02. August 2022 / 11:24 Uhr

"Leere Worte werden nicht reichen": Hrubesch nimmt DFB bei Frauen-Fußball stärker in die Pflicht

"Leere Worte werden nicht reichen": Hrubesch nimmt DFB bei Frauen-Fußball stärker in die Pflicht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Frauen-Bundestrainer Horst Hrubesch (eingeklinkt) fordert nach der Leistung der Nationalmannschaft bei der EM in England ein stärkeres Bekenntnis vom DFB zum Frauen-Fußball.
Ex-Frauen-Bundestrainer Horst Hrubesch (eingeklinkt) fordert nach der Leistung der Nationalmannschaft bei der EM in England ein stärkeres Bekenntnis vom DFB zum Frauen-Fußball. © IMAGO/Sportimage, Oliver Ruhnke (Montage)
Anzeige

Horst Hrubesch, früherer Interimstrainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, fordert nach der starken Leistung bei der Frauen-EM in England ein noch stärkeres Bekenntnis des DFB zum Frauen-Fußball. Zudem unterstützt der 71-Jährige die Idee eines Mindestgehalts in der Frauen-Bundesliga.

Der frühere Frauen-Bundestrainer Horst Hrubesch fordert nach der großartigen EM ein noch stärkeres Bekenntnis des DFB zum Frauen-Fußball. "Ich hoffe, dass der Hype bleibt, sich der Frauen-Fußball weiterentwickelt. Nur leere Worte werden nicht reichen“, sagte der 71-Jährige in einem Sport1-Interview. Dabei müssten die Verbände mit eingebunden und ein Programm entwickelt werden, "das wirklich greift. Und da ist der DFB gefordert. Die Basis muss wesentlich breiter aufgestellt werden.“ Frauen-Fußball dürfe "in der Welt einfach nicht mehr belächelt“ werden: "Das darf keiner mehr machen. Was von den Mädels bei der EURO gezeigt wurde, war Weltklasse. Nicht nur vom deutschen Team. Das war First Class.“

Anzeige

Ein erstes Zeichen wäre es aus seiner Sicht, wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) trotz des verlorenen EM-Finals gegen England (1:2 n.V.) dem Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg die volle EM-Prämie auszahlen würde. "Wie kriegt man die Frauen auf den Stellenwert, der ihnen zusteht? Der DFB sollte den Mädels die volle Prämie zahlen. Weil das, was sie für den Fußball geleistet haben, kann man gar nicht hoch genug bewerten“, sagte Hrubesch, der 2018 vor Voss-Tecklenburg zehn Monate interimsmäßig die DFB-Frauen trainiert hatte. Für den Titelgewinn hatte der DFB eine Rekordprämie von 60 000 Euro für jede Spielerin ausgelobt, für den Finaleinzug je 30 000 Euro.

In Deutschland sei die Nachwuchsarbeit schlecht, es gäbe "immer noch Probleme, die Mädels auf einen richtig professionellen Stand zu bringen“, sagte Hrubesch auch mit Blick auf Trainingsplätze oder Anstoßzeiten. Zudem machte er sich für die Einführung eines Mindestgehalts stark. Aber 2000 bis 3000 Euro, wie es während der EM Nationalspielerin Lina Magull in den Raum gestellt hatte, seien aus Sicht des früheren Nationalspielers immer noch "zu wenig“.

"Wir reden darüber, dass die Profis am Ende des Tages für ihren Job professionelle Strukturen haben, dann sollen sie auch professionell bezahlt werden“, sagte Hrubesch und ergänzte: "Die Mädels, die in diesem Bereich Fußball spielen, müssen so viel Geld verdienen, dass sie nicht noch einen Nebenjob machen müssen. Erst dann können wir von professionellem Frauen-Fußball sprechen.“

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv in der Konferenz bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.