08. September 2020 / 18:17 Uhr

Meyer macht’s möglich: 96-Zehnkämpfer holt nächsten DM-Titel

Meyer macht’s möglich: 96-Zehnkämpfer holt nächsten DM-Titel

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Meisterjubel: Marcel Meyer von Hannover 96
 gewinnt den Titel über 400 Meter Hürden.
Meisterjubel: Marcel Meyer von Hannover 96 gewinnt den Titel über 400 Meter Hürden. © imago images/Beautiful Sports
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Marcel Meyer hat es noch einmal getan. Nur zwei Wochen nach seinem Sieg bei der deutschen Zehnkampf-Meisterschaft reckte der U20-Athlet von Hannover 96 im Ziel wieder seine Faust in den Himmel. Wieder bei einer nationalen Meisterschaft. 

Diesmal gab es im 400-Meter-Hürden-Finale der Jugend-DM in Heilbronn Gold. In deutscher Jahresbestzeit von 52,57 Sekunden schockte er alle Spezialisten. Tom Unverricht vom TuS Bothfeld (53,23) holte sich Bronze, und der Osnabrücker Jordan Gordon (53,01) komplettierte dazwischen das rein niedersächsische Medaillentrio.

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Nach verhaltenem Beginn hatte Meyer erst auf der Zielgeraden seine Rivalen abgehängt. „Das war richtig cool und hat Spaß gemacht“, sagte Meyer grinsend. „Ich bin in erster Linie Zehnkämpfer. Aber meine 400-Meter-Zeit ist nicht die schlechteste – und eine gute Hürdentechnik habe ich auch. Da dachte ich mir, ich könnte das mal ausprobieren“, so der Meister nach seinem zweiten Langhürdenlauf.

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Auch bei der weiblichen Jugend standen zwei aus der Region im 400-Meter-Hürden-Finale. Anne Gebauer (VfL Eintracht Hannover) lief in der U20-Klasse in 62,90 Sekunden auf Rang sechs, Yasmin Amaadacho (Garbsener SC/62,79) erreichte jenen bei der U18-Jugend.

Grewe springt zu Dreisprung-Silber

Die nächste hannoversche Medaille gab es im Dreisprung. Luis Grewe (VfL Eintracht) führte noch vor dem letzten Durchgang, bevor ihm Favorit Tim Kuhn (SV Zwickau) mit einem Supersprung auf 15,01 Meter noch den Titel entriss.

Grewe war mit Silber und 14,56 Metern dennoch zufrieden. „Eine Medaille war das Ziel. Schade ist der Verlauf schon etwas, aber es wird nun einmal nach dem letzten Versuch abgerechnet“, sagte Landestrainer Frank Reinhardt.

Die noch größere Überraschung als Grewe war sein Vereinskollege Till Werner. Mit 14,16 Metern wurde er Vierter. Er lag vor dem letzten Durchgang noch auf dem Bronzerang. „Für Till war das erst der zweite Dreisprung-Wettkampf. Vorher war er Sprinter und hat erst in diesem Jahr mit dem Dreisprung begonnen“, sagte Reinhardt.


Schröder fehlt ein Zentimeter

Beim zweiten Einsatz im Weitsprung kämpfte sich Grewe mit dem letzten Versuch im Vorkampf mit 6,97 Metern noch ins Finale. Dort steigerte er sich auf 7,08 Meter und Rang fünf.

Bei der weiblichen Jugend gab es zweimal Dreisprung-Rang sieben. Im U20-Feld kam Melina Schröder (Garbsener SC/11,85) bis auf einen Zentimeter an ihre Bestleistung heran. Im U18-Feld flog Emily Pischke (TKJ Sarstedt) auf 11,82 Meter. Im Weitsprung reichten Pischke 5,47 Meter aber nur zu Rang 13.

Luis Grewe vom VfL Eintracht springt in Heilbronn zu DM-Silber.
Luis Grewe vom VfL Eintracht springt in Heilbronn zu DM-Silber. © imago images/Beautiful Sports

Silber, persönliche Bestzeit und das erste 100-Meter-Hürden-Rennen unter der 14-Sekunden-Marke: Lily Wildhagen (TKJ Sarstedt) sprintete bei der U20-Jugend in 13,93 Sekunden zur Vizemeisterschaft. Bei zwei Fehlstarts waren mit Franziska Schuster (Xanten) und Gesa Tiede (Mainz) zwei Favoritinnen disqualifiziert worden. Erst im dritten Anlauf klappte der Start. Wildhagen blieb cool und hatte im Ziel nur die Leverkusenerin Marlene Meier (13,87) vor sich.

"Michelle nimmt tolle Entwicklung"

Für eine Überraschung über 100 Meter Hürden der U18-Jugend sorgte Michelle Aulbert (TK Berenbostel). Als Zweite ihres Halbfinals qualifizierte sie sich in 14,11 Sekunden für das Finale. Im Endlauf toppte sie ihre Zeit und sprintete in 14,02 Sekunden auf Platz sechs. „Im vergangenen Jahr war sie fast eine Sekunde langsamer – und jetzt läuft sie konstant um die 14 Sekunden. Eine tolle Entwicklung“, sagte Landestrainer Björn Sterzel.

Auf der flachen 400-Meter-Runde schaffte es Hannah Omer (Rukeli Trollmann Isernhagen) bis ins U20-Finale. Dort toppte sie ihre Halbfinalzeit (57,94) und lief in 57,86 Sekunden auf Platz sechs. Auch Henning Schiel (U20/SG Bredenbeck-Holtensen) sicherte sich mit seiner Halbfinalzeit (49,94) einen Platz im Finale. Dort war auf der ungünstigen Bahn eins in 50,64 Sekunden nur Rang acht drin.

Schaper macht's im ersten Versuch

Seinen vierten Platz im U20-Hammerwurf sicherte sich Torben Schaper (VfL Eintracht) schon im ersten Durchgang. Dort landete das Wurfgerät bei 62,67 Metern. Beim einzigen weiteren gültigen Versuch toppte er seine Weite im letzten Versuch zwar noch minimal auf 62,73 Meter, an Rang vier änderte das aber nichts mehr.

Auch Nummer vier wurde im allerdings nur fünfköpfigen Feld über 2000-Meter-Hindernis Lukas Schendel (Hannover 96) in 6:07,08 Minuten. Zu Bronze fehlten zehn Sekunden.