15. Oktober 2020 / 20:42 Uhr

Handballer zerpflücken den Tabellenführer: SC DHfK Leipzig siegt bei Rhein-Neckar Löwen

Handballer zerpflücken den Tabellenführer: SC DHfK Leipzig siegt bei Rhein-Neckar Löwen

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
KlausTrotter-SC-DHFK-Leipzig-004
Topauftritt: Die Handballer vom SC DHfK Leipzig setzen in Mannheim ein Statement. © Klaus Trotter Photography
Anzeige

Geisterspiel in Mannheim: Die Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig haben sich beim Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen von ihrer besten Seite gezeigt. Nach allen Regeln der Handball-Kunst zerlegte die Mannschaft von Trainer André Haber die Mannheimer mit 28:23 (16:12).

Anzeige

Mannheim. Mit einer überragenden Defensivleistung und Tempospiel entführten die Bundesliga-Handballer des SC DHfK am Donnerstagabend beide Punkte bei den Rhein-Neckar Löwen. Mit dem 28:23 (16:12)-Sieg bleiben die Grün-Weißen in dieser Saison weiter ungeschlagen und sichern sich zumindest bis Sonntag wieder die Tabellenführung.

Für die Mannheimer waren die Gäste aus der Messestadt die erste Kraftprobe der Saison. Bislang hatte der Deutsche Meister der Jahre 2016 und 2017 seine Spiele deutlich gewinnen können und stand mit einem Plus von 18 Toren auf dem ersten Platz der Tabelle. Die Leipziger brachten jedoch frischen Wind in die fast leere Löwenhöhle. 14 500 Zuschauer passen maximal hinein – stattdessen durften nur ein paar Trommler und Ehrengäste in die sonst gefürchtete SAP-Arena, die so nicht gänzlich verstummte.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum 28:23-Sieg der Leipziger in Mannheim

Beeindruckende Mannschaftsleistung der Leipziger: Die DHfK-Handballer und die Rhein-Neckar Löwen trennen sich 28:23 (16:12). Zur Galerie
Beeindruckende Mannschaftsleistung der Leipziger: Die DHfK-Handballer und die Rhein-Neckar Löwen trennen sich 28:23 (16:12). ©

Die Leipziger präsentierten von Beginn an eine fast undurchdringliche Defensive, an der sich die Hausherren die Zähne ausbissen. In den ersten 15 Minuten erzielten die Löwen lediglich vier Tore. Mit mehreren Treffern von Rechtsaußen Patrick Wiesmach und Rückraum-Gigant Marko Mamic gingen die Leipziger in Front. Coach Martin Schwalb griff beim 3:6 zur Auszeit, stellte auf sieben Feldspieler ohne Keeper um, forderte mehr Zugriff gegen die starke Leipziger Abwehr. Doch auch in Überzahl kamen die Löwen kaum zum Abschluss und konnten sich mit dem 12:16-Pausenstand noch glücklich schätzen.

Fast hätten die Löwen nach dem Wiederanpfiff die Leipziger überrascht. Die Hausherren kamen innerhalb von einer Minute auf zwei Tore heran – dann drehten die Grün-Weißen auf. Mit schnellen Kontern, gelungenen Abschlüssen aus fast allen Positionen und einem hellwachen Joel Birlehm im Tor glich das Spiel einer Machtdemonstration des SC DHfK, der nach 40 Minuten sechs Tore und nach 45 Minuten gar acht Treffer vorn lagen.

DHfK auch auswärts stark

Birlehm zeigte eine überragende Leistung, kam am Ende auf 15 Paraden und eine 40-Prozent-Quote. „Das war eins der schönste Bundesligaspiele, das ich bisher spielen durfte. Wir haben als Team einen großen Schritt nach vorne gemacht“, freut sich der 23-Jährige.

Nach vier Spielen stehen die ungeschlagenen Leipziger mit sieben Punkten an der Tabellenspitze. Nur Flensburg kann den SC DHfK am Sonntag noch überholen, muss dafür aber in Kiel gewinnen. Kampfansage von Goalgetter Lukas Binder: „Spätestens jetzt weiß jeder, dass auch auswärts mit dem SC DHfK zu rechnen ist.“

DHfK-Tore: Binder 6, Wiesmach 5, Larsen 5, Krzikalla 4/4, Mamic 4, Weber 3, Milosevic 1.

7-m: Löwen 3/3, DHfK 4/4. Strafmin: 6:6.