25. Februar 2021 / 16:07 Uhr

Leichtes Spiel gegen Lilleström? Wolfsburgs Engen warnt vor ihrem Ex-Klub

Leichtes Spiel gegen Lilleström? Wolfsburgs Engen warnt vor ihrem Ex-Klub

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ingrid Engen trifft mit dem VfL Wolfsburg auf ihren Ex-Klub.
Ingrid Engen trifft mit dem VfL Wolfsburg auf ihren Ex-Klub. © Roland Hermstein
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Das Champions-League-Spiel gegen Lilleström SK Kvinner ist für Ingrid Engen vom VfL Wolfsburg ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Klub. Der deutsche Meister ist klarer Favorit, doch die Norwegerin warnt: "Wir sollten nicht denken, dass man sie einfach schlagen kann."

Lilleström SK Kvinner, zuletzt Fünfter in Norwegen - das klingt für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg nach einer leichten Aufgabe in der nächsten Champions-League-Runde. Doch VfL-Norwegerin Ingrid Engen warnt vor dem Achtelfinal-Hinspiel am kommenden Mittwochabend im AOK-Stadion (18.30 Uhr live auf Sport1): "Wir sollten nicht denken, dass man sie einfach schlagen kann. Sie sind sehr strukturiert, laufen viel, arbeiten hart und haben individuell starke Spielerinnen im Kader." Engen muss es wissen, denn sie spielte von 2018 bis 2019 für den vielfachen norwegischen Meister - und die Zeit dort war das Sprungbrett für ihre Karriere.

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In Lilleström wurde Engen, die vorher für Trondheim aktiv war, Double-Siegerin, A-Nationalspielerin, sammelte ihre ersten Champions-League-Erfahrungen - und fiel dem VfL auf. "Ich war zwar nicht lange dort", sagt sie, "aber es war ein wertvoller und zu dem Zeitpunkt absolut richtiger Schritt für mich. Ich konnte mich in den Fokus anderer Klubs spielen." In Wolfsburg reifte sie überraschend schnell vom Talent zur gestandenen Mittelfeldspielerin - an der Seite von Top-Spielerinnen wie Sara Gunnarsdottir (jetzt Lyon) und Pernille Harder (jetzt FC Chelsea). "Pernille war die beste Spielerin, mit der ich bisher zusammengespielt habe", sagt Engen. "Ich habe nach meinem Wechsel sofort viel Spielzeit in Wolfsburg bekommen, und ich denke, dass ich mich hier bisher sehr gut gemacht habe und dem Stil anpassen konnte. Ich habe Titel gewonnen, ein Champions League-Finale gespielt und tolle Freunde gefunden,"

Die Marktwerte der VfL-Fußballerinnen.

Analog zu den Marktwerten auf transfermarkt.de veröffentlicht soccerdonna.de seit Januar 2021 Marktwerte für den Frauenfußball. Zur Galerie
Analog zu den Marktwerten auf transfermarkt.de veröffentlicht soccerdonna.de seit Januar 2021 Marktwerte für den Frauenfußball. ©

Im Sommer wird ihre VfL-Zeit enden, ein Angebot zur Vertragsverlängerung lehnte sie ab - und steht längst bei ausländischen Top-Klubs auf dem Zettel. Vorm Abschied will sie mit dem VfL auch in der Champions League weit kommen - und den ersten Schritt gegen ihren Ex-Klub machen. "Ich war natürlich glücklich über dieses Los, denn man spielt ja nicht jeden Tag gegen einen ehemaligen Verein."

Bitter allerdings: Eine Reise in die alte Heimat wird es nicht geben, die Corona-Bestimmungen lassen in Norwegen die Einreise von Sport-Teams nicht zu. Das Rückspiel am 10. März (14 Uhr) wird darum im Gyirmoti-Stadion im nordungarischen Györ ausgetragen. Die 22-Jährige weiß: "Norwegen hat sich bisher strikt an Regeln gehalten und wenn man sich die Zahlen dort anschaut, haben sie etwas richtig gemacht - denn es wird zunehmend weniger. Wir müssen das also respektieren, auch wenn es mental nicht so einfach ist, dass die Familie nicht dabei sein kann." Vor Corona war Engens Familie oft bei den Spielen in Wolfsburg dabei - auch das geht momentan nicht. Traurig, "aber", so Engen, "wir können derzeit nichts daran ändern".

Die Entwicklung des Frauenfußballs in ihrer Heimat hat sie weiter im Blick, das Niveau werde von Jahr zu Jahr besser, findet Engen. Viele Vereine investieren mehr, auch Herren-Klubs gründen vermehrt Frauen-Abteilungen. Ein gutes Beispiel sei da Rosenborg, wo Ex-Wolfsburgerin Kristine Minde spielt. "Das ist ein bekannter Name. Die Entwicklung ist interessant anzuschauen. Das Ziel ist es, die Liga vermehrt zu professionalisieren, und es geht in die richtige Richtung", freut sich Engen, die auch ehrlich sagt: "Ich dachte lange, dass du es nicht weit schaffen kannst, wenn du in Norwegen spielst. Aber das kannst du eben jetzt."

Sie selbst ist das beste Beispiel dafür, ihr Wechsel im Sommer wird der nächste Schritt in ihrer Karriere sein. Neben Engen werden auch Fridolina Rolfö (hat ebenfalls eine Vertragsverlängerung abgelehnt), Zsanett Jakabfi, Lara Dickenmann (beide Karriere-Ende) und Lena Goeßling (Vertrag wurde nicht verlängert) den VfL verlassen, hinter der Zukunft von Torfrau Friederike Abt steht noch ein Fragezeichen. Wo es Engen hinziehen wird, ist offen. Der Fokus, so sagt sie, liege "voll auf dem VfL - und darauf, die letzten Monate zu genießen".