01. September 2021 / 20:01 Uhr

Leipzig Kings können Play-offs schaffen: „Wahnsinn, dass wir diese Chance haben“

Leipzig Kings können Play-offs schaffen: „Wahnsinn, dass wir diese Chance haben“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Headcoach Fred Armstrong inmitten seiner schweren Jungs
Headcoach Fred Armstrong inmitten seiner schweren Jungs © Christian Modla
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Es könnte eine Erfolgsgeschichte werden. Die Leipzig Kings können am Sonntag gegen die Panthers Wroclaw den Einzug in die Play-offs der European League of Football (ELF) klarmachen. Der SPORTBUZZER sprach mit Headcoach Fred Armstrong über die Atem beraubende Entwicklung seiner Mannschaft und die Chancen, die besondere Auseinandersetzung zu gewinnen.

Leipzig. Dieser Mann lebt American Football – und er ist drauf und dran, in Leipzig eine Erfolgsgeschichte zu schreiben, die ihresgleichen sucht: Headcoach Fred Armstrong hat es geschafft, aus den Leipzig Kings in wenigen Monaten eine Mannschaft zu formen, die im letzten (Heim-)Spiel der Gruppenphase gegen die Panthers Wroclaw am Sonntag, 5. September, den Einzug in die Play-offs der European League of Football (ELF) klarmachen kann.

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Nach 0:55-Spiel ausgebrannt

Zum Jahreswechsel ahnte niemand, dass es in der Messestadt mal ein so professionelles Football-Team geben könnte. Und selbst als die Leipzig Kings aus der Taufe gehoben waren und Fred Armstrong via Anruf mitten in der Nacht nach Sachsen geholt wurde, war es alles vor allem eine Sache der Improvisation. Mit einem Lächeln erinnert der Headcoach daran, dass die Helme gerade mal vier Tage vor dem ersten Spiel in der Messestadt eintrafen. Und noch deutlich breiter wird das Lächeln, wenn es um die Entwicklung seiner Kings geht: „Es geht doch darum zu sehen, wo die Spieler vor ein paar Monaten beim Try-out waren und wo sie heute stehen. Da denke ich dann auch nicht zu sehr über das Gewinnen und Verlieren nach.“

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Die Leipzig Kings gewinnen das Heimspiel gegen die Stuttgart Surge mit 49:23. Zur Galerie
Die Leipzig Kings gewinnen das Heimspiel gegen die Stuttgart Surge mit 49:23. ©

Deshalb – und dies unterstreicht Fred Armstrong nachhaltig – ist das Projekt Leipzig Kings auch langfristig angelegt: Sein Vertrag läuft über drei Jahre, das Arbeitspapier von Quarterback Michael Birdsong gilt auch noch in der kommenden Spielzeit: „Wir brauchen Spieler mit der entsprechenden Qualität und Erfahrung – deshalb war klar, dass ich Michael Birdsong als richtig guten Quarterback für zwei Spielzeiten brauche.“

Die Aufbauarbeit trägt Früchte: Die Leipzig Kings haben zuletzt echte Ausrufezeichen gesetzt, sich das Endspiel um die Play-offs gegen die Panthers Wroclaw mit Erfolgen bei den Centurions aus Köln und den Sea Devils aus Hamburg erkämpft. „Wahnsinn, dass wir die Chance für die Play-offs in der eigenen Hand haben“, überlegt Fred Armstrong und erklärt den Aufschwung: Nach der Partie gegen die Sea Devils Mitte Juli war man nach den turbulenten Wochen der Neuformierung schlicht ausgebrannt: „Die Jungs haben diese Pause gebraucht. Und danach kamen die Trainingseinheiten, die richtig gut waren.“

Lust auf noch mehr Gänsehaut

Nicht zuletzt, weil die Kings jenen Biss, jene Gier wiedergefunden haben, die man braucht, um in der ELF zu bestehen – unterstützt von dem erfahrenen Headcoach, der mit seiner ganz eigenen Philosophie agiert: „Ich nehme immer die positiven Dinge. Und dann versuche ich, die Jungs in den Dingen, in denen sie gut sind, noch besser zu machen. Love the game! American Football hat mir so viel beigebracht – ein besserer Mensch zu sein, ein besserer Ehemann und ein besserer Vater. Diese Energie will ich weitergeben.“ Nachdenklich ergänzt er: „Dabei muss man eines akzeptieren: Menschen machen Fehler. Auf dem Feld und abseits des Feldes. Aber wenn man einen Fehler gemacht hat, sich einen blauen Zeh geholt hat, darf man auf keinen Fall den ganzen Fuß abhaken.“ Eher schon Mund abputzen, weitermachen. Hat funktioniert in den letzten Wochen.

Andererseits – die Aufbauarbeit ist längst nicht zu Ende. Der Traum ist groß – Leipzig soll eine American-Football-Stadt werden, wenn es nach Fred Armstrong geht. Am besten mit vielen „Leipzig Homeboys“ aus der Region, die im Kings-Trikot auflaufen. Mit einer eingeschworenen Mannschaft, die ebenso für Football brennt wie der Headcoach an der Seitenlinie. „Klar ist eines: In allererster Linie geht es um Vertrauen. Weil dieses Vertrauen im Team da ist, spielt die Frankfurt Galaxy eben genauso, wie sie aktuell spielt – alle anderen suchen noch nach ihrem Weg, auch mal so wie Frankfurt zu funktionieren.“


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Um dieses Funktionieren wird es am Sonntag, 5. September, ab 14.45 Uhr im Alfred-Kunze-Sportpark gehen. Gegen die Panthers Wroclaw, aktuell noch Zweiter in der ELF-Division North, aber für die Leipziger Hausherren in Reichweite. Wichtige Sache, denn als Zweiter ist man bei den Play-offs von der Partie. Dabei hofft Fred Armstrong auf einen ähnlichen Gänsehautmoment wie bei der Heimpremiere im Juli: „Als damals auf einmal 2600 Leute im Stadion standen und uns unterstützt haben – das war schon eine Riesenüberraschung für uns alle. Und noch bemerkenswerter war es für uns, dass die Fans auch in den schweren Zeiten hinter uns gestanden haben.“

Jens Wagner