einzug ins Viertelfinale bei rund zwei Millionen Euro liegen. Und könnten sich bei einem Erfolg gegen RW Essen am 3. März und dem damit verbundenen Einzug ins Halbfinale um das Doppelte erhöhen.

Planungssicherheit hat Stöver bei zurzeit 39 Punkten zumindest für ein weiteres Jahr in Liga zwei. Eine famose Zwischenbilanz, schließlich ist erst etwas mehr als die Hälfte des Spieljahres absolviert. Nicht nur bei Serra und Lee laufen die Arbeitspapiere am 30. Juni aus. Gleiches gilt (ohne Kenntnis möglicher vertraglich definierter Optionen) für Dominik Reimann, Jannik Dehm, Stefan Thesker, Johannes van den Bergh, Aleksandar Ignjovski, Benjamin Girth sowie den aus Köln geliehenen Niklas Hauptmann.

Im Sommer zur Verfügung stünde - Stand heute – folgendes Aufgebot - Tor: Ioannis Gelios (Vertrag bis 2022), Thomas Dähne (2023).

Abwehr: Hauke Wahl (2023), Marco Komenda (2023), Simon Lorenz (2023), Mikkel Kirkeskov (2023), Phil Neumann (2022).

Mittelfeld und Angriff: Jonas Meffert (2022), Alexander Mühling (2023), Jonas Sterner (2022), Ahemt Arslan (2024), Joshua Mees (2024), Fin Bartels (2022), Fin Porath (2023), Fabian Reese (2023), Noah Awuku (2023).

Dazu kommen die bis zum kommenden Sommer ausgeliehenen Philipp Sander (Verl/Vertrag in Kiel bis 2022), „Rudi“ Baku (Warta Posen/2022), David Atanga (Wacker Mödling/2022), Daniel Hanslik (Kaiserslautern/2022) und Lion Lauberbach (Hansa Rostock/2022). Torwart-Talent Timon Weiner ist bis zum 30. Juni 2022 an den 1. FC Magdeburg ausgeliehen und hat in Kiel einen Kontrakt bis 2023.

Auf die Frage, ob die über den 30. Juni dieses Jahres hinaus laufenden Verträge auch für den Fall des Erstliga-Aufstiegs Gültigkeit besitzen, antwortete Stöver: „Gehen Sie davon aus, dass der Verein schon vor meiner Zeit und auch während meiner Zeit hier in Kiel seine Hausaufgaben gemacht hat.“

Von Andreas Geidel und Andrè Haase

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