25. März 2020 / 12:00 Uhr

Leipzigs Spitzensportler zur Olympia-Entscheidung: "Endlich ist der Athlet in den Vordergrund geraten"

Leipzigs Spitzensportler zur Olympia-Entscheidung: "Endlich ist der Athlet in den Vordergrund geraten"

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Marvin Schulte, Lisa Graf und Andrea Herzog melden sich zu Wort.
Marvin Schulte, Lisa Graf und Andrea Herzog melden sich zu Wort. © Montage
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Es waren Tage und Wochen der Ungewissheit. Am Dienstag hat das Internationale Olympische Komitee entschieden: Die Sommerspiele 2020 steigen aufgrund der Corona-Pandemie erst im nächsten Jahr. Der SPORTBUZZER hat Stimmen von Leipzigs Top-Athleten dazu eingeholt.

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Leipzig. Mit Verständnis, Erleichterung, aber auch Wehmut haben die Leipziger Athleten, Trainer und Leistungssport-Verantwortliche auf die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele in Tokio von diesem Sommer ins Jahr 2021 reagiert. Tenor: Es ist wichtig, dass jetzt endlich Klarheit herrscht. Aber es ist schade um die viele Kraft, die bereits in das größte Ziel eines Sportlers investiert wurde. Viele Athleten haben seit Monaten auf alle Annehmlichkeiten des Lebens verzichtet und müssen dies nun 16 weitere Monate tun. Zwei Athleten hatten ihr Ticket bereits sicher: Kanutin Andrea Herzog (LKC) und Radsportler Felix Groß (SC DHfK). Beide hoffen natürlich, dass ihre Qualifikation auch für 2021 gilt.

Ruder-Olympiasiegerin Annekatrin Thiele hat sich zum Beispiel dreieinhalb Jahre lang für ihre vierten Spiele gequält - aus heutiger Sicht zunächst umsonst. "Mit der Verschiebung hatte ich seit einiger Zeit gerechnet - das ist auch die richtige Entscheidung. Derzeit kann ich noch nicht sagen, ob die Kraft für weitere zwölf Monate reicht. Das muss ich für mich in den nächsten Tage klären, wenn auch der neue Termin feststeht", sagte die 35-Jährige. Seit einigen Tagen kann sie wegen häuslicher Quarantäne nur auf dem Ergometer auf dem heimischen Balkon trainieren. Denn die DHfK-Skullerin hatte am Stützpunkt in Berlin Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Person.

DURCHKLICKEN: So reagieren Leipzigs Top-Athleten und Verantwortliche

Philipp Weber (Handballer des SC DHfK Leipzig und Nationalspieler): Ich bin der festen Meinung , dass dies die richtige Entscheidung ist. Momentan gibt es wichtigere Sachen, als an Sport zu denken. Wir müssen schauen , dass möglichst alle Menschen gut und vor allen gesund  durch die Krise kommen. Natürlich ist es schade , jetzt im Sommer nicht zu den Spielen zu fahren, aber die werden ja ,NUR' verschoben. Zur Galerie
Philipp Weber (Handballer des SC DHfK Leipzig und Nationalspieler): "Ich bin der festen Meinung , dass dies die richtige Entscheidung ist. Momentan gibt es wichtigere Sachen, als an Sport zu denken. Wir müssen schauen , dass möglichst alle Menschen gut und vor allen gesund durch die Krise kommen. Natürlich ist es schade , jetzt im Sommer nicht zu den Spielen zu fahren, aber die werden ja ,NUR' verschoben." ©

Wie schwierig die Situation für Spitzensportler aktuell ist, hatte Oliver Stoll, Professor für Sportpsychologie und Sportpädagogik am Institut für Sportwissenschaft der Universität Halle-Wittenberg, zu Wochenbeginn auf SPORTBUZZER-Nachfrage erklärt. „Ein Athlet lebt ja nicht einfach in den Tag hinein. Seine gesamte Saison, jeder Tag ist genau durchgeplant, hin auf das eine Ziel. Drastisch gesagt, ist all das jetzt für‘n Arsch.“ Vor allem für die Sportler in den olympischen Sportarten sei die momentane Situation deshalb ein Drama. „Man darf das wirklich nicht kleinreden. Manche haben nur ein einziges Mal in ihrem Leben die Chance, an den Spielen teilzunehmen.

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