30. Juni 2020 / 07:29 Uhr

Leipziger Canadierfahrer, Slalomkanuten und Ruder-Zwillinge starten durch

Leipziger Canadierfahrer, Slalomkanuten und Ruder-Zwillinge starten durch

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Enge Kiste: Peter Kretschmer (Mitte) erkämpft bei der ersten Leistungsüberprüfung die Plätze vier und fünf.
Enge Kiste: Peter Kretschmer (Mitte) erkämpft bei der ersten Leistungsüberprüfung die Plätze vier und fünf. © Ute Freise
Anzeige

Leistungsüberprüfung, Mini-Trainingslager, EM-Test für Top-Athleten: Nachdem viele andere Sportarten schon länger wieder losgelegt haben, kehren nun auch Leipzigs Wassersportler immer mehr in ihr Element zurück. Auch erste Wettbewerbe werden ausgetragen.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. Gespielt wird längst wieder, sogar Meisterschaften (zumeist trocken) sind im Trend. Doch auch die Wassersport-Spezialisten starten nach der aufgezwungenen Landpartie wieder durch. Leipzigs Canadier-Olympiasieger Peter Kretschmer, die Slalomkanuten um Weltmeister Franz Anton und die hoffnungsvollen Ruder-Zwillinge Marion und Johanna Reichardt waren in den vergangenen Tagen hier und in anderen Revieren gefordert.

Kretschmer: "Sehr zufrieden mit dem Ergebnis"

Leistungsüberprüfung heißt das aktuelle Schlagwort, weil Wettkämpfe ins Wasser fallen. „Die Trainer schauen sich das an für Entscheidungen, die eventuell getroffen werden müssen“, erläutert DHfK-Ass Peter Kretschmer. Der 28-Jährige war am Freitag und Samstag mit weiteren Top-Kadern in Duisburg zum „Abliefern“. Knapp gingen die Entscheidungen der Canadier aus. Über 500 m (Vorlauf/Finale) erkämpfte „Kretsche“ den fünften und über 1000 m den vierten Platz.

Mehr zum Thema

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, schätzte der Routinier ein, räumte zugleich aber ein, dass es in den vergangenen Wochen schwierig war, sich zu motivieren. Doppelsieger in Duisburg wurde der Berliner Conrad Scheibner (24). Begleitet wurde Peter Kretschmer von den Trainern Gunar Kirchbach und Olaf Heukrodt. Bundestrainer Kay Vesely muss ebenso noch gesundheitlich passen wie die verletzten Kajak-Damen Tina Dietze (LVB) und Melanie Gebhardt (DHfK). Ob 2020 noch ein internationales Kräftemessen der Rennsportkanuten stattfindet, wird sich zeigen. Geplant ist Ende September ein Weltcup im ungarischen Szeged.

Test-Heimspiel in Leipzig

„Es geht wieder los“, freuen sich die Paddelartisten vom LKC über die erste Spritztour seit dem Lockdown. Auch wenn das Wort „Trainingslager“ für zwei Tage Bootsprogramm in Prag ein wenig übertrieben klingt im Vergleich zu den drei Wochen in Australien Anfang des Jahres. Vom 17. bis 20. September sollen in der tschechischen Hauptstadt die Europameisterschaften über die Bühne gehen. Diese waren eigentlich für Mai terminiert, und in London wollte Franz Anton seinen Startplatz für die Olympischen Spiele in Tokio erringen. Dieser Plan ist nun auf 2021 verschoben. Dennoch will der 30-Jährige eine der wenigen Chancen in diesem Jahr nutzen, um sich gut in Form zu präsentieren.

Härtetest bestanden: Die Ruder-Zwillinge Johanna und Marion Reichardt nach der 6-km-Langstrecke auf dem Kanal in Burghausen.
Härtetest bestanden: Die Ruder-Zwillinge Johanna und Marion Reichardt nach der 6-km-Langstrecke auf dem Kanal in Burghausen. © Christian Modla
Anzeige

Doppelt gut in Form zeigten sich Marion und Johanna Reichardt. Die 23-jährigen Zwillingsschwestern vom SC DHfK kämpften beim Test-Heimspiel um je einen Platz im leichten Frauen-Doppelvierer und damit ums Ticket für die vorgesehene EM im Oktober im polnischen Posen.

Nach Stufentest auf dem Ruderergometer am Freitag im IAT und tags darauf einem 6-Kilometer-Ritt auf dem Kanal in Burghausen haben sich die Schützlinge von Trainer Rüdiger Hauffe zunächst an die Ranglistenspitze gesetzt. Es folgen ein Ergotest und eine Einer-Überprüfung in Hamburg. Nächste Woche starten „R&R“ in Linz/Ottensheim zur bisher einzigen internationalen Regatta.