17. August 2020 / 17:26 Uhr

Leipzig-Boss Mintzlaff: Champions-League-Millionen nicht für Transfers von Schick und Angelino eingeplant

Leipzig-Boss Mintzlaff: Champions-League-Millionen nicht für Transfers von Schick und Angelino eingeplant

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
RB-Boss Oliver Mintzlaff will die Mehreinnahmen aus der Champions League nicht in Transfers investieren.
RB-Boss Oliver Mintzlaff will die Mehreinnahmen aus der Champions League nicht in Transfers investieren. © Getty Images/imago images/Pool (Montage)
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Das Erreichen des CL-Halbfinals spült zwar Geld in die Kassen von RB Leipzig, Geschäftsführer Oliver Mintzlaff möchte diese aber nicht in Transfers stecken: Die Corona-Krise habe auch den Club aus Sachsen erwischt und die Budgetplanung auf den Kopf gestellt

RB Leipzig steht im Halbfinale der Champions League und schreibt damit ein Stück Vereinsgeschichte. Im Viertelfinale gegen Atlético Madrid sichern sich die Nagelsmänner mit den Toren von Dani Olmo und Tyler Adams den Sieg und die Chance gegen den französischen Meister Paris Saint-Germain anzutreten. Diese Leistung wird nicht nur mit Prestige, sondern auch mit einer Prämie gewürdigt. Diese steht dem Cheftrainer aber nicht unbedingt für die Kaderplanung zur Verfügung, erklärt RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. Bedeutet konkret: Für die feste Verpflichtung der bisherigen Leihspieler Patrik Schick und Angelino steht kein Extra-Geld zur Verfügung.

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"Kader hat uns ins Halbfinale gebracht"

"Wir haben gewisse Leitplanken für uns definiert und brechen nach Möglichkeit nicht daraus aus", so der 44-Jährige. Die Corona-Pandemie habe - wie auch in den meisten anderen Unternehmen - ein Loch in die Kasse der Roten Bullen gerissen und die Budgetplanung über den Haufen geworfen. Das Weiterkommen ins Halbfinale ändere aber nichts an den finanziellen Rahmenbedingungen, so Mintzlaff. "Grundsätzlich setzen wir uns ein Limit, bevor wir in die Verhandlung gehen", erklärt der Geschäftsführer das Vorgehen des Vereins. "Egal welchen Spieler wir ansprechen - es ändert nichts, wenn wir ein paar Millionen mehr Einnahmen haben. Wir spielen dann nicht mit den Gedanken, mal für den einen oder den anderen mehr Geld auszugeben."

Für die Spieler sei ein "Fair Value" definiert und der Turnierverlauf ändere nichts daran. Allerdings können Verein und Fans davon ausgehen, dass in der Kaderplanung die gleiche Energie reingesteckt wird, sodass sich die Fußballer in der Bundesliga für die Champions League qualifizieren können.

Die Pressestimmen zum Spiel RB Leipzig gegen Atletico Madrid

RB Leipzig kommt nach dem Einzug ins Halbfinale der Champions League bei der internationalen Presse gut weg. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die internationalen Pressestimmen gesammelt. Zur Galerie
RB Leipzig kommt nach dem Einzug ins Halbfinale der Champions League bei der internationalen Presse gut weg. Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen gesammelt. ©

"Der Kader hat uns eben ins Halbfinale der Champions League gebracht", betont Mintzlaff. Er leide nicht unter Schlaflosigkeit, weil er befürchtet, nicht ausreichend Spieler für den weiteren Verlauf zu haben. "Wir haben eine Mannschaft, die hervorragend funktioniert, die zusammengewachsen ist und alles das wiederspiegelt, was unsere Werte sind." Das habe man eindrucksvoll im Viertelfinalspiel gesehen. Das Weiterkommen in der Königsklasse ist für den Geschäftsführer ein großer Schritt, der ihn mit Stolz erfülle. "Der positive Nebeneffekt ist, dass wir alle eine Erfahrung mitnehmen, die wir so noch nie gemacht haben."

Mintzlaff: Aktueller Modus hat Vor- und Nachteile

Julian Nagelsmann beschreibt Mintzlaff als erfolgsbesessen "im positiven Sinne" und detailverliebt. Die Mannschaft habe sehr fokussiert und konzentriert gewirkt. "Ich glaube auch, dass das Trainerteam die Rückrunde konstruktiv und kritisch analysiert hat und die richtigen Schlüsse daraus gezogen hat." So seien die Fußballer gut in die Vorbereitung gestartet. Die Mannschaft, die Mintzlaff erlebt habe, habe auf ihn einen starken und selbstbewussten Eindruck gemacht. "Wir sind stolz, dass wir, die wir erst vier Bundesliga-Saisons gespielt haben, erst zum zweiten Mal an der Champions League teilnehmen und in so einem Final-8-Turnier in die nächste Runde ziehen", so der Geschäftsführer.

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Der aktuelle Modus habe seine Vor- und Nachteile. Mintzlaff selbst findet ihn eigenen Aussagen nach super. "Die einen oder die anderen vergessen es oder trauen sich eben nicht, es zu sagen. Aber, wenn man Hin- und Rückspiel hat, dann hat man zwei Spiele, die im Fernsehen übertragen werden und man hat auch entsprechend andere Einnahmen aus Fernsehgeldern", erklärt er. Deshalb könne er sich nicht vorstellen, dass sich die Vereine auf das aktuelle Turnierformat einigen, wenn einige hundert Millionen wegbrechen. Klammert man den finanziellen Aspekt jedoch aus, findet Mintzlaff das Format mit nur einem Spiel besser.