29. Dezember 2021 / 18:00 Uhr

Leipziger Darts-Clubs in der Pandemie: Zwischen Pfeilewerfen im Home-Office und WM-Fieber

Leipziger Darts-Clubs in der Pandemie: Zwischen Pfeilewerfen im Home-Office und WM-Fieber

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Das Leipziger Talent Robin Beger (Dart-Fabrik) will in den kommenden Jahren noch viel erreichen.
Das Leipziger Talent Robin Beger (Dart-Fabrik) will in den kommenden Jahren noch viel erreichen.
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„Nur sieben Spiele gewinnen, dann bist du Champion“: Auch die Leipziger Darts-Asse verfolgen natürlich die gerade laufende WM in London. Diese haben für das neue Jahr ebenfalls hohe Ziele und wollen endlich in die Bundesliga.

Leipzig. Stillstand im Amateursport. Bolzen wie auf dem Fußballplatz erweist sich in den eigenen vier Wänden meist als kostspielige Angelegenheit. Auch dem Hockey- oder Tennissport in der Bude nachzugehen, ist nicht anzuraten. Die Leipziger Darts-Sportler hingegen können unkompliziert zuhause trainieren. Auch die Männer von der Dart-Fabrik halten sich während der Pandemie im heimischen Domizil fit. Jene werfen aktuell ungeschlagen in der Sachsenliga, sind zweimaliger Meister der Mitteldeutschen Steeldartliga (MDSL) und haben entsprechend hohe Ambitionen.

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„Die Spieler treffen sich regelmäßig, solang Corona das noch zulässt“

Der Verein arbeitet am gesteckten Fernziel: Aufstieg in die Bundesliga. „Der DDV (Deutscher Dart-Verband) hat die Aufstiegsrunden gecancelt“, erklärt Norman Kiebler, Spieler der 2. Mannschaft, der auch die MDSL leitet und organisiert. Nun warten die Akteure sehnsüchtig aufs Pfeilwerfen, damit das Oberhaus erklommen werden kann. „Wir werden höchstwahrscheinlich nächstes Jahr zur Aufstiegsrunde fahren. Die Jungs haben sich gute Chancen ausrechnet, es in die 1. Liga zu schaffen“, so der 37-Jährige. Kiebler erklärt weiter, dass die Spielerqualität im Verein sehr hoch sei. Robin Beger ist einer der jungen Sportler mit enormem Potenzial. Der 21-Jährige arbeitet derzeit auf die sogenannte Qualifying School (Q-School) hin, um sich eine Tour-Karte bei den Profis zu sichern. Seine erste Q-School spielte der gebürtiger Meißner 2019. Bei der Development Tour schaffte es der Sachse vier Mal ins Achtelfinale. 2020 qualifizierte er sich für die Jugendweltmeisterschaften, überstand aber die Gruppenphase nicht.

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Hartes Training ist dafür üblich. „Die Spieler treffen sich regelmäßig, solang Corona das noch zulässt“, so Kiebler. „Training ist das Motto. Alle haben den Anspruch an sich selbst, keiner macht zu wenig.“ Die Spieler trainieren täglich über zwei Stunden. Die Sportler, die um eine Spielberechtigung auf der PDC-Tour kämpfen, fahren ein deutlich höheres Pensum. Natürlich verfolgen die Leipziger auch die laufende WM. Kiebler lobt den jungen Fabian Schmutzler. „Der hat sich überragend verkauft, für einen 16-Jährigen stark abgeliefert.“ Sein Tipp für den Champion 2022: Jonny Clayton.

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„Die leisten eine sehr gute Aufbau- und Jugendarbeit“

Auch der DSC Leipzig beobachtet aus der Ferne das globale Spektakel. Der hiesige Darts-Verein hat ein Tippspiel gestartet. 23 Mitglieder sind aktiv dabei und führen heiße Diskussionen um den 29. WM-Titel. Der sportliche Leiter Daniel Backhaus sieht zwei Männer von der Insel weit vorn: Clayton und Gerwyn Price. Der 45-Jährige sagt aber auch, dass „die WM immer eine Überraschung ist. Du musst nur sieben Spiele gewinnen, dann bist du Champion.“ Ob der Verein auch einen in der Mache hat? Bevor er diese Frage beantwortet, erklärt Backhaus, wer sich auf jeden Fall nicht wie ein Champion verhalten habe. Dem Ex-Mitglied Tobias Vettermann, über dessen hochgesteckte Ziele die der SPORTBUZZER jüngst berichtete, ist aufgrund grober Unstimmigkeiten gekündigt worden. Der 19-Jährige sei auch beim Sächsischen Dartverband (SDV) und der MDSL gesperrt.

Der DSC fokussiert sich derweil auf die Jugendarbeit. „Wir haben zwei bis drei Spieler, die großes Potenzial haben. Auch einen ganz jungen Zögling im Alter von neun Jahren“, so Backhaus. Doch das Training im Verein fällt derzeit für die Kids so gut wie flach. Auch die Schul-AGs seien bekanntlich durch Corona „in die Hose gegangen“, sagt der sportliche Leiter. Die Dart-Fabrik leitet Sprösslinge an den DSC weiter. „Die leisten eine sehr gute Aufbau- und Jugendarbeit“, meint Kiebler. Backhaus hofft, dass der Club die Welle übersteht. Doch die Zeichen stehen gut. Der DSC bezog im Mai ein neues Vereinsheim. Seither zählt dieser 22 Neuzugänge.