17. Februar 2021 / 17:09 Uhr

Leipzigs Stadtsportbund-Präsident Uwe Gasch: "Situation geht nicht spurlos an uns vorbei"

Leipzigs Stadtsportbund-Präsident Uwe Gasch: "Situation geht nicht spurlos an uns vorbei"

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
SSBL-Chef Uwe Gasch will den Nachwuchs am Ball halten.
SSBL-Chef Uwe Gasch will den Nachwuchs am Ball halten. © Christian Modla
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Der Amateursport wird seit Monaten ausgebremst: Das macht auch dem Stadtsportbund Leipzig zu schaffen. Präsident Uwe Gasch berichtet vom Mitgliederschwund, vor allem in Gesundheitssportvereinen und im Kinder- und Nachwuchsbereich.

Leipzig. Eine schmerzliche Zeit in doppelter Hinsicht erlebt gerade Uwe Gasch (59). Der Präsident des Leipziger Stadtsportbundes im Ehrenamt und Geschäftsführer der Autocenter Leipzig-Halle GmbH war letzten Freitag vor seiner Arbeitsstätte gestürzt, das lädierte rechte Knie wurde tags darauf im Diakonissenkrankenhaus operiert, jetzt sind therapeutische Maßnahmen an der Tagesordnung. Dass der Großteil des sportlichen Lebens seit Monaten coronabedingt auf dem Trocken liegt, sieht der Ex-Weltklasse-Ruderer differenziert.

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„Die Situation ist nicht spurlos an uns vorbeigegangen. Wir haben Mitglieder verloren. Das betrifft vor allem die Gesundheitssportvereine und den Kinder- und Nachwuchsbereich“, weiß Gasch, dessen Dachverband 2019 die 100 .000-Mitglieder-Marke knackte. Es gebe aber viele Vereine, die engagiert Alternativen anbieten, um ihren Nachwuchs am Ball zu halten. Generell habe er das Gefühl, dass alle Beteiligten verantwortungsbewusst handeln. „Wir sind ein Teil der Gesellschaft und können uns da nicht rausnehmen“, so der SSBL-Chef, der das Amt seit 2004 inne hat.

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Neujahrslauf, Sportball, Lipsiade, Marathon, Jahreshauptversammlung – abgesagt oder in virtueller Form. „Es ist unheimlich schade, dass wir da so ausgebremst werden. Aber die Gesundheit geht vor“, betont Uwe Gasch mit Blick aufs Ganze und seine persönliche Situation. Der Olympia-Fünfte vom SC DHfK hofft, dass die Sommerspiele in Tokio stattfinden – mit Leipzigs Doppelvierer-Olympiasiegerin Annekatrin Thiele (36). „Aber nicht unter Gefährdung der Sportler.“