27. Februar 2022 / 19:12 Uhr

Leipzigs Tedesco über Absage des Spartak-Spiels: "Boykott trifft die Falschen"

Leipzigs Tedesco über Absage des Spartak-Spiels: "Boykott trifft die Falschen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Domenico Tedesco soll mit RB Leipzig gegen seinen Ex-Club Spartak Moskau antreten.
Domenico Tedesco soll mit RB Leipzig gegen seinen Ex-Club Spartak Moskau antreten. © dpa
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Boykottieren oder nicht, das ist die Frage, seit RB Leipzig am Freitag im Achtelfinale der Europa League gegen Spartak Moskau ausgelost wurde. Coach Domenico Tedesco, der den russischen Club in der Vorsaison betreute, äußerte sich am Rande des 1:0-Sieges in Bochum zum Thema.

Bochum. RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco hofft trotz des Krieges zwischen Russland und der Ukraine offenbar auf ein Stattfinden der beiden Achtelfinal-Spiele in der Europa League gegen seinen Ex-Club Spartak Moskau. „Wenn die Frage nach einem Boykott kommt: Dabei trifft es meiner Meinung nach immer die Falschen. Es trifft in erster Linie die Sportler und die Fans“, sagte Tedesco nach dem 1:0-Sieg am Sonntag beim VfL Bochum. Klar sei aber, „dass ich mir einen anderen Rahmen für dieses Spiel gewünscht hätte. Die aktuelle Situation ist schlimm. Für mich ist Krieg in keiner Situation eine Lösung.“

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Nach der Auslosung hätten ihm „um die 60 Leute geschrieben, dass sie sich freuen würden, mich wieder zu sehen. Sie haben auch ein paar Witze gemacht, dass sie Leipzig mit ihrem Ex-Trainer gerne schlagen würden.“

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RB teilte am Sonntag während des Spiels mit, dass sich der Verein in intensiven Gesprächen mit der UEFA befinde und sich eine baldige Entscheidung wünscht. Man gehe auch von einer zeitnahen Entscheidung des Verbandes aus. Hintergrund der Mitteilung war unter anderem die Sperrung des deutschen Luftraums für russische Maschinen, die am Sonntagnachmittag um 15 Uhr wirksam wurde und zunächst drei Monate gelten soll. Diese Sanktionsmaßnahme der Bundesregierung wird eine Anreise des Spartak-Teams aller Voraussicht nach verhindern.

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Die Sachsen waren am Freitag gegen Spartak Moskau ausgelost worden. Nach derzeitigem Stand haben die Leipziger am 10. März Heimrecht, das Rückspiel soll am 17. März auf neutralem Boden ausgetragen werden. Nach dem Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine mehren sich die Stimmen, die einen Boykott des russischen Sports fordern. Auch RB sieht sich diesen Forderungen gegenüber, wird in sozialen Netzwerken seit Freitag teilweise wüst beschimpft.