20. Februar 2021 / 20:04 Uhr

Leichtathletik-Hallen-DM: Storl oben auf, DHfK-Leipzig-Sprinter mit Licht und Schatten

Leichtathletik-Hallen-DM: Storl oben auf, DHfK-Leipzig-Sprinter mit Licht und Schatten

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Daumen hoch! SC DHfK Leipzigs Kugelstoßer David Storl sichert sich in Dortmund den Deutschen Meistertitel bei den Hallenmeisterschaften.
Daumen hoch! SC DHfK Leipzigs Kugelstoßer David Storl sichert sich in Dortmund den Deutschen Meistertitel bei den Hallenmeisterschaften. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Bei den Hallen-DM ist Kugelstoßer David Storl seiner Favoritenrolle gerecht geworden und holte Gold. Trainingspartner Dennis Lewke schaffte es auf Rang drei. Auch Hürden-Sprinter Erik Balnuweit konnte sich als Favorit den Sieg sichern. Bei den DHfK-Läufern schafften es derweil nicht alle ins Finale. Titelverteidiger Deniz Almas musste über 60 Meter verletzungsbedingt zurückziehen.

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Leipzig. Für die deutschen Top-Leichtathletinnen und -athleten geht es an diesem Wochenende bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund um die ersten Titel des Jahres. Die Wettkämpfe sind dabei auch ein letztes Kräftemessen vor der anstehenden Hallen-Europameisterschaft im polnischen Torun (4.-7. März) und eine gute Möglichkeit, Weltranglistenpunkte für die Teilnahme an den Olympischen Spielen im Sommer in Tokio zu sammeln. Ohne die Unterstützung der Zuschauer feuerten sich die Athletinnen und Athleten in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle gegenseitig an. Aus Leipziger Perspektive hielt der erste Wettkampftag am Samstag Licht und Schatten bereit.

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David Storl wird Favoritenrolle gerecht, Dennis Lewke mit Bronze

Erfreuliche Ergebnisse in Form von zwei Medaillen gab es für die DHfK-Athleten im Kugelstoßen. Unter der Woche stieß der zweifache Weltmeister und Titelfavorit David Storl mit 20,59 Metern noch seine Saisonbestleistung, nur wenige Tage später überbot er diese in Dortmund um 24 Zentimeter auf 20,83 Metern. Das reichte problemlos für den fünften DM-Titel in Serie. „Der Wettkampf war ein guter Abschluss der Hallensaison. Ein Stoß hat etwas herausgeragt, deswegen bin ich wirklich zufrieden“, sagte Storl, der kürzlich zum zweiten Mal Vater wurde und deshalb auf die Hallen-EM verzichtet.

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Der Deutsche Meister sah bei seinen Würfen aber auch noch Verbesserungsbedarf: „Technisch muss ich ein paar Fehler abstellen, die sich nach meiner Verletzung 2019 eingeschlichen haben.“ Storls Trainingspartner Dennis Lewke holte sich mit einer starken Weite von 19,70 Metern, wie schon bei den DM im vergangenen Jahr in Leipzig, die Bronzemedaille. „Ich hatte heute eine extrem gute Form, konnte diese im Wettkampf aber nicht ganz abrufen. Es nervt mich, dass ich nicht den zweiten Platz geholt habe, denn es war Reserve für deutlich mehr da. Trotzdem bin ich natürlich glücklich über die Medaille“, zeigte sich Lewke im Anschluss nicht ganz zufrieden. Die Hallen-EM-Norm von 20,85 Meter schaffte er indes nicht. Zweiter wurde Christian Zimmermann (Kirchheimer SC / 20,09 Meter).

Nach seinem Titel im Kugelstoßen bei der Hallen-DM: David Storl im Interview

Über die 60 Meter Hürden rannte der in Leipzig trainierende Erik Balnuweit (TV Wattenscheid) mit 7,83 Sekunden ins Finale. Dort kam der 32-Jährige gut aus dem Startblock und holte sich mit einer deutlichen Steigerung und seiner Saisonbestleistung von 7,70 Sekunden den achten DM-Titel. „Ich bin soweit zufrieden mit der Zeit. Es war ein ungefährdeter Sieg, nachdem es im Vorlauf noch ein bisschen schwierig war, reinzukommen. Ich wollte auf alle Fälle den Titel mitnehmen“, sagte Balnuweit anschließend. Mit seiner Zeit bestätigte er auch die Norm für seine Teilnahme an der im März stattfindenden Hallen-EM.


Favorit Deniz Almas muss über 60 Meter zurückziehen

Ein wahrer Leipziger Sprint-Block ging mit Marvin Schulte, Felix Straub und Roy Schmidt (alle SC DHfK Leipzig) auf der 60 Meter Distanz an den Start. Allerdings konnte sich von dem Trio lediglich Schulte (6,70 Sekunden) für den Endlauf qualifizieren, Straub (6,81 Sekunden) und Schmidt (6,75 Sekunden) blieben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Deniz Almas (VfL Wolfsburg), der mit den DHfK-Sprintern in Leipzig trainiert, und im Sommer auch über 100 Meter triumphierte, musste im Finale offenbar leicht verletzt zurück ziehen und konnte seinen Titel damit nicht verteidigen. Für ihn rückte der Wahl-Leipziger und Teamkollege Niels Torben Giese nach. Im Endlauf spielten aber sowohl Schulte (trotz persönlicher Bestleistung von 6,64 Sekunden) auf dem fünften Rang als auch Giese (6,73 Sekunden) auf Platz acht keine Rolle. Sieger wurde Kevin Kranz vom Sprintteam Wetzlar mit starken 6,52 Sekunden. Schulte blieb bei seinem Lauf hauchdünn über der Norm für die Hallen-EM (6,63 Sekunden).

Am Sonntag wartet der 800 Meter-Lauf

DHfK-Läufer Felix Straub wollte am Sonntag übrigens wie im Vorjahr auch über 200 Meter angreifen und aufs Podest stürmen. Doch die Hallenrunde wurde abgesagt, weil bei der Sanierung der Dortmunder Bahn in der Kurve Fehler passiert sind. Damit verpasst der DHfK-Sprinter die Chance, über die DM Weltranglistenpunkte zu sammeln, was seine Aussichten auf einen Olympiastart deutlich schmälert.

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Ansonsten konnten einige sächsische Sportlerinnen und Sportler Erfolge feiern. Dreispringer Max Heß (LAC Erdgas Chemnitz) und Kugelstoßerin Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) wurden beide ihrer Favoritenrolle gerecht. Heß düpierte die Konkurrenz mit glatten 17,00 Metern um deutlich mehr als einen Meter, feierte seinen fünften Hallen-DM-Titel und übersprang die Norm für die anstehende Hallen-EM in Polen. Der ehemaligen Welt- und Europameisterin Schwanitz reichten 18,87 Meter für einen ungefährdeten Sieg, die zweifache Mutter blieb aber unter ihres Jahresbestleistung (19,11 Meter).

Kugelstoßerin Christina Schwanitz erreicht bei der Hallen-DM in Dortmund 18,87m.

Am zweiten Wettkampftag am Sonntag ist aus Leipziger Sicht noch das 800 Meter-Rennen interessant. Robert Farken vom SC DHfK bereitet sich zwar in Südafrika auf die Freiluftsaison vor und kann seinen Titel in Dortmund nicht verteidigen, dafür hat sein Trainingspartner und Wahl-Leipziger Marc Reuther (Eintracht Frankfurt) beste Chancen auf seinen zweiten Hallen-DM-Titel nach 2018. Simon Ecker und Frank Schober