29. April 2021 / 11:50 Uhr

Endspurt auf Olympia: Wolfsburgs Top-Sprinter Almas will am Samstag das Tokio-Ticket

Endspurt auf Olympia: Wolfsburgs Top-Sprinter Almas will am Samstag das Tokio-Ticket

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kampf um das Olympia-Ticket: Deniz Almas vom VfL Wolfsburg und die deutsche 4x100-m-Staffel sprinten am Wochenende bei den World Relays in Polen um den Finaleinzug.
Kampf um das Olympia-Ticket: Deniz Almas vom VfL Wolfsburg und die deutsche 4x100-m-Staffel sprinten am Wochenende bei den World Relays in Polen um den Finaleinzug. © imago images/Fotostand
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Deniz Almas vom VfL Wolfsburg und die deutschen Top-Sprinter wollen sich bei den World Relays in Polen das Olympia-Ticket sichern. Dafür muss die deutsche 4x100-m-Staffel ins Finale einziehen.

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Ein erfolgreiches Rennen - und die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio ist perfekt. Am Wochenende wollen Deniz Almas vom VfL Wolfsburg und die deutschen Top-Sprinter bei den World Relays - den inoffiziellen Staffel-Weltmeisterschaften - im polnischen Chorzow die Teilnahme am größten Leichtathletik-Wettbewerb der Welt perfekt machen. „Wenn wir das Ticket sicher haben, dann wird jedem von uns ein Stein vom Herzen fallen“, sagt Almas.

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Um in Tokio (23. Juli bis 8. August) dabei sein zu können, müssen Almas als amtierender deutscher Freiluft-Meister über 100 Meter und die deutsche 4x100-m-Staffel den Vorlauf am Samstag (20.39 Uhr) erfolgreich gestalten. Ziehen sie in das Finale der besten acht Nationen am Sonntag (19.35 Uhr) ein, haben sie die Olympia-Teilnahme sicher. Almas: „Wir wollen uns optimal verkaufen. Im Normalfall steht dem Einzug ins Finale nichts im Weg.“

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Almas ist als Starter für die 4x100-m-Staffel eingeplant, allerdings wird die Besetzung erst am Tag vor dem Wettkampf festgelegt. „Wenn alles normal läuft, werde ich dabei sein“, sagt Almas, der sich bis Mittwoch mit den anderen Sprinterinnen und Sprintern im Leistungszentrum in Kienbaum in einer Blase aufhielt, um das Risiko einer Corona-Infektion zu minimieren. Der Corona-Test am Dienstag fiel bei allen Athletinnen und Athleten negativ aus, vor dem Wettkampf am Samstag erfolgt ein weiterer.

Almas verzichtete im Trainingslager auf Einzelstart

Die Grundlage für die Staffel-WM hatte sich Deutschlands Sprint-Elite auf Gran Canaria geholt, auch ein Test-Wettkampf wurde bestritten. Dieser verlief auf der windigen Kanaren-Insel nicht optimal und aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen auch nicht in Bestbesetzung, aber „für den ersten Wettkampf war es solide“, sagt Almas. Die 400 Meter absolvierten Almas, Julian Reus (Top Team Thüringen), Roy Schmidt (SC DhfK Leipzig) und Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) in 39,64 Sekunden.

Zur Form-Überprüfung gab es im Trainingslager auch Einzelstarts, Almas verzichtete hier jedoch aufgrund von Wadenkrämpfen beim Staffel-Training. Vor dem Start am Samstag ist der VfL-Sprinter aber „topfit. Wir sind alle bereit“, sagt Almas.

Nach Absage von Großbritannien, USA und Kanada: Brasilien und Südafrika für Almas die Top-Favoriten

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich die deutschen Sprinter für den Final-Lauf am Sonntag qualifizieren, da mit Großbritannien, Kanada und den USA einige Top-Sprint-Nationen auf den Start bei der Staffel-WM verzichten. „Aber“, so Almas, „es sind einige Nationen dabei, die auf dem Papier stärker sind als wir. Das muss man einfach so sagen.“ Dazu zählt der deutsche Shooting-Star des Vorjahres die Teams aus Brasilien und Südafrika. Und auch die europäischen Konkurrenten aus Italien, Frankreich und den Niederlanden, „reisen alle in Top-Besetzung an“.

Für die Rennen am Samstag und Sonntag hat sich Regen angekündigt - für die deutschen Sprinter eventuell ein Vorteil. „Vielleicht kommen wir damit besser klar, als Starter, die solch ein Klima nicht gewohnt sind“, sagt Almas. Aber: „Auch andere Nationen wittern ihre Chance.“ Am Wochenende geht es für Almas und seine Mannschaftskollegen in erster Linie nicht um den WM-Sieg, „es geht um die Platzierung und ums Weiterkommen“. Und damit um die Erfüllung des Olympia-Traums.