13. Juni 2021 / 17:04 Uhr

Leipzigs Turnerin Schlegel misst sich bei der Olympia-Quali mit den Großen

Leipzigs Turnerin Schlegel misst sich bei der Olympia-Quali mit den Großen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jessica Schlegel in Aktion am Schwebebalken.
Jessica Schlegel in Aktion am Schwebebalken. © Rolf Vennenbernd/dpa
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Die Teilnahme an der zweiten Olympiaqualifikation der Kunstturnerinnen in München war eigentlich nicht geplant. Die Sportlerin Jessica Schlegel vom TuG Leipzig ging dennoch vor 770 Zuschauer als Nachrückerin inmitten der Topathletinnen an den Start. Dabei landete die Gerätekünstlerin überraschend auf dem achten Platz.

Leipzig/München. Jessica Schlegel wollte unbedingt dabei sein. Im Vorfeld der zweiten Olympiaqualifikation der Kunstturnerinnen in München hatte die Sportlerin des TuG Leipzig bei Bundestrainerin Ulla Koch angefragt, ob sie vielleicht als Zuschauerin oder Helferin in die Olympiahalle kommen dürfte. Ihre Mutter und Trainerin Kerstin Schlegel war dort sowieso als Kampfrichterin eingesetzt.

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Deutliche Leistungssteigerung

Die Antwort war besser als erwartet: Die Sächsin, die eine Woche zuvor bei den deutschen Meisterschaften in Dortmund den 15. Platz im Mehrlampf belegt hatte und in zwei Gerätefinals stand, sollte am Samstag als Nachrückerin inmitten der Topathletinnen an die Geräte gehen. „Megacool“ sei das gewesen, betonte die Jüngste der Konkurrenz, nachdem sie ihren zweiten Auftritt hintereinander in einer der größten Arenen Deutschlands hinter sich hatte.

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Im Feld der zehn nationalen und drei ausländischen Gerätekünstlerinnen landete Jessica Schlegel überraschend auf dem achten Platz und ließ dabei unter anderem die Bundeskadermitglieder Carina Kröll aus Berkheim und die Kölnerin Aiyu Zhu hinter sich. Im Vergleich zu ihrem Vierkampf eine Woche zuvor in Nordrhein-Westfalen konnte sich die Landeskaderturnerin vom Endergebnis her noch einmal deutlich steigern, von 46,30 auf 48,525 Punkte. Zum Lohn gab es die Gratulation der Cheftrainerin, die besonders die Schwebebalkenkür des Talentes lobte, für die es diesmal 12,20 Punkte gab. Mit ihrer Schwierigkeit von 5,1 lag Jessica Schlegel an ihrem Lieblingsgerät nur drei Zehntel hinter dem Ausgangswert der Weltmeisterschaftsfinalistin und Qualifikationssiegerin Sarah Voss.

Mutter Kerstin im Kampfgericht

„Ich bin natürlich happy“, resümierte sie strahlend. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich überhaupt hierfür qualifiziere.“ Allein dass sie die nötige Leistung für einen DM-Start erbrachte, sei für sie schon ein „riesiger“ Erfolg im ersten Aktivenjahr gewesen. Beim Titelkampf habe dann nur der Jägersalto am Stufenbarren nicht geklappt, „aber das ist für mich noch ein neues Element“. Anders als in Dortmund durften sogar der Vater und Schwester Alina zusehen, wie ihr das Flugelement diesmal gelang, weil in der Halle bis zu 770 Zuschauer zugelassen waren. Das sei „toll“ und besonders motivierend gewesen.

Mutter Kerstin saß vor den beiden Holmen und am Boden im Kampfgericht. „Eigentlich wird das nicht gerne gesehen“, erklärte die Tochter. Doch nach ihrer eigenen kurzfristige Nominierung während der Woche habe sich so schnell kein Ersatz für die Fachfrau gefunden. „Ich denke aber, es hat niemanden gestört.“ Zumal es für Jessica Schlegel nicht, wie für die weiter vorne Platzierten, um ein Ticket für Tokio ging. Sie selbst mag es sehr, wenn Kerstin Schlegel, die ihre Tochter auch trainiert, so nahe dabei ist bei ihren Auftritten. „Dadurch bekomme ich noch mal Zuspruch und fühle mich sicherer.“ Die besonderen Erlebnisse haben zusätzlichen Ehrgeiz geweckt. Nach ihren Zielen für die Zukunft befragt, hat Jessica Schlegel im Aktivenbereich der Münchner Olympiahalle eine ganz einfache Antwort gegeben: „Ich will hier weiter stehen.“

Die besonderen Erlebnisse haben zusätzlichen Ehrgeiz geweckt. Nach ihren Zielen für die Zukunft befragt, hat Jessica Schlegel im Aktivenbereich der Münchner Olympiahalle eine ganz einfache Antwort gegeben: „Ich will hier weiter stehen.“


Katja Sturm