14. April 2019 / 10:59 Uhr

Nic Ihlow gewinnt Leipzig Marathon 2019 – mehr als 9000 Läufer am Start

Nic Ihlow gewinnt Leipzig Marathon 2019 – mehr als 9000 Läufer am Start

lvz
Leipziger Volkszeitung
Nic Ihlow ist der Sieger des 42. Leipzig Marathons.
Nic Ihlow ist der Sieger des 43. Leipzig Marathons. © Alexander Prautzsch
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Ein 23-jähriger Lokalmatador hat am Sonntag den 43. Leipzig-Marathon gewonnen. Nic Ihlow (23) vom SC DHfK rannte bei seiner Premiere allen anderen davon. Mehr als 9.000 Teilnehmer trotzten Regen und Kälte. Für besonderes Aufsehen sorgte ein Heiratsantrag im Zieleinlauf. 

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Leipzig. Auch der Dauerregen konnte den Läufern die Stimmung beim Zieleinlauf des 43. Leipzig-Marathons nicht ruinieren. Überglücklich kam der Erstplatzierte Nic Ihlow schon nach 2:24:49 Stunden ins Ziel. Hier wurde der SC-DHfK-Athlet von seiner Freundin empfangen. Der Lokalmatador musste sich zunächst auf den Boden legen und tief durchatmen. „Wahnsinn, aber gerade erstmal schmerzhaft“, kommentierte der 23-Jährige kurz angebunden. Von der Freundin gab es ein Küsschen, die Medaille um den Hals und einen wärmenden Trainingsanzug, dann war der Lehramtsstudent bereit, mit Moderator Roman Knoblauch zu sprechen und auch den vielen Journalisten ein paar Fragen zu beantworten.

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„Die erste Hälfte war echt gut und ich dachte, dass es heute läuft. Aber ab Kilometer 34 war sofort der Ofen aus und ich war ziemlich platt. Ich bin einfach froh, dass es jetzt vorbei ist – ich brauche jetzt erstmal Pause, um mich davon zu erholen“, so Ihlow, der knapp zwei Minuten langsamer war, als erhofft. Der Leipziger war dennoch zufrieden, vor allem aber mit den Schmerzen beschäftigt: „Ich war auf Schmerzen eingestellt – aber, dass sie so intensiv sind, damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin einfach froh, dass ich es durchgebracht habe.“ Eigentlich friere er beim Rennen nie, beim regnerischen Marathon war es dennoch der Fall.

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Heiratsantrag im Zieleinlauf

Der Zweitplatzierte, Gabriel Svajda von den Adidasrunners aus der Slowakei, kam in 2:32:42 Stunden ins Ziel. Temperatur, Regen, Jubel und auch Moderator Knoblauch ignorierte der Sieger des Leipzig Marathon 2018 – er steuerte direkt seine Freundin Jana Simunkova an. Direkt nach dem Zieleinlauf machte er der 27-Jährigen einen Heiratsantrag. Überglücklich nahm die Polizistin aus der Slowakei den Antrag an. „Das ist ein ganz besonderer Moment für mich. In München lief ich lange ganz vorne mit, wurde aber nur sechster. Jetzt habe ich hier eine tolle Zeit und den zweiten Platz geschafft“, so Svajda zu dem sportlichen Erfolg. Mit riesigem Grinsen schnappte er sich seine Verlobte, das Sportliche war danach nicht mehr so wichtig.

Nic Ihlow gewinnt 43. Leipzig Marathon

Nur das Sportliche im Kopf hatten beim 43. Marathon der Messestadt gleich drei Damen, die alle unter drei Stunden ins Ziel kamen. Die erste Frau war die Niederländerin Yvonne van Vlerken, für die es ebenfalls die Marathon-Premiere war. Sie kam in 2:47:53 Stunden ins Ziel. „Es war sehr, sehr kalt. Hier ist doch sonst immer schönes Wetter. Es tut mir leid, dass ich so schlechtes Wetter aus Holland mitgebracht habe“, scherzte sie. Die Siegerin weiter: „Ich wollte eigentlich schneller sein, ich konnte einfach nicht. Meine Beine haben wirklich gefroren.“ Ihre Konkurrenz hängte van Vlerken um acht Minuten ab. Die Leipzigerin Karoline Robe kam in 2:55:53 Stunden ins Ziel, wenig später auch die Drittplatzierte Gillan Allen. Die Engländerin wohnt inzwischen in der Messestadt und läuft für den SC DHfK Leipzig, sie kam in 2:59:30 Stunden an. Genau unter drei Stunden, persönliches Ziel erfüllt und ein dritter Platz.

Mehr zum 43. Leipzig Marathon

Leipziger Doppelsieg auch beim Halbmarathon

Auf der Halbmarathon-Distanz - traditionell die beliebteste mit diesmal über 2600 Anmeldungen - gab es ebenfalls einen Leipziger Doppelsieg. Vincent Hoyer und Sandra Boitz wiederholten ihre Erfolge aus dem Vorjahr und kamen nach 1:10:59 beziehungsweise 1:22:51 Stunde ins Ziel. Den Zehn-Kilometer-Lauf der Männer entschied Felix Rüger vom SC DHfK mit einer Zeit von genau 31 Minuten für sich - zehn Sekunden vor seinem Trainingskollegen Jannik Seelhöfer (SC Melle 03). Bei den Frauen war die am Leipziger Bundesstützpunkt trainierende Marie Burchard (Fiko Rostock) mit 35:09 Minuten wie im Vorjahr die Schnellste.

Auf geht‘s! Die Marathonis machen sich auf den Weg! Kommt gut ins Ziel!

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Sonntag, 14. April 2019

Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hatten am Morgen um Punkt 10 Uhr rund 900 Marathon-Läufer die Königsdistanz von 42,195 Kilometern in Angriff genommen. Die Marathon-Starter absolvierten zweimal den 21 Kilometer langen Kurs durch die City, zum Völkerschlachtdenkmal, durch die Südvorstadt und über Schleußig und Plagwitz zurück zum Sportforum. Kurz zuvor waren bereits Inliner-Skater, Rollstuhl- und Handbikefahrer auf die Strecke gegangen. Insgesamt starteten am Sonntag auf verschiedenen Strecken 9.653 Teilnehmer aus 79 Ländern – damit ist der Lauf so international wie nie zuvor.

Zahlreiche Sperrungen im Stadtgebiet

Durch den Marathon gab es am Sonntag zahlreiche Verkehrseinschränkungen. Autofahrer brauchten daher Geduld. Die gesamte Strecke war von 8 bis 16 Uhr gesperrt. Erstmals wurden vier Schleusen eingerichtet, an denen Autofahrer zeitweise durchfahren konnten. Sie befanden sich an den Kreuzungen Kurt-Eisner-Straße/Arthur-Hoffmann-Straße, Wundtstraße/Karl-Tauchnitz-Straße, Erich-Zeigner-Allee/Weißenfelser Straße sowie Prager Straße/Oststraße. Auch bei den LVB gab es Umleitungen. Betroffe waren die Straßenbahnlinien 1, 2, 9, 10 und 14 sowie die Buslinien 60, 70, 74, 79, 89 und 131. Für dringende Fragen zum Verkehr hatte der Stadtsportbund ein Infotelefon eingerichtet.

Die Karte des 43. Leipzig-Marathons 2019.
Die Karte des 43. Leipzig-Marathons 2019. © lvz
Download Umleitungsplan für den 43. Leipzig Marathon

Etat auf 300.000 Euro gestiegen

Mit rund 300 .000 Euro war der Etat für den Leipzig-Marathon in diesem Jahr etwas gewachsen. Für die sportlichen Zwecke seien die Kosten jedoch weitgehend konstant, bestätigte Michael Mamzed, Geschäftsführer des Stadtsportbundes. In diesem Jahr sei für Absperrungen jedoch erstmals eine Sondernutzungsgebühr der Stadt in sechsstelliger Höhe fällig geworden. In der Vergangenheit wurden diese dem Veranstalter immer erlassen. „Neu ist, dass der Stadtrat über diese Sondernutzungsgebühr entscheidet“, so Sportbürgermeister Heiko Rosenthal, dessen Dezernat bislang selbst darüber befinden konnte.

Tilman Kortenhaus / Robert Nößler

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