16. Oktober 2020 / 15:54 Uhr

Leipziger sind Spitzenreiter: Der ungebremste Höhenflug der DHfK-Handballer

Leipziger sind Spitzenreiter: Der ungebremste Höhenflug der DHfK-Handballer

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Die DHfK-Handballer um Lukas Binder können es mit den Topteams der Bundesliga aufnehmen. © Klaus Trotter Photography
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Phänomenaler Saisonstart: Die Handballer des SC DHfK Leipzig stehen nach vier Spieltagen ungeschlagen an der Tabellenspitze. Die Haber-Sieben präsentiert sich als eingespieltes Team, welches zielgerichtet agiert und durchgehend Lösungen findet. Nun müssen die Messestädter dieses Niveau halten und konstant auf die Platte bringen.

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Leipzig. Diese Momentaufnahme könnte für Leipziger Handballfans kaum schöner sein: Die DHfK-Männer stehen an der Spitze der Bundesliga. Vier Spiele ist die Truppe von Coach André Haber nun schon ohne Niederlage, mit dem Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen hat sie sich vorerst die Krone aufgesetzt. Wer die Löwen schlägt, muss auch keine Angst vor den Zebras (Kiel) haben! Oder doch?

„Ich bin sehr stolz auf den Charakter, den meine Mannschaft bewiesen hat“, freute sich Haber nach dem ersten DHfK-Sieg in Mannheim. „Wie wir Fehler ausgebügelt und gedeckt haben, wie clever wir im Angriff in wichtigen Momenten waren – da hat vieles gepasst. Es war ein besonderer Abend für uns“, so der 34-Jährige. Die Grün-Weißen präsentierten ohne Zweifel die beste Leistung der jungen Saison, sie spielten selbstbewusster und klüger als der mehrfache Deutsche Meister.

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Immer wieder scheiterten Andy Schmid, Uwe Gensheimer und Co. an der kompakten Defensive der Grün-Weißen und hatten aus dem Rückraum Probleme, eine Lücke zwischen den Abwehr-Hünen Marko Mamic und Macej Gebala zu finden. Sieben Feldspieler sollten die Lösung der Gastgeber sein, doch diese Strategie machte das Tempospiel der Haber-Handballer nur noch gefährlicher.

„Wir waren trotz der leeren Ränge richtig gut drauf. Die Löwen sind die Atmosphäre vielleicht gewöhnt, aber es war sicherlich auch kein Nachteil für uns, keine 10. 000 Fans gegen uns zu haben“, so Kapitän Alen Milosevic im MDR-Interview. Der 30-Jährige lobte die Mentalität des Teams: „Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht und müssen vor den Topteams keine Angst mehr haben.“

Baustelle: Zeitstrafen

Bis die Leipziger auf Flensburg (26. Dezember) und Kiel (6. Februar) treffen, müssen sie sich noch gedulden. Mit der aktuellen Form könnten sie sich gute Chancen ausmalen – doch müssen sie ihr Niveau nun konstant auf die Platte bringen. Eine Tugend, die der SC DHfK in den vergangenen Jahren missen ließ.

Franz-Semper-Ersatz Martin Larsen hat seine Aufgabe im rechten Rückraum gefunden, er verteilt Bälle, findet Lücken und hat den Mut, diese zu nutzen. Mit Zeitstrafen nach Wechselfehlern wie gegen Berlin und erneut in Mannheim sowie unnötigen Ballverlusten stellen sich die Leipziger mitunter aber noch selbst ein Bein.