18. Juni 2019 / 15:24 Uhr

Leipziger Bob-Anschieber Alexander Schüller hat im Weltmeister-Team Fuß gefasst

Leipziger Bob-Anschieber Alexander Schüller hat im Weltmeister-Team Fuß gefasst

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Bobpilot Francesco Friedrich (4.l.), sein Trainer Gerd Leopold (3.v.l.) und die Anschieber Candy Bauer (l.), Thorsten Margis (2.l.), Martin Grothkopp (2.r.) und Alexander Schüller (r.). 
Bobpilot Francesco Friedrich (4.l.), sein Trainer Gerd Leopold (3.v.l.) und die Anschieber Candy Bauer (l.), Thorsten Margis (2.l.), Martin Grothkopp (2.r.) und Alexander Schüller (r.).  © imago/Robert Michael
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Der 22-jährige gebürtige Leipziger und für den SV Halle startend ist sportlich im Team von Doppelweltmeister Francesco Friedrich angekommen. Dort soll er den "Platzhirschen" Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis Dampf machen und sich für ein Platz im Schlitten empfehlen. 

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Leipzig. Nach dem bisher erfolgreichsten Winter seiner jungen Karriere ist für Bobanschieber Alex Schüller kein Müßiggang angesagt. Der gebürtige Leipziger, der seit dem Vorjahr beim SV Halle trainiert, arbeitet fleißig an den Grundlagen für die kommende Saison, seine zweite im Team von Weltmeister Francesco Friedrich. Dauerläufe, Kraftkreis oder Medizinballübungen stehen für den 22-Jährigen auf dem Programm.

Im vergangenen Winter sorgte der mehrfache Junioren-Weltmeister, der vom Bob-Team Oelsner zum Champion aus Pirna wechselte, für Furore. EM-Bronze im Vierer in Königssee sowie vier Weltcup-Siege (zwei im Zweier und zwei im Vierer) stehen auf der Habenseite. „Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden“, sagt der 1,94 Meter große und 100 Kilogramm schwere Athlet. „Es ist besser gelaufen als gedacht. Nur bei der WM wäre ich natürlich gern gestartet.“ Im kanadischen Whistler bekamen die erfahrenen Candy Bauer (32), Martin Grothkopp (32) und Thorsten Margis (29) den Vorzug. Friedrich setzte beim Saison-Höhepunkt, wo er Doppel-Gold errang, auf die Routiniers, mit denen die Abläufe seit Jahren eingeübt sind.

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Schüller soll den Platzhirschen weiter Dampf machen, schon jetzt stehen seine Anschubzeiten denen der Teamkollegen in nichts nach. Perspektivisch will er bei mehr Weltcups im starten und sich einen festen Platz im Schlitten des Rekordweltmeisters und Olympiasiegers erkämpfen. Die Jugend spricht für ihn. Das Nahziel ist die Heim-WM 2020 in Altenberg, das Fernziel lautet Olympia 2022 in Peking.

Für seinen großen Traum ist der frühere Diskuswerfer vom SC DHfK nach Halle gewechselt. Dort gehört er der Trainingsgruppe seines Teamkollegen Thorsten Margis an. Betreut wird Schüller von Siebenkampf-Bundestrainer Wolfgang Kühne, der auch für die nach Leipzig zurückgekehrte, aber weiter für den SV Halle startende Hürdensprinterin Cindy Roleder die Trainingspläne schreibt. Die Arbeit in der Gemeinschaft hat sich für den Bundespolizeianwärter ausgezahlt. „Ich habe viele gute Tipps bekommen, was Technik und Material betrifft“, sagt Schüller. Auch im Bobteam wurde er gut aufgenommen, die Stimmung hat unter der verschärften Konkurrenzsituation offenbar nicht gelitten.

Gleich bei seinem ersten Weltcup-Start an der Seite Friedrichs sprang im lettischen Sigulda im Zweierbob Platz eins heraus – mit Start- und Streckenrekord. In seiner ersten Saison sei das viele Reisen die größte Umstellung gewesen, berichtet Schüller. Kanada, USA, Lettland. Zeitumstellung, Jetlag und das teils schlechte Essen – daran musste er sich erst gewöhnen. „Das hat manchmal ganz schön geschlaucht“, blickt der Leipziger zurück. In wenigen Wochen will er seine Ausbildung bei der Bundespolizei abschließen und die Grundlagen für seine zweite Weltcup-Saison legen.

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