07. Oktober 2019 / 20:34 Uhr

Wenig Zuschauer, deutsche Gewinner und Doping: Die Bilanz zur Leichtathletik-WM in Doha

Wenig Zuschauer, deutsche Gewinner und Doping: Die Bilanz zur Leichtathletik-WM in Doha

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Konstanze Klosterhalfen (l) und Niklas Kaul (r) holten deutsche Medaillen im oftmals nur spärlich besuchten WM-Stadion (m) in Doha.
Konstanze Klosterhalfen (l) und Niklas Kaul (r) holten deutsche Medaillen im oftmals nur spärlich besuchten WM-Stadion (m) in Doha. © imago images/Chai v.d. Laage
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Zwei goldene und vier bronzene Medaillen gab es für das deutsche Team bei der Leichtathletik-WM, dazu die Diskussionen über das leere Stadion, die Hitze und Doping. SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring zieht nach der Weltmeisterschaft in Doha eine Bilanz.

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Am Montagmittag war für die deutschen Leichtathleten und -athletinnen die Weltmeisterschaft in Doha offiziell vorbei. Gina Lückenkemper, Thomas Röhler, Imke Onnen und Co. verließen den Flughafen Frankfurt in alle Richtungen. Endlich Urlaub. Doch was bleibt von den zehn Tagen WM in Katar? Ein Überblick:

Wie ist die deutsche Bilanz?

Sechs Medaillen brachte der deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit, zwei goldene und vier bronzene. Zehnkämpfer Niklas Kaul und Weitspringerin Malaika Mihambo wurden Weltmeister. Kugelstoßerin Christina Schwanitz, die Läuferinnen Konstanze Klosterhalfen und Gesa Felicitas Krause sowie Speerwerfer Johannes Vetter holten Bronze. DLV-Präsident Jürgen Kessing bilanzierte vor dem Schlusstag, dass man "im unteren Bereich unseres Erwartungskorridors" geblieben sei. Daran hat sich nicht mehr viel geändert – auch wenn es eine Medaille mehr geworden ist als vor zwei Jahren bei der WM in London.

Einige flogen enttäuscht nach Hause. Die Speerwerfer um Vetter, Thomas Röhler, Andreas Hofmann und Julian Weber waren favorisiert. Doch Röhler und Hofmann scheiterten in der Qualifikation, nur Vetter kam aufs Podest. Auch Hochspringer Mateusz Pryzybylko verpasste das Finale. Die Sprinterinnen blieben unter ihren Möglichkeiten, hatten in der 4x100-Meter-Staffel auch Pech, dass die deutsche Meisterin Tatjana Pinto verletzt ausfiel.

Das sind die deutschen Medaillengewinner der Leichtathletik-WM in Doha

Das sind die deutschen Medaillengewinner der Leichtathletik-WM: Unter anderen Christina Schwanitz, Konstanze Klostermann und Malaika Mihambo holten Edelmetall. Zur Galerie
Das sind die deutschen Medaillengewinner der Leichtathletik-WM: Unter anderen Christina Schwanitz, Konstanze Klostermann und Malaika Mihambo holten Edelmetall. ©
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Kritik an der WM: Was sagen die Verantwortlichen?

Die Hitze war herausfordernd, das Zuschauerinteresse gering – auch wenn nach dem ersten Wochenende Gastarbeiter angekarrt wurden, die das Stadion füllten. Auch die Vergabe der WM ist nach wie vor umstritten, von Korruption ist die Rede. In Doha entstand mitunter der Eindruck, dass der Sport verkauft wurde. Die Verantwortlichen wollten davon nichts hören. "Wir sehen hier, dass Katar ein tolles Land für die Leichtathletik ist", sagte der Präsident des Leichtathletik-Weltverbands Sebastian Coe. "Es ist wichtig, dass wir die Leichtathletik beliebter und bekannter machen. Und zwar weltweit.“

Diesem Ansinnen dürfte die vierjährige Sperre wegen Dopingvergehen gegen Alberto Salazar, den Leiter des Nike Oregon Project, zu dem auch Klosterhalfen gehört, wenig förderlich sein. Betrachtet man dieses Team als Einheit, stünde es im Medaillenspiegel auf Rang fünf (2-0-4) – und damit vor Deutschland.

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Gibt es einen neuen Superstar?

Im Vorfeld wurde ein Nachfolger für Usain Bolt gesucht. Gefunden wurde er nicht. Einige besitzen zumindest das Potenzial, die Lücke zu füllen. Die US-Sprinter Christian Colemann (23, Gold über 100 Meter) und Noah Lyles (22, Gold über 200 Meter) unterhielten die Zuschauer mit Showeinlagen. Grundsätzlich setzte das US-Team Maßstäbe. Den Medaillenspiegel gewann das Team mit riesigem Vorsprung, die vier folgenden Nationen Kenia, Jamaika, China und Äthiopien holten gemeinsam (13) weniger Goldmedaillen als die USA (14).

Auch 400-Meter-Hürden-Weltmeister Karsten Warholm (Norwegen) und Dreifach-Medaillengewinnerin Dina Asher-Smith (Großbritannien, Sprint) könnten eine Ära prägen. Aus deutscher Sicht tat sich Kaul hervor. Der Zehnkampf-Weltmeister beeindruckt durch Bodenständigkeit und das enorme Steigerungspotenzial, das er mit gerade mal 21 Jahren besitzt.

Was war sonst noch?

Für den Fair-Play-Moment sorgte Braima Suncar Dabo aus Guinea-Bissau, als er im Vorlauf über 5000 Meter der Männer seinen völlig entkräfteten Kollegen Jonathan Busby eine halbe Stadionrunde ins Ziel trug und dabei die Jagd nach seiner persönlichen Bestzeit hintanstellte.

Gleich fünf Mütter zeigten zudem eindrucksvoll, dass sich der Hochleistungssport mit Kindererziehung vereinbaren lässt. Jamaikas Shelly-Ann Fraser-Pryce, die US-Läuferinnen Allyson Felix und Nia Ali, die chinesische Geherin Hong Liu und die Deutsche Schwanitz holten Medaillen. Die drei Erstgenannten sogar Gold.

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