09. November 2021 / 09:55 Uhr

Der ersehnte Lichtblick: 14. Bothfelder Waldlauf "hat richtig Spaß gemacht"

Der ersehnte Lichtblick: 14. Bothfelder Waldlauf "hat richtig Spaß gemacht"

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Von Anfang an vorne: Jonas Marx (verdeckt, von links). Michael Kendelbacher, Andreas Solter und Timo Kuhlmann sowie Ulrike Wendt (Startnummer 420) und Katja Krause (zweite Reihe, grünes Shirt) verschaffen sich über die zehn Kilometer schon am Start eine gute Ausgangsposition. 
Von Anfang an vorne: Jonas Marx (verdeckt, von links). Michael Kendelbacher, Andreas Solter und Timo Kuhlmann sowie Ulrike Wendt (Startnummer 420) und Katja Krause (zweite Reihe, grünes Shirt) verschaffen sich über die zehn Kilometer schon am Start eine gute Ausgangsposition.  © Norbert Fettback
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Endlich: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr konnte der Waldlauf des TuS Bothfeld in diesem Herbst über die Bühne gehen - es war der ersehnte Lichtblick in der zu Ende gehenden Laufsaison. "Das hat richtig Spaß gemacht", fasste Hannelore Lyda für wohl alle 381 Teilnehmer stellvertretend zusammen.

Ein wenig war es wie ein Städtevergleich zwischen Hannover und Braunschweig. Er endete 2:2, zieht man die Zahl der Siege heran, die Clubs aus beiden Städten nach den Rennen über fünf und zehn Kilometer beim 14. Bothfelder Waldlauf auf ihr Konto brachten. Wobei die Frauen eine „Derbyniederlage“ der Landeshauptstadt verhinderten.

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Über die kürzere Distanz hatte Saskia Müller, die einen 96-Startpass besitzt, keine große Mühe, in 18:51 Minuten Lina Minnich (19:32, LG Braunschweig) als Zweite zu distanzieren. Und auf der doppelt so langen Distanz hielt sich Ulrike Wendt (Hannover 96) an das Motto: Sie kam, sah und siegte. Als Nachmelderin war die Ärztin in 38:59 fast zwei Minuten schneller als Katja Krause (40:40) vom Gastgeber TuS Bothfeld. Nach einer Braunschweigerin hielt man hier vergebens Ausschau.

Bilder vom 14. Bothfelder Waldlauf im Rahmen der Laufpass-Serie

Kontrolle muss sein: Beim Betreten der Bezirkssportanlage gab es Überprüfungen nach der 3-G-Regel. Alles ging ohne lange Wartezeiten über die Bühne. Zur Galerie
Kontrolle muss sein: Beim Betreten der Bezirkssportanlage gab es Überprüfungen nach der 3-G-Regel. Alles ging ohne lange Wartezeiten über die Bühne. ©

Bei den Männern lief Jonas Marx (Braunschweiger LC, 33:36) auf den vier Runden durch den Bothfelder Wald dem Barsinghäuser Michael Kendelbacher (34:14) und Andreas Solter (Hannover 96, 34:17) auf und davon.


Über fünf Kilometer gab es sogar ein Braunschweiger Duell um den Sieg. Hendrik Wagner (LG Braunschweig, 16:03) hatte gegen Steffen Lang (Braunschweiger LC, 16:07) das bessere Finish und zog auf der Zielgeraden noch an seinem Kontrahenten vorbei, der sich nach der zweiten Runde im Wald ein wenig abgesetzt hatte. „Mit dem zweiten Platz kann ich gut leben“, sagte Lang, der eigentlich Hannoveraner ist und in der Südstadt wohnt, 2020 aber den Verein wechselte und nach langwierigen Achillessehnenproblemen wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hat.

Der TuS leistet aufwendige Vorarbeit

Zufrieden waren die meisten der insgesamt 381 großen und kleinen Sportler, die der Einladung des TuS Bothfeld gefolgt waren. Wettkämpfe in Corona-Zeiten – das war lange Zeit ein Unding. Veranstaltungen wie der traditionelle Waldlauf, voriges Jahr noch ausgefallen, sind da der ersehnte Lichtblick in der zu Ende gehenden Laufsaison. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagte Hannelore Lyda, die in Bothfeld zu Hause ist und über die fünf Kilometer mit 23:20 Minuten als Altersklassenbeste in der W60 eine starke Leistung ablieferte.

Die nötigen Voraussetzungen, dass dieses Rennen der „Laufpass“-Serie trotz Corona stattfinden konnte, hatte die Leichtathletiksparte des TuS in aufwendiger Vorarbeit geleistet. Rund 50 Helfer waren am Sonntag im Einsatz; zu den Aufgaben zählten Kontrollen auf Einhaltung der 3-G-Regel. „Das hat alles besser geklappt als gedacht“, sagte Ableitungsleiter Timo Görtler.

Start der Mädchen beim Bothfelder Waldlauf

Nicht so gut klappte es allerdings mit der Zeiterfassung durch einen kommerziellen Anbieter der laut Görtler mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Infolgedessen verzögerten sich Starts von Kinderläufen, Siegerehrungen mussten abgebrochen werden, und Urkunden konnten nicht sofort ausgedruckt werden.

In den Ergebnislisten fehlten zunächst Namen von Startern aus dem Kinderbereich, was im Nachhinein für eine aufwendige Nachtschicht sorgte. „Das hat einen Schatten über die Veranstaltung geworfen“, sagte Görtler.

Der guten Stimmung auf der Bezirkssportanlage an einem sonnigen, wenn auch recht windigen Tag konnte das wenig antun. Gerade bei den Jüngsten war bei den Läufen über jeweils 1,2 Kilometer viel Begeisterung mit im Spiel. Einen Eindruck davon machte sich auch Christian Schulz.

Der ehemalige Fußballprofi von Hannover 96 hatte einen Familienausflug zum TuS-Sportplatz gemacht, um Töchterchen Alina (6) anzufeuern, die beim Kinderlauf startete. Schulz selbst – in Isernhagen-Süd zu Hause – begnügte sich mit der Zuschauerrolle, bezeichnete den Bothfelder Wald aber als seine „Hausstrecke“.

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Gut kennt sich hier auch Matthias Marquardt aus. Der Sportarzt und Laufbuchautor, der zudem TuS-Mitglied ist, hat ebenfalls eine sportbegeisterte Familie – und zieht selbst gern die Laufschuhe an. Diesmal ging allerdings etwas schief. „Ich habe den Start verpasst! Kann doch mal passieren“, war von ihm zu hören, als er auf der Bahn mit einigem Rückstand den Zehn-Kilometern-Läufern hinterherrannte. Immerhin mit gutem Ende: In 42:08 Minuten kam Marquardt als 14. ins Ziel.