05. Oktober 2019 / 16:28 Uhr

Leichtathletik-WM: Vetter souverän in Speerwurf-Quali - Hofmann und Röhler scheitern

Leichtathletik-WM: Vetter souverän in Speerwurf-Quali - Hofmann und Röhler scheitern

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DOHA, QATAR - OCTOBER 05:  Johannes Vetter of Germany competes in the Men's Javelin Throw qualification during day nine of 17th IAAF World Athletics Championships Doha 2019 at Khalifa International Stadium on October 05, 2019 in Doha, Qatar. (Photo by Michael Steele/Getty Images)
Locker ins Finale: Johannes Vetter. © 2019 Getty Images
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Die deutschen Speerwerfer haben in der Qualifikation für das Finale bei der Leichtathletik-WM ein Wechselbad der Gefühle durchgemacht. Johannes Vetter wirft fast 90 Meter, Thomas Röhler und Andreas Hofmann scheiterten hingegen.

Eines scheint nach der Qualifikation für das Speerwurf-Finale bei der Leichtathletik-WM klar: Gold geht am Sonntag nur über Johannes Vetter! Der Titelverteidiger warf schon direkt im ersten Versuch die Topweite von 89,25 Metern. Auch Julian Weber qualifizierte sich mit dem ersten Wurf über 84,29 für das Finale. Enttäuschend verlief die Qualifkation aber für Thomas Röhler und Andreas Hofmann. Röhler scheiterte mit einer schwachen Weite von nur 79,23 Metern, nur knapp besser war Hofmann mit 80,06. Damit ist die WM für beide beendet.

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"Ich bin angelaufen und habe draufgehauen", sagte Vetter, der allerdings mit Fußproblemen zu kämpfen hat, die ihn seit der EM 2018 plagen. "Ich denke, dass wir da heute Abend noch einmal was machen. Dann geht es morgen ab", sagte Vetter zuversichtlich.

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Dabei waren die Hoffnungen von Hofmann und Röhler groß, um die Medaillen mitzuwerfen. Hofmann sagte vor dem Wettkampf im SPORTBUZZER-Interview: "In den Trainings ging es locker über 85, 86 Meter. Das macht mich sehr zuversichtlich, dass die ganz großen Weiten im Wettkampf fallen können. Mir hat bisher aber der eine Wettkampf gefehlt, in dem ich das zeigen konnte. Warum nicht in Doha?!"

Hofmann kullerten nach dem Rennen die Tränen über das Gesicht, wollte in der Mixed Zone nichts sagen. Zu groß war die Enttäuschung. Gefasster reagierte Röhler. „Das Timing war das Problem – wie in der gesamten Saison“, sagte er. Seinen Plan - auf die Olympischen Spiele in Tokio hinzutrainieren - verteidigte Röhler dennoch. „Wir haben einen Zweijahresplan und der Tag heute ändert nichts daran“, sagte Röhler. „Wir haben es mit einem späten Peak probiert, die technische Komponente hat nicht geklappt. Der Speerwurf wird von Nuancen bestimmt. Ich habe heute technische Fehler gemacht. Ich muss die Schuld bei mir suchen“, sagte der 28-jährige Olympiasieger von Rio de Janeiro 2016. „Es war einfach nicht mein Tag.“

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Weber bedankt sich bei Seifert für Rückzug

Etwas überraschend stand Julian Weber in der Qualifikation am Start. Er bekam den Platz bei der Weltmeisterschaft in Doha erst vor wenigen Wochen, weil der eigentlich nominierte Bernhard Seifert verzichtete freiwillig auf seine WM-Teilnahme. "Ich habe mich mit dem Bundestrainer und meinem Trainer zusammengesetzt, wir haben es sachlich und objektiv besprochen und sind gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass ich aktuell nicht die Form habe, die ich mir für eine WM vorstelle", sagte er. Stattdessen durfte Weber werfen - und machte seine Sache sehr ordentlich.

Das sind die Stars und Favoriten der Leichtathletik-WM 2019 in Doha:

Im katarischen Nationalstadion Khalifa International messen sich bei der Leichtathletik-WM die besten Athleten der Welt. Das sind die Favoriten:  Zur Galerie
Im katarischen Nationalstadion Khalifa International messen sich bei der Leichtathletik-WM die besten Athleten der Welt. Das sind die Favoriten:  ©

"Es tut mir leid für Bernie, aber er hat seine Entscheidung getroffen", sagte Weber nach der Qualifikation. "Ich habe ja aber auch meine Norm geworfen und wäre in jeder anderen Nation sofort dabei gewesen", sagte er. "Ich bin Bernie aber dankbar!"

Bisschen ungewöhnlich sie die Situation dennoch gewesen, schließlich befand er sich schon im Urlaub, als der die Nachricht der WM-Nominierung erhielt. "Danach haben wir sofort angefangen zu trainieren. Aber ich bin sicherlich nicht auf dem Leistungsniveau, auf dem ich sein könnte", sagte er. Deshalb sei der Druck auch groß gewesen, er hätte "schlecht geschlafen" und war "aufgeregt".

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