06. Dezember 2021 / 11:04 Uhr

"Leistungsbruch" und gefühlte Niederlage gegen Hertha: Stuttgart-Trainer Matarazzo als Psychologe gefragt

"Leistungsbruch" und gefühlte Niederlage gegen Hertha: Stuttgart-Trainer Matarazzo als Psychologe gefragt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stuttgart-Trainer Pellegrino Matarazzo war nach dem Remis gegen Hertha BSC enttäuscht.
Stuttgart-Trainer Pellegrino Matarazzo war nach dem Remis gegen Hertha BSC enttäuscht. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
Anzeige

Das 2:2 nach einer 2:0-Führung gegen Hertha BSC verärgerte alle im Lager des VfB Stuttgart. Trainer Pellegrino Matarazzo sprach von einem "Leistungsbruch" - und kündigte an, die Gründe auch über Einzelgespräche herausfinden zu wollen.

Wenn man ihm glauben mag, dann wird Pellegrino Matarazzo in der anstehenden Woche nicht in erster Linie als Trainer, sondern mehr noch als Psychologe gefragt sein. Nach dem 2:2 (2:1) in der Bundesliga gegen Hertha BSC, das sich für alle im Lager der Schwaben mehr wie eine Niederlage als wie ein Remis anfühlte, kündigte Matarazzo Gespräche mit mehreren seiner Spieler an. Das Ziel: den zwischenzeitlichen Qualitätsabfall gegen die Berliner am Sonntag zu ergründen. Der zweite Sieg am Stück war nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung greifbar, doch die Hertha kam auch dank einer ausgeprägten Stuttgarter Passivität zurück ins Spiel.

Anzeige

Matarazzo machte einen "Leistungsbruch" in der ersten Halbzeit aus, für den er nun nach Erklärungen suchen wolle. "Der Eindruck ist, dass ein paar einzelne Spieler unter ihrem Leistungsniveau gespielt haben", beklagte der Coach. "Es geht darum, jetzt mal Gespräche zu führen und zu fragen, warum das so ist." Das solle in der neuen Woche geschehen.

Die Frage nach dem Warum beantwortete der Coach gleich mit - und zwar in Form von zwei denkbaren Szenarien: Wenn man von seinem Plan und seiner Linie abweiche, habe man entweder Angst, etwas zu verlieren, oder man fühle sich zu sicher. Nach der 2:0-Führung, herausgeschossen von Omar Marmoush (15. Minute) und Philipp Förster (19.), hätten einzelne Spieler "zu wenig gemacht", seien zu inaktiv gewesen und hätten sich auch beispielsweise offensiv nicht mehr eingeschaltet, haderte Matarazzo. Es handle sich nicht um ein kollektives Problem, sondern ein Problem einzelner Spieler. Namen nannte er nicht.

VfB-Torwart Florian Müller bemängelte harsch: "Wir haben nach dem 2:0 aufgehört, Fußball zu spielen." Und das, obwohl ein solches Szenario durchaus ein Thema in der Mannschaft gewesen sei. Ähnlich hatte sich vor einem guten Monat Spielmacher-Routinier Daniel Didavi geäußert, nachdem der VfB in Augsburg ein 1:4 kassiert hatte.

Anzeige

Stuttgart-Keeper Florian Müller: "Nervig und bitter"

"Wir hatten angesprochen, dass wir auch nach einer Führung weiter unser Spiel durchziehen müssen", sagte Müller. Vor diesem Hintergrund sei es "nervig und bitter", das Spiel nicht gewonnen zu haben. Matarazzo stellte fest: "In der Bundesliga ist es nicht möglich für uns Spiele zu gewinnen, wenn wir nicht über 90 Minuten ans Limit gehen."

Tatsächlich war der von Hertha-Stürmer Stevan Jovetic (40./76.) im Alleingang herausgeschossene Ausgleich aus VfB-Sicht eine verpasste Chance, den Anschluss ans mittlere Tabellendrittel wiederherzustellen. Stattdessen verharren die Stuttgarter noch hinter der Hertha um Ex-Coach Tayfun Korkut auf Rang 15. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur einen Punkt.

Und nun warten als nächste Gegner mit dem VfL Wolfsburg am Samstag und dem FC Bayern am 14. Dezember zwei Champions-League-Klubs auf den VfB. Gut möglich, wenn nicht sogar realistisch, dass aus diesen Partien keine weiteren Punkte aufs VfB-Konto hinzukommen.

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.