24. Oktober 2020 / 21:25 Uhr

Lehrstunde gegen "abgezockte Hunde": RSV Eintracht unterliegt MSV Pampow

Lehrstunde gegen "abgezockte Hunde": RSV Eintracht unterliegt MSV Pampow

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
RSV-Verteidiger Lennart Buchholz (l.) im Duell mit Justin Liam Hoffmann.
RSV-Verteidiger Lennart Buchholz (l.) im Duell mit Justin Liam Hoffmann. © Benjamin Feller
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NOFV-Oberliga Nord: Vor 140 Zuschauern auf dem Sportplatz an der Stahnsdorfer Heinrich-Zille-Straße kassiert der Aufsteiger gegen die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern eine deutliche Niederlage.

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Die Oberliga-Fußballer des RSV Eintracht 1949 kassierten beim 0:3 (0:1) im Heimspiel gegen den MSV Pampow die höchste Saisonniederlage. „Das war ein verdienter Sieg für Pampow“, suchte Patrick Hinze nach der Pleite am Samstagnachmittag vor 140 Zuschauern auf dem Sportplatz an der Stahnsdorfer Heinrich-Zille-Straße nicht lange nach Ausreden. „Das war eine typische Lehrstunde gegen eine Mannschaft, die das gut gemacht und ein paar abgezockte Hunde in ihren Reihen hat.“ Bei seinem Team vermisste der RSV-Trainer, der wieder zahlreiche Stammspieler ersetzen musste (siehe unten), hingegen die „letzte Gier“, dieses Spiel gewinnen zu wollen. „Gerade in der Offensive haben wir die letzte Genauigkeit vermissen lassen und es so verpasst, uns weitere klare Chancen zu erarbeiten.“

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Gegenüber dem 2:1-Auswärtssieg bei Victoria Seelow ersetzten Dominik Kruska und Tom Dräger in der Startelf des RSV Marcus Stachnik und Felix Kausch. Die erste Großchance der Partie für den RSV vergab Fabio Engelhardt in Minute 13. Nach einer Ecke von Niklas Goslinowski scheiterte der Mittelfeldakteur aus Nahdistanz an Gästekeeper Ronny Losereit. Auf der anderen Seite tauchte Christian Degener nach einem schnell vorgetragenen Konter frei vor Daniel Hemicker auf, setzte das Leder aber über den Kasten (15.).

In Bildern: RSV Eintracht unterliegt dem MSV Pampow.

Mit 0:3 unterliegen die Kicker des RSV Eintracht (weiße Trikots) dem MSV Pampow. Vor 140 Zuschauern waren die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern das bessere Team und verdienten sich die drei Punkte. Zur Galerie
Mit 0:3 unterliegen die Kicker des RSV Eintracht (weiße Trikots) dem MSV Pampow. Vor 140 Zuschauern waren die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern das bessere Team und verdienten sich die drei Punkte. © Benjamin Feller

Nachdem Goslinowski aus halbrechter Position deutlich verzog (26.), blieb der Gastgeber am Drücker, ließ bei seinen Offensivaktionen aber die letzte Durchschlagskraft vermissen. Mit seiner zweiten Chance des Spiels brachte Degener den MSV aus Mecklenburg-Vorpommern per Abstauber in Führung (36.). Hemicker, der beim ersten Abschluss eines Gästespielers noch stark parierte, wurde dabei von seiner Hintermannschaft im Stich gelassen.

Wenig später verhinderte Hemicker mit zwei guten Paraden gegen Vsevolods Camkins das drohende 0:2 aus RSV-Sicht (40.). In dieser Phase des Spiels agierten die Gastgeber zu umständlich und gingen so mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine. Zur zweiten Halbzeit kam Antonin Hennig für den gelb vorbelasteten Heinze ins Spiel. Der Aufsteiger tat sich dennoch weiter schwer, gegen die clever agierenden Pampower Chancen zu kreieren. Mit einem Dreifachwechsel in Minute 65 versuchte Hinze noch einmal neue Impulse zu setzen.

Auswärts beim FC Hertha 03 Zehlendorf

Bis auf einen geblockten Schuss von Luca Krüsemann (66.) und einem vergeblich geforderten Elfmeter nach vermeintlichem Foul an Julian Rauch (69.), blieben die Stahnsdorfer aber weiter blass. Für die Vorentscheidung sorgte dann Camkins, der eine Kopfballablage gekonnt per Volley ins linke Eck des RSV-Tores verwandelte. Hemicker blieb dabei erneut keine Abwehrchance.

Die beste Chance zum Anschluss bot sich Rauch, dessen Schlenzer aber knapp am rechten Pfosten vorbeistrich (77.). In der 85. Minute setzten die Gäste den Schlusspunkt. Ein Schuss von Rei Oami wurde von Marvin Runge noch entscheidend abgefälscht und trudelte ins RSV-Gehäuse. „Dieser Treffer war bezeichnend für unseren Tag“, befand Hinze, für dessen Team es am kommenden Sonntag (1. November) auswärts mit einer ganz schweren Aufgabe beim FC Hertha 03 Zehlendorf weitergeht. Die Berliner sind mit hohen Ambitionen in die Saison gestartet. Nachdem diese nicht erfüllt werden konnten, trennten sie sich bereits früh von Cheftrainer Simon Rösner.

Hinrunden-Aus für Levi Böttcher

Nach der deutlichen Heimniederlage vermeldete der RSV weitere Hiobsbotschaften aus seinem Verletztenlazarett. So musste Angreifer Levi Böttcher, der in dieser Oberliga-Saison noch gar nicht auf dem Platz stand, am Meniskus operiert werden und wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen. Gelaufen ist die Hinrunde wohl auch für Felix Kausch, der sich einen Zeh gebrochen hat. Er reiht sich damit in die Liste der Langzeitverletzten ein, in der ebenfalls Felix Matthäs (Kreuzbandriss) und Alexander Möhl (Schleimbeutelentzündung) stehen. Tim Schönfuß konnte zwar zumindest wieder mit dem Lauftraining beginnen, wird Patrick Hinze aber noch einige Wochen fehlen. Einziger richtiger Lichtblick aktuell: Der zentrale Mittelfeldspieler Torben Neubauer dürfte am kommenden Wochenende gegen den FC Hertha 03 Zehlendorf nach überstandenen Rückenproblemen wieder zur Verfügung stehen.

RSV Eintracht 1949: Hemicker – Buchholz (65. Krüsemann), Ring, Bensch, Kruska – Dräger (65. Stachnik), Ronis, Rauch, Engelhardt (72. Mautsch), Goslinowski (65. Lietz), Heinze (46. Hennig).